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Klimafreundliche Autos

Großbritannien will Verbrennungsmotoren ab 2040 verbieten

Frankreich machte es vor: Die Regierung in London plant nun ebenfalls ein Verkaufsverbot von Autos mit Diesel- oder Benzinmotoren ab 2040. Auch für Hybridfahrzeuge soll es keine Zukunft geben.

REUTERS

Verkehr in London

Mittwoch, 26.07.2017   14:29 Uhr

Großbritannien will ab 2040 den Verkauf von Diesel- und Benzinautos verbieten. Die britische Regierung werde das Vorhaben am Mittwoch bekannt geben, berichteten übereinstimmend mehrere britische Tageszeitungen vorab. Offiziell äußerte das Umweltministerium in London sich bisher nicht dazu.

Zum Klimaschutz sollten auch Hybrid-Autos, die sowohl über einen Elektro- als auch über einen Benzin- oder Dieselmotor verfügen, nicht mehr zugelassen werden, berichtete die "Times". Auf britischen Straßen seien dann nur noch Elekroautos erlaubt.

Erst vor knapp drei Wochen hatte Frankreich seine Pläne für ein Verbot von Diesel- und Benzinautos ab 2040 bekannt gegeben. Norwegen hat sich sogar vorgenommen, dass ab 2025 alle Neuwagen emissionsfrei sein sollen.

Die Wirtschaftsforscher vom Münchner Ifo-Institut sprachen sich allerdings dagegen aus, Autos mit Verbrennungsmotor zu verbieten. Die Ökonomen ermittelten rund 600.000 Arbeitsplätze allein in Deutschland, die nach heutigem Stand direkt oder indirekt von einem Aus für Benziner und Diesel betroffen wären.

Nach Einschätzung von Experten wird die Nachfrage nach Verbrennungsmotoren mit Diesel und Benzin unter dem Druck schärferer Klimavorschriften im kommenden Jahrzehnt sinken. Angesichts der noch hohen Kosten in der Anschaffung und der vergleichsweise geringeren Reichweite machen Elektroautos aber nach wie vor nur einen Bruchteil an den Autoverkäufen aus.

Daimler Chart zeigen und Volkswagen Chart zeigen wollen bis 2025 rund ein Viertel ihres Pkw-Absatzes mit Elektroautos bestreiten. Die Konzerne halten aber noch an der umstrittenen Technik fest. Der schwedische Autobauer Volvo Chart zeigen, der zum chinesischen Konzern Geely gehört, hatte dagegen jüngst als erster traditioneller Autobauer seinen Abschied von Benzin- und Dieselmotoren bekannt gegeben. Ab 2019 soll jeder neue Volvo entweder mit Elektro- oder Hybridantrieb fahren.

BMW Chart zeigen teilte zudem am Dienstag mit, den angekündigten Elektro-Mini trotz des anstehenden EU-Austritts Großbritanniens weiter in seinem Werk in Oxford fertigen zu wollen. Der britische Wirtschaftsminister Greg Clark begrüßte die Entscheidung als Vertrauensbeweis in das Vorhaben, Großbritannien zum wichtigsten Standort für die Produktion von Autos mit modernen Antrieben zu machen.

In Deutschland setzen sich die Grünen für ein Zulassungsverbot für Neuwagen mit Benzin- und Dieselmotoren ab 2030 ein. Kritik an dieser Forderung kommt aus der Industrie - und aus den eigenen Reihen: So sorgte kürzlich eine heimlich gedrehte Videoaufnahme für Aufregung, in der der baden-württembergische Ministerpräsident Winfried Kretschmann über das geplante Verbot wettert.

apr/Reuters/dpa

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