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Auto

Abgasskandal

VW will weitere Dieselautos umrüsten

Vor dem anstehenden Diesel-Gipfel hat VW-Chef Matthias Müller die nächste Umrüstaktion angekündigt. Betroffen sind rund 650.000 Fahrzeuge mit Selbstzündermotoren. Ob so Fahrverbote vermieden werden, ist weiter fraglich.

DPA

VW-Werk in Wolfsburg

Donnerstag, 27.07.2017   12:31 Uhr

Volkswagen will Abgas-Nachbesserungen bei Modellen von Seat, Skoda, Audi und VW vornehmen. Betroffen seien rund 650.000 Dieselautos, sagte ein Unternehmenssprecher dem SPIEGEL. Es handle sich um eine freiwillige Servicemaßnahme und sei für die Besitzer nicht verpflichtend. Geplant sind Software-Updates.

"Der Volkswagen-Konzern wird anbieten, vier Millionen Fahrzeuge nachzurüsten und damit die Emissionen deutlich zu reduzieren", sagte Konzernchef Matthias Müller am Donnerstag bei einem Besuch von Umweltministerin Barbara Hendricks (SPD) in Wolfsburg. In diesen vier Millionen sind jedoch sowohl die 2,5 Millionen Autos enthalten, die nach dem Abgasbetrug in die Werkstätten gerufen wurden, als auch die 850.000 Wagen mit Sechs- und Achtzylinder-Dieselmotoren, deren Nachrüstung vergangene Woche verkündet wurde.

Fahrverbote trotz Nachrüstungen möglich

VW wolle einen Beitrag zu einem Erfolg des Diesel-Gipfels am 2. August leisten, sagte Müller. Auf dem "Nationalen Forum Diesel" treffen sich in Berlin Vertreter mehrerer Autohersteller sowie Ministerpräsidenten verschiedener Bundesländer. Ziel sind Schritte zur Senkung des Schadstoffausstoßes, wobei es den Konzernen vor allem darum geht, durch die Nachrüstaktion Fahrverbote für Dieselautos in Innenstädten zu vermeiden. Aus diesem Grund hat auch Daimler bereits angekündigt, für rund drei Millionen Autos ein Software-Update anzubieten.

Ob das reicht, wird sich zeigen: Denn trotz der geplanten Nachbesserungen hält Bundesumweltministerin Hendricks Fahrverbote weiter für möglich. Das machte sie am Donnerstag vor dem Besuch bei VW deutlich. Wenn die Grenzwerte für Stickoxide weiter überschritten würden, würden Fahrverbote notwendig - auch wenn sie das letzte Mittel seien, sagte die SPD-Politikerin.

cst/dpa

insgesamt 12 Beiträge
jufo 27.07.2017
1. Kalte Diesel raus (Benziner auch?)
Nachrüstung kann Fahrverbote nicht verhindern. Kalte Verbrennungsmotoren säubern Abgase nicht. Daher nur mit warmen Motoren in der Stadt fahren. Oder vor dem Start die Auspuffanlage heizen. Oder Autos raus aus dichten [...]
Nachrüstung kann Fahrverbote nicht verhindern. Kalte Verbrennungsmotoren säubern Abgase nicht. Daher nur mit warmen Motoren in der Stadt fahren. Oder vor dem Start die Auspuffanlage heizen. Oder Autos raus aus dichten Siedlungen. Das würde die Lebensqualität erhöhen. Als die ersten Fußgängerzonen eingerichtet wurden galt dies auch als das Ende des Einzelhandels wenn nicht des Abendlandes insgesamt. Kam dann doch anders.
Referendumm 27.07.2017
2.
Ich verstehe es wirklich nicht, warum Leute wie Sie, die von Abgastechnik anscheinend überhaupt gar keine Ahnung haben, irgendetwas aufm PC reinhämmern. "Kalte Verbrennungsmotoren säubern Abgase nicht." Das ist [...]
Zitat von jufoNachrüstung kann Fahrverbote nicht verhindern. Kalte Verbrennungsmotoren säubern Abgase nicht. Daher nur mit warmen Motoren in der Stadt fahren. Oder vor dem Start die Auspuffanlage heizen. Oder Autos raus aus dichten Siedlungen. Das würde die Lebensqualität erhöhen. Als die ersten Fußgängerzonen eingerichtet wurden galt dies auch als das Ende des Einzelhandels wenn nicht des Abendlandes insgesamt. Kam dann doch anders.
Ich verstehe es wirklich nicht, warum Leute wie Sie, die von Abgastechnik anscheinend überhaupt gar keine Ahnung haben, irgendetwas aufm PC reinhämmern. "Kalte Verbrennungsmotoren säubern Abgase nicht." Das ist z.B. kompletter Unsinn. NICHT kalte Verbrennungsmotoren haben ein Problem, sondern halte Katalysatoren. Und wofür in Gottes Namen haben wir eigentlich Abgasgrenzwerte, die gesetzlich geregelt werden? Ja, Autobauer und Politiker ignorieren diese vehement, aber dafür ist nicht die Technik verantwortlich zu machen. Was glauben Sie, warum sich beim Benziner / Ottomotor und teilweise auch beim Dieselmotor die motornahen Kats durchgesetzt haben. Was glauben Sie, warum es beheizte Kats gibt? Alles Maßnahmen, um einen Kat möglichst schnell anspringen zu lassen. Technologisch bedingt bringt ein Benziner / Ottomotor den motornahen Kat in wenigen Sekunden (in der Regel unter 10) zum Arbeiten. Ein eher kalt arbeitender Dieselmotor benötigt dafür eher ne Minute. Und das ist halt das Problem des Dieselmotors. Doch mit einem beheizten Kat lässt sich auch dieses Problem elegant umgehen. Nur, wie schon tausendfach erwähnt, kostet das halt was, was weder die Autobauer bereit sind zu bezahlen noch der Kunde; der wohl letztendlich am wenigsten. Ergo werden Dieselautos eben zum Ladenhüter. Ja und? Ist das Problem der Autobauer nicht das der Kunden. Und im Winter, wenn eben die Sitzheizung nach dem Kaltstart läuft, das Fahrlicht an ist, die Scheibenheizung arbeitet etc.. und dann noch der beheizte Kat Energie haben will. Jou mei, was sagte mit ein Kat-Hersteller so salopp: Was willste eher haben, nen warmen Hintern oder ne saubere Umwelt? Oder man verbaut gleich die 42-Volt-Technik. Ja, kostet auch Geld, aber der Bürger will doch ne gesunde Umwrelt und saubere Luft atmen. Und die ist eben in Verbindung mit Technik nicht für umme zu haben. E-Autos sind keine wirkliche Alternative, weil der Strom ja auch produziert werden muss. Und von wem wird dieser in Städten hergestellt? Von Kraftwerken eben genau in den selben Städten. Und was unterm Strich besser ist, sollte dann mal geklärt werden. Ist nämlich heutzutage nicht eindeutig, da entsprechende Studien immer geschönt werden; je nachdem, wer den Auftrag vergibt.
brutus972 27.07.2017
3. Bei Nebenwirkungen fragen sie ....
Ich bin mal gespannt, welche Nebenwirkungen der Update hat. Bei den Autos, die keinen Harnstoff nutzen, was soll das bringen? Wenn das etwas verbessern würde, hätten die das schon vorher machen können.
Ich bin mal gespannt, welche Nebenwirkungen der Update hat. Bei den Autos, die keinen Harnstoff nutzen, was soll das bringen? Wenn das etwas verbessern würde, hätten die das schon vorher machen können.
Klaus-Otto 27.07.2017
4. Ganz einfach ...
... Fahrverbot für Diesel bei Temperaturen, bei denen die Abgasreinigung abgeschaltet wird. Bei einigen Modellen geschieht das schon unter 20 Grad, also fast immer ...
... Fahrverbot für Diesel bei Temperaturen, bei denen die Abgasreinigung abgeschaltet wird. Bei einigen Modellen geschieht das schon unter 20 Grad, also fast immer ...
esmitleeremkopfzutun 28.07.2017
5. Gibt es eine kostenfreie Nachrüstung für Euro 5 auf "echtes" Euro 6?
Die einzige Frage, die letzten Endes relevant ist, ist ob es eine kostenfreie, durch die Industrie und meinetwegen mit Steuervorteilen unterfütterte Umrüstung von "falschen" Euro 5-Fahrzeugen auf echte Euro 6- [...]
Die einzige Frage, die letzten Endes relevant ist, ist ob es eine kostenfreie, durch die Industrie und meinetwegen mit Steuervorteilen unterfütterte Umrüstung von "falschen" Euro 5-Fahrzeugen auf echte Euro 6- Fahrzeuge (mit SCR-Kat und AdBlue-Tank) geben wird. Die Autoindustrie, allen voran Volkswagen, könnte ihren Kunden dann wieder Fahrzeuge bereitstellen, die einen Wiederverkaufswert haben, keine Garantieprobleme durch halbe Lösungen (Softwareupdates!!!) verursachen und das Vertrauen wiederherstellen. Herr Dobrindt, es ist Wahlkampf. Sie konnten doch früher so gut auf den Tisch hauen und populistische Parolen grölen. Jetzt wird's Zeit – wenn nicht jetzt, wann dann? Sie sind der Verkehrsminister der Wähler, nicht der Autoindustrie!

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