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Dieselgipfel

Dobrindt stellt sich gegen ein Auslaufdatum für Verbrennungsmotoren

Verkehrsminister Alexander Dobrindt positioniert sich vor dem Dieselgipfel: Er will kein konkretes Ende für Verbrennungsmotoren festlegen. Hinter den Kulissen arbeiten die Autohersteller an einer gemeinsamen Strategie.

DPA

Alexander Dobrindt (CSU)

Dienstag, 01.08.2017   16:51 Uhr

Im Vorfeld des Dieselgipfels am Mittwoch hat Bundesverkehrsminister Alexander Dobrindt Forderungen nach einem konkreten Auslaufzeitpunkt für Verbrennungsmotoren zurückgewiesen. "Ich kann diese einfachen Botschaften nicht nachvollziehen", sagte er im ZDF. Es könne nicht Sache der Politik sein, über die Technik der Zukunft zu entscheiden. Die Industrie müsse aber innovativ und technologieoffen sein.

Damit stellt sich der CSU-Politiker einem europaweiten Trend entgegen. So hatten beispielsweise die Grünen bei ihrem Bundesparteitag Mitte Juni dafür gestimmt, sich bis zum Jahr 2030 vom Verbrennungsmotor zu verabschieden. Auch Länder wie Frankreich und Großbritannien wollen den Verkauf mit Diesel- und Benzinmotoren bis 2040 stoppen.

Zudem wehrte sich Dobrindt gegen den Vorwurf, zwischen Politik und Branche gebe es eine Kumpanei. Es gebe aber generell eine Partnerschaft zwischen der Politik, der Wirtschaft und der Gesellschaft und das sei die Grundlage der sozialen Marktwirtschaft, so der Politiker.

Die Hersteller arbeiten eigene Forderungen aus

Am Mittwoch treffen sich führende Vertreter von Bundesregierung, Landesregierungen, Autoherstellern und Gewerkschaften. Es soll um konkrete Maßnahmen gehen, mit denen der hohe Schadstoffausstoß vieler älterer Dieselautos gesenkt werden kann.

Ziel der Hersteller ist es bisher, vor allem mit günstigen Software-Updates in der Motorsteuerung geringere Emissionen zu erreichen. Gegner halten diese Updates für nahezu wirkungslos. "Wir gehen von deutlich weniger als fünf Prozent Verbesserungspotenzial in unseren durch Dieselabgase vergifteten Städten aus", erklärte Jürgen Resch, Bundesgeschäftsführer der Deutschen Umwelthilfe. Er fordert die Hersteller auf, die Hardware der Abgasreinigung nachzubessern, was wohl deutlich höhere Kosten verursachen würde.

Dobrindt bekräftigte, die Politik werde darauf dringen, dass schmutzige Autos rasch optimiert werden. Updates von Software könnten dabei möglicherweise nicht ausreichen, räumte er ein. Nach Informationen der Nachrichtenagentur "Bloomberg" sollen sich die Autobauer hinter den Kulissen bereits über ein Angebot von Hardware-Nachrüstungen abstimmen. Im Gegenzug werde von der Politik Geld für einen Fonds zur Förderung von Elektroautos gefordert.

mhu/Reuters/dpa/Afp

insgesamt 76 Beiträge
wo_st 01.08.2017
1.
Ist Dobrint nicht selbst ein Auslaufmodell?
Ist Dobrint nicht selbst ein Auslaufmodell?
bs2509 01.08.2017
2. Der Pate
der Automobil-Industrie wagt es seine von "Spenden" umnebelten Ergüsse kundzutun. Wie peinlich ist das denn ?
der Automobil-Industrie wagt es seine von "Spenden" umnebelten Ergüsse kundzutun. Wie peinlich ist das denn ?
Leser161 01.08.2017
3. Das (Vertrauens)Problem
Das Problem: Der Dieselskandal hat uns gezeigt: Wenn Staat und Hersteller hinter den Kulissen zusammenarbeiten, dann bedeutet das, dass die gemeinsam was zum Nachteil des Bürgers absprechen (Porsche-Bericht). Fahrverbote für [...]
Das Problem: Der Dieselskandal hat uns gezeigt: Wenn Staat und Hersteller hinter den Kulissen zusammenarbeiten, dann bedeutet das, dass die gemeinsam was zum Nachteil des Bürgers absprechen (Porsche-Bericht). Fahrverbote für quasi aktuelle Autos und Luftverschmutzung sind das Ergebnis. Das Vertrauen ist verspielt. Es ist Aufgabe der Politik es wieder herzustellen, wenn sie meine Unterstützung bei irgendwas haben will. Und sei es die Farbe der Bürgersteige.
rabbijakob 01.08.2017
4. Wes Brot ich ess...
...des Lied ich sing.
...des Lied ich sing.
Bueckstueck 01.08.2017
5. Hallo!
Dobrindt grüsst aus der Westentasche der Autoindustrie.
Dobrindt grüsst aus der Westentasche der Autoindustrie.

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