27.01.2009
Elektroautos
Der Name der Steckdose
Von Jürgen PanderEiner der klangvollsten Namen war gleich weg: Nicola Tesla, ein Amerikaner serbischer Herkunft, erfand einst das Prinzip des Drehstrommotors - und kommt nun als Namensgeber des Tesla Roadster zu neuen Ehren. Der General-Motors-Konzern sicherte sich einen weiteren A-Namen. Das Elektroauto des Konzerns heißt Volt, nach Alessandro Graf von Volta (1745 bis 1827). Das ist eine Firmierung, die jeder sofort kapiert.
Opel bringt ebenfalls ein Elektroauto auf den Markt - technisch gesehen ein Zwilling des Chevrolet Volt. Wie jetzt bekannt wurde, wird der Stromer aus Rüsselsheim Ampera heißen. Der Name leitet sich ab vom französischen Physiker André Marie Ampere. Erstmals zu sehen sein wird das Elektroauto mit dem Blitz-Logo auf dem Autosalon in Genf (5. bis 15. März).
Ampera, das klingt ein bisschen nach einem Hygieneprodukt für Damen oder nach einem Fleckenlöser aus dem Drogeriemarkt. Die Benennung offenbart ein Problem der Branche: Gute Namen für Elektroautos sind zunehmend rar gesät.
So viele berühmte Elektrizitätspioniere gibt es eben nicht, und wenn andere Hersteller ihre Vehikel ebenfalls nach berühmten Forschern benennen wollen, müssen sie sich sputen. Denn nicht jeder Strom-Entdecker ist so markentauglich wie Graf Volta. Von Coulomb (Einheit für elektrische Ladung, benannt nach dem Franzosen Charles Augustin de Coulomb) hat wohl noch niemand gehört, der nicht im Physik-Leistungskurs war. Auch Michael Faraday, Namensgeber der Einheit für elektrische Kapazität (Farad), ist ein eher schwieriger Kandidat. Ein Automodell namens Audi Farad würde die höchste Kalauer-Alarmstufe auslösen.
Wer möchte BMW Ohm oder Porsche Edison fahren?
Aber mal ehrlich: Wäre Mercedes Watt besser? BMW Ohm? Volvo Galvani? Oder Porsche Edison? Darüber herrscht derzeit noch kein Konsens, und so experimentieren die Hersteller noch. Mitunter ist das Ergebnis wenig originell: Mini e kann ja wohl nicht die finale Namenslösung sein für einen kultigen Elektrokleinwagen. Und Smart ed klingt auch eher so, als seien die beiden Buchstaben gerade zufällig vorbeispaziert, als ein Name gesucht wurde.
Den bislang mutigsten Vorstoß wagte Mitsubishi. Das Elektroauto der japanischen Marke, das im kommenden Jahr bei den Händlern stehen soll, wird iMIEV heißen (für Mitsubishi intelligent electric vehicle). Ob das in Deutschland funktioniert? Gerade Elektroautos sollen doch vollkommen abgasfrei und damit geruchlos fahren.