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Zulieferer sieht keine Zukunft für Diesel und Benziner

Nach wie vor beschwören die deutschen Autohersteller das große Potenzial von Diesel- und Benzinmotoren. Doch der Finanzchef des Zulieferers Continental  sieht das anders.   

Continental

Continental-Finanzchef Wolfgang Schäfer

Donnerstag, 03.08.2017   11:46 Uhr

Die nächste Generation Verbrennungsmotoren wird nach Einschätzung des Autozulieferers Continental auch die letzte sein. Die meisten Autobauer entwickelten noch bis etwa 2023 die letzte Motorengeneration mit Kraftstoffantrieb, sagte Conti-Finanzchef Wolfgang Schäfer im Interview mit der Nachrichtenagentur Reuters. "Da wird nochmal eine neue Verbrennungsmotorengeneration entwickelt werden, aber danach wird dann wahrscheinlich eine solche Weiterentwicklung gar nicht mehr wirtschaftlich vertretbar sein."

Schäfers Aussage passt zu einer Entwicklung in Europa, die den Kauf von Autos mit Verbrennungsmotor immer unattraktiver macht. Länder wie Frankreich oder Großbritannien wollen den Absatz konventioneller Fahrzeuge bis 2040 stoppen. Verkehrsminister Alexander Dobrindt (CSU) weigert sich hingegen, Forderungen nach einem konkreten Auslaufzeitpunkt für Benziner und Diesel nachzukommen. Als einer der ersten Autohersteller hatte Volvo angekündigt, ab 2019 neue Modelle nur noch mit Elektromotor anzubieten - entweder als reines E-Auto oder Hybrid.

Bis zum endgültigen Abschied vom Verbrenner müsse sich die Autoindustrie anstrengen, den Stickoxidausstoß von Dieselmotoren zu verringern, so Schäfer. Schließlich brauchten die Autobauer die relativ verbrauchsärmeren Dieselautos, um die Klimaschutzvorgaben zu Kohlendioxid (CO2) einzuhalten.

Continental will vom Autokartell nichts gewusst haben

Die deutschen Autobauer hatten sich auf dem Dieselgipfel am Mittwoch dazu verpflichtet, insgesamt 5,3 Millionen Fahrzeuge in Deutschland per Software-Update auf eigene Kosten sauberer zu machen. Die Kosten dafür bezifferte der Branchenverband VDA auf eine halbe Milliarde Euro. Continental als zweitgrößter Zulieferer weltweit nach Bosch rechnet nach Worten Schäfers dadurch aber nicht mit zusätzlichem Preisdruck der Hersteller.

Mit Blick auf den Kartellverdacht gegen die deutschen Autohersteller, die sich nach Medienberichten seit den 90er Jahren in großem Stil über Technologien abgesprochen haben sollen, sagte Schäfer, Continental habe darüber keine Kenntnisse. "Wir sind von keiner Behörde angesprochen worden, mir liegen absolut keine Informationen vor."

Nach einem deutlichen Gewinnrückgang im zweiten ist Continental mit dem Anlauf des dritten Quartals zufrieden. "Der Start ins dritte Quartal war vernünftig, die Abrufe der Kunden wie erwartet", sagte Schäfer. Der weltweite Automarkt werde im zweiten Halbjahr nicht mehr so stark wachsen wie im ersten Halbjahr, als die Autoproduktion um drei Prozent gestiegen sei. So werde der US-Markt um drei bis vier Prozent gegenüber dem Vorjahreszeitraum schrumpfen, der europäische um zwei Prozent klettern.

mhu/Reuters

insgesamt 65 Beiträge
Nobody X 03.08.2017
1. Wieder so ein "Superschlauer"
Man muss wahrhaftig kein Hellseher sein um zu behaupten, dass Verbrennungsmotoren langfristig keine Zukunft haben werden. Spätestens dann, wenn die Ölreserven zur Neige gehen, wird so oder so Schluss sein - die Frage ist [...]
Man muss wahrhaftig kein Hellseher sein um zu behaupten, dass Verbrennungsmotoren langfristig keine Zukunft haben werden. Spätestens dann, wenn die Ölreserven zur Neige gehen, wird so oder so Schluss sein - die Frage ist allenfalls, wann das sein wird. Wünschenswert wär natürlich, wenn es vorher eine praktikable Alternative gäbe - aber auch das ist keine weltbewegende Erkenntnis.
Graphite 03.08.2017
2. zumindest einer spricht es aus!
die Verbrenner werden in spätestends 20 Jahren tot sein. die E-Mobilität ist auch nur ein Zwischenschritt in der Umentwicklung zum Wasserstoffauto. Was beid er ganzen Debatte immer verschwiegen wird: Toyota, größter autobauer [...]
die Verbrenner werden in spätestends 20 Jahren tot sein. die E-Mobilität ist auch nur ein Zwischenschritt in der Umentwicklung zum Wasserstoffauto. Was beid er ganzen Debatte immer verschwiegen wird: Toyota, größter autobauer der WElt, hat schon leit längerem ein Wasserstoffauto im Portfolio. Da sind unsere hochgelobten deutschen autobauer noch Meielnweit davon entfernt. Hätten Sie die Pioniergeist wie Ihrer Erfinderväter würden in Deutschland seit vielen Jahren schon Wasserstoffautos rollen und das Tankstellennetz wäre Flächendeckend vorhanden. ABER, man muss die Kuh melken solange sie Milch gibt. und man darf das OPEC-Automobil-Komplott auch nicht verärgern! Umerltschutz hin oder her, als erstes zählen die Porfite! und das "Zuckerl" für E-Autos war nur ein kläglicher Versuch unserer Lobbyinfiltrierten Regierung so zu tun als ob und den deutschen autobauern zu helfen den davon fahrenden Zug (E-Mobilität) irgendwie noch zu erreichen. Und so wie sich unsere Autobauer im Moment verhalten scheint es so als ob sie den Zug tatsächlich bereits verpasst haben!
ptb29 03.08.2017
3. Nun, der Mann ist BWLer
Und er glaubt, dass in ein paar Jahren die Gesetze der Physik aufgehoben sind. Wir werden sehen.
Und er glaubt, dass in ein paar Jahren die Gesetze der Physik aufgehoben sind. Wir werden sehen.
syracusa 03.08.2017
4.
Was ist denn Ihr ominöses Wasserstoffauto? Ein Elektroauto mit einer H2-Brennstoffzelle? Oder ein Auto mit Verbrennungsmotor, das H2 als Treibstoff benutzt? Eine Brennstoffzelle ist auch nur eine Variante der galvanischen [...]
Zitat von Graphitedie Verbrenner werden in spätestends 20 Jahren tot sein. die E-Mobilität ist auch nur ein Zwischenschritt in der Umentwicklung zum Wasserstoffauto. Was beid er ganzen Debatte immer verschwiegen wird: Toyota, größter autobauer der WElt, hat schon leit längerem ein Wasserstoffauto im Portfolio. Da sind unsere hochgelobten deutschen autobauer noch Meielnweit davon entfernt. Hätten Sie die Pioniergeist wie Ihrer Erfinderväter würden in Deutschland seit vielen Jahren schon Wasserstoffautos rollen und das Tankstellennetz wäre Flächendeckend vorhanden. ABER, man muss die Kuh melken solange sie Milch gibt. und man darf das OPEC-Automobil-Komplott auch nicht verärgern! Umerltschutz hin oder her, als erstes zählen die Porfite! und das "Zuckerl" für E-Autos war nur ein kläglicher Versuch unserer Lobbyinfiltrierten Regierung so zu tun als ob und den deutschen autobauern zu helfen den davon fahrenden Zug (E-Mobilität) irgendwie noch zu erreichen. Und so wie sich unsere Autobauer im Moment verhalten scheint es so als ob sie den Zug tatsächlich bereits verpasst haben!
Was ist denn Ihr ominöses Wasserstoffauto? Ein Elektroauto mit einer H2-Brennstoffzelle? Oder ein Auto mit Verbrennungsmotor, das H2 als Treibstoff benutzt? Eine Brennstoffzelle ist auch nur eine Variante der galvanischen Zelle, und das Brennstoffzellenauto deshalb auch nur ein von Ihnen abgelehntes Elektroauto. Technologisch liegt derzeit der Akku weit vor der Brennstoffzelle, und ob diese jemals aufholen kann, steht in den Sternen. H2 in einem Verbrennungsmotor zu verbrennen, ist ziemlich unsinnig. Erstens ist und bleibt der Wirkungsgrad dabei unterirdisch schlecht, zweitens werden dadurch die Probleme mit Stickoxiden gegenüber dem Dieselmotor sogar noch deutlich verschärft.
upalatus 03.08.2017
5.
Die Innovationen kommen sowieso überwiegendst von den Zulieferern, also kommen die maßgeblichen Impulse auch in puncto unkonventionelle Antriebe von dort. Die Hersteller verwalten den Vorgang, mit übervölkernden, [...]
Die Innovationen kommen sowieso überwiegendst von den Zulieferern, also kommen die maßgeblichen Impulse auch in puncto unkonventionelle Antriebe von dort. Die Hersteller verwalten den Vorgang, mit übervölkernden, leerwortüberquellenden Malnachschauern mit prall aufgeblasenem Minimalaufgabenfeld. Gern fährt man hier für kleinsten Popel (email oder Videokonferenz nutzen, oh wie unwichtig man da wohl sein muss...) in der weiten Zuliefererweltgeschichte mit dicken Poolautos herum und häuft nebenbei platzende ÜS-Konten an. Schlichtes und innerkulturell abgesichertes Verbrennen von Firmenkapital. 1500 Euro für ne effektive Abgasreinigung pro verkauften Wagen sind da dem Hersteller nachvollziehbar unzumutbar........

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