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Auto

Stiftung Warentest und ADAC

Tester warnen vor zwei Kindersitzen

Bei einem Crashtest von Stiftung Warentest und ADAC sind zwei Kindersitze durchgefallen: Die Modelle lösten sich bei der Simulation eines Frontalunfalls. Ein Hersteller reagierte bereits mit einem Auslieferungsstopp.

Foto: Stiftung Warentest
Montag, 17.07.2017   12:37 Uhr

Die Stiftung Warentest und der ADAC warnen eindringlich vor der Nutzung von zwei Kindersitzen: Bei einem Test lösten sich die Sitze Recaro Optia in Verbindung mit der Recaro Smartclick Base sowie der Grand-Sitz von Jané beim Frontalcrash, wie die beiden Organisationen am Montag mitteilten.

Ihr Fazit: "Die Stiftung Warentest und der ADAC raten vom Kauf dieser Modelle ab." Wer bereits einen dieser Autokindersitze gekauft hat, solle sich an den Anbieter wenden.

Bei dem Crashtest löste sich demnach bei dem Recaro-Modell die Sitzschale von der Isofix-Station und "flog in hohem Bogen durch das Prüflabor". Im realen Unfallgeschehen könnten sich Kind und Mitfahrer schwer verletzen, warnten die Tester. Bei dem Grand-Sitz von Jané hielt demnach die Isofix-Verbindung dem Frontalcrash nicht stand und löste sich ebenfalls.

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Kindersitze im Crashtest: Diese beiden Modelle fielen durch

Das Kindersitzmodell Recaro Optia hatte bereits bei einem Test im vergangenen Jahr schlecht abgeschnitten: Auch damals hatte sich die Sitzschale laut Angaben von Stiftung Wartentest bei einem Frontalunfall von der Isofix-Station gelöst. Der Hersteller habe betroffenen Kunden daraufhin einen kostenlosen Austausch der Isofix-Station Recaro Fix angeboten. Beim nun getesteten Nachfolgemodell Recaro SmartClick Base habe die Prüforganisation jedoch "keine Verbesserung festgestellt".

Die beiden Autokindersitze von Recaro und Jané im Crashtest

Stiftung Warentest und ADAC baten die Hersteller Recaro und Jané um Stellungnahmen. Demnach teilten die Firmen mit, sich die Ergebnisse nicht erklären zu können und nach den Ursachen suchen zu wollen. Jané habe vorübergehend die Auslieferung des Grand-Sitzes an die Händler gestoppt.

Ein Recaro-Sprecher sagte auf Anfrage der Nachrichtenagentur dpa, dass die Untersuchungsergebnisse für die Firma nicht nachvollziehbar seien, aber mit der Analyse des Testergebnisses begonnen worden sei. Im Zuge dessen sei die Stiftung Warentest um die Übermittlung der zur Analyse relevanten Daten gebeten worden. "Leider haben wir bis dato keinerlei Zugang zu diesen wichtigen Informationen erhalten", so der Sprecher. In allen bisherigen Tests sei das beschriebene Fehlerbild nicht festgestellt worden. "Wir müssen die Ursachen für ein mögliches Fehlerbild zunächst identifizieren und verstehen, bevor wir weitere Schritte einleiten."

cst/dpa/AFP

insgesamt 19 Beiträge
Walter Sobchak 17.07.2017
1.
Soviel Geld für einen Kindersitz der noch nichtmal seine Basisfunktion erfüllt.
Soviel Geld für einen Kindersitz der noch nichtmal seine Basisfunktion erfüllt.
f_eu 17.07.2017
2.
Liebe SPON Redaktion. Interessiert hätte mich dann noch, ob auf diesen Sitzen und Isofix Basiseinheiten noch ein TÜV oder GS Aufkleber vorhanden ist. Ohne solche "Prüfsiegel" ist doch so etwas nicht zu [...]
Zitat von Walter SobchakSoviel Geld für einen Kindersitz der noch nichtmal seine Basisfunktion erfüllt.
Liebe SPON Redaktion. Interessiert hätte mich dann noch, ob auf diesen Sitzen und Isofix Basiseinheiten noch ein TÜV oder GS Aufkleber vorhanden ist. Ohne solche "Prüfsiegel" ist doch so etwas nicht zu verkaufen.
Roland Bender 17.07.2017
3. Isofix is nix
Besser die Kindersitze für die Gurte kaufen. Das scheint besser zu funktionieren.
Besser die Kindersitze für die Gurte kaufen. Das scheint besser zu funktionieren.
Drehmoment 17.07.2017
4. Rückwärtsgerichtet macht Sinn
Unabhängig vom Testergebnis: In dem Video sieht man sehr schön, welch unglaublichen Kräften die Halswirbelsäule eines kleinen Kindes bei einem Frontalaufprall ausgesetzt ist. Der Kopf des Kindes wird sehr stark nach vorne [...]
Unabhängig vom Testergebnis: In dem Video sieht man sehr schön, welch unglaublichen Kräften die Halswirbelsäule eines kleinen Kindes bei einem Frontalaufprall ausgesetzt ist. Der Kopf des Kindes wird sehr stark nach vorne katapultiert. Erst ab 4-5 Jahre ist die Halswirbelsäule eines Kindes stabiler. Daher unverständlich, dass rückwärtsgerichtete Sitze (Reboarder) in Deutschland auch nach der Babyschale total unterrepräsentiert sind, und auch von den Testern immer stiefmütterlich behandelt werden. Sie werden sogar abgewertet, weil sie angeblich schwieriger zu montieren sind.
f_eu 17.07.2017
5.
Zumindest bei einer Babyschale die oft rein\raus kommt ist es aber viel bequemer. Isofix ist sehr sperrig. Wir haben für unser Enkelkind in einer C-Klasse eine Kiddy-Babyschale (nur der Testsieger, was das auch immer [...]
Zitat von Roland BenderBesser die Kindersitze für die Gurte kaufen. Das scheint besser zu funktionieren.
Zumindest bei einer Babyschale die oft rein\raus kommt ist es aber viel bequemer. Isofix ist sehr sperrig. Wir haben für unser Enkelkind in einer C-Klasse eine Kiddy-Babyschale (nur der Testsieger, was das auch immer heisst, durfte da gekauft werden). Da muss der Beifahrersitz so weit nach vorne, dass dort niemand mehr sitzen kann.

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