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Tim Cook

Apple-Chef erklärt seine Auto-Pläne

Um das iCar - also ein Auto von Apple - gab es bisher vor allem Gerüchte. Jetzt hat sich Unternehmenschef Tim Cook öffentlich zu den Ambitionen des Konzerns geäußert und ein konkretes Entwicklungsziel genannt.

Getty Images

Tim Cook

Dienstag, 13.06.2017   14:48 Uhr

Apple-Chef Tim Cook hat erstmals bestätigt, dass das Autoprojekt des Unternehmens auf die Entwicklung von Roboterwagen-Technologie ausgerichtet ist. "Wir fokussieren uns auf autonome Systeme", sagte Cook dem TV-Kanal des Finanzdienstes Bloomberg.

In diesem Frühjahr bekam Apple die Erlaubnis zum Test selbst fahrender Autos in Kalifornien, wenig später wurde auch ein umgebauter Lexus-SUV des Konzerns auf der Straße fotografiert. Spätestens zu diesem Zeitpunkt galt es als offenes Geheimnis, dass das Unternehmen zunächst kein eigenes Auto bauen will, sondern Technologien für selbst fahrende Fahrzeuge entwickelt.

"Die Mutter aller KI-Projekte"

"Es ist eine Kerntechnologie, die wir als sehr wichtig betrachten", sagte Cook in dem Interview mit Bloomberg. Zugleich sei es eine der größten Herausforderungen für künstliche Intelligenz (KI). "Es ist die Mutter aller KI-Projekte."

Apple hatte dem Vernehmen nach zunächst seit 2014 an der Entwicklung eines kompletten eigenen Elektroautos gearbeitet. Der Schwerpunkt des Projekts wurde jedoch laut Medienberichten bereits im vergangenen Jahr auf die Entwicklung von Software für autonome Fahrzeuge umgelenkt. Mehrere Hundert Mitarbeiter sollen das Projekt danach verlassen haben.

"Wandel läuft aus drei Richtungen"

Cook betonte, dass er das Autogeschäft vor einem drastischen Umbruch stehe. "Der Wandel läuft gleichzeitig aus drei Richtungen", sagte er und bezog sich dabei auf autonomes Fahren, Elektroantriebe und Ridesharing-Fahrdienste. In letzterem Bereich hatte Apple sich im vergangenen Jahr in einer für den Konzern ungewöhnlichen Investition mit einer Milliarde Dollar am chinesischen Fahrdienstvermittler Didi Chuxing beteiligt.

Ob Apple doch noch ein iCar entwickelt und unter die Autohersteller geht, ließ Cook in dem Interview offen. Man werde sehen, wohin die jetzt angepeilten Entwicklungsziele führen, sagte er.

Ein anderes großes IT-Unternehmen aus den USA hatte zuvor ebenfalls angekündigt, sich zunächst voll und ganz auf die Entwicklung von Roboterwagen-Technologie zu konzentrieren: Googles Tochterfirma Waymo gab bekannt, seine selbst gebauten Testwagen von der Straße zu nehmen und stattdessen die Kooperation mit etablierten Autoherstellern auszubauen.

cst/dpa

insgesamt 24 Beiträge
caty24 13.06.2017
1. Apple möchte ein ICAR auf den Markt bringen
Die Software Updates kommen dann alle 14 Tage, und wenn man Pech hat fünktionieren die nicht. Würde so eine Datenschleuder nicht einemal zum Nulltarif erwerben.
Die Software Updates kommen dann alle 14 Tage, und wenn man Pech hat fünktionieren die nicht. Würde so eine Datenschleuder nicht einemal zum Nulltarif erwerben.
FerrisBueller 13.06.2017
2.
Ich bin ja wahrlich kein Apple-Fan, ganz im Gegenteil. Aber wenn ich mir ansehe, wie den Managern von Audi, BMW, Daimler und Co im Angesicht der Fahrzeugdaten schon der Sabber herunter läuft , dann ist Apple mir hierbei sogar [...]
Zitat von caty24Die Software Updates kommen dann alle 14 Tage, und wenn man Pech hat fünktionieren die nicht. Würde so eine Datenschleuder nicht einemal zum Nulltarif erwerben.
Ich bin ja wahrlich kein Apple-Fan, ganz im Gegenteil. Aber wenn ich mir ansehe, wie den Managern von Audi, BMW, Daimler und Co im Angesicht der Fahrzeugdaten schon der Sabber herunter läuft , dann ist Apple mir hierbei sogar noch am ehesten sympathisch.
vitalik 13.06.2017
3.
Bei MacBooks, Macs, Iphones und Co. stellt Apple die Hardware und sehr gut angepasste Software bereit. Bei den Autos will man anscheinend nur die Software anbieten und ist somit auf Partnerschaften angewiesen. Irgendwie fehlt da [...]
Bei MacBooks, Macs, Iphones und Co. stellt Apple die Hardware und sehr gut angepasste Software bereit. Bei den Autos will man anscheinend nur die Software anbieten und ist somit auf Partnerschaften angewiesen. Irgendwie fehlt da der Alleinstellungsmerkmal. Ich glaube nicht, dass man einen Ford Fiesta mit einer Apple-Software zu einem Kultobjekt, wie ein IPhone aufbauen kann. Auch beim Preis und den Margen kann die Software nicht mithalten. Es wird in Zukunft viel Wettbewerb geben (Google, Uber usw.). Da jeder Anbieter die Funktionalität ja quasi garantieren muss, wird es keinen qualitativen Unterschied bei den Softwarelösungen geben. Der Kampf wird auf Preisebene ausgefochten.
citi2010 13.06.2017
4.
Schade, dass Steve Jobs so früh sterben musste. Tim Cook ist ein Prinz der Dunkelheit. Er hat aus Ehrgeiz aus dem weltoffenen liberalen Apple ein Schwarzes Loch gemacht, dass ähnlich gierig wie Google und Amazon die Welt kaputt [...]
Schade, dass Steve Jobs so früh sterben musste. Tim Cook ist ein Prinz der Dunkelheit. Er hat aus Ehrgeiz aus dem weltoffenen liberalen Apple ein Schwarzes Loch gemacht, dass ähnlich gierig wie Google und Amazon die Welt kaputt macht.
bwoods 13.06.2017
5. Autohersteller haben das Spiel noch nicht verstanden
Das größte Problem der deutschen Autohersteller ist, dass sie noch nicht verstanden haben, was gerade passiert. Die wenigsten Autofahrer wollen ein Auto besitzen - viel mehr will man als Kunde nur von A nach B kommen .. mit [...]
Das größte Problem der deutschen Autohersteller ist, dass sie noch nicht verstanden haben, was gerade passiert. Die wenigsten Autofahrer wollen ein Auto besitzen - viel mehr will man als Kunde nur von A nach B kommen .. mit einem flexiblen Grad an Reisekomfort, der eben bei jedem unterschiedlich ist. Im Prinzip passiert mit VW & Co das, was mit IBM damals passiert ist - man wird vom Alleinherrscher zum reinen Hardware Hersteller degradiert werden. Die Kernfragen der Automobilbranche sind nicht mehr die Spaltmaße oder der Wirkungsgrad einzelner Motoren. Es sind Softwareprobleme, die gelöst werden wollen - und hier hat Apple das Know-How, das Personal und (bei 150 MRD $) unbegrenztes Budget. Hinzu kommt, dass Softwarelösungen der Autohersteller immer eine Insellösung sind. Apple umgarnt mit seinen weitreichenden Services schon jetzt all seine Kunden. Somit wäre es für Apple möglich die Fahrdienste fest in iOS & Co zu implementieren: Du hast morgen um 15:00 einen Termin in Berlin (Weiß Apple)? Ein autonom Fahrendes Auto kommt zur benötigten Zeit (weiß Apple) an deinen aktuellen Standort (Weiß Apple). Es wird gewaltig krachen. Meiner Meinung nach hat die etablierte Industrie keine Chance diesen Kampf zu gewinnen... wenn Apple weiterhin sein Oligopol mit Google ausbauen darf. Daten und Informationen sind Grundlage aller kommenden Geschäftsmodelle. Das hat in Deutschland bisher leider nur eine sehr kleine Gruppe von Menschen verstanden. Diese ist meist zu Jung um Entscheidungsträger in "den großen Unternehmen" zu sein.

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