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17.02.2011
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ADAC Vergleich

Nordlichter bekommen Führerschein billiger

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dapd

Fahranfänger bezahlen für ihren Führerschein oft mehr als für ihr erstes Auto. Dabei lässt sich bei sorgfältiger Auswahl der Fahrschule eine Menge Geld sparen. Selbst innerhalb einer Stadt variieren die Preise teils um mehrere hundert Euro. Aber auch Führerscheinferien im Norden können sich lohnen.

Die letzten Jahre vor dem 18. Geburtstag sind die härtesten. Nicht nur, dass man sich noch allerlei von den Eltern sagen lassen muss - es gilt auch, jeden Cent des knappen Taschengeld-Budgets zurückzulegen, um für den Führerschein zu sparen.

Vor diesem Hintergrund ist eine Marktstudie des ADAC besonders interessant. Danach sind die Preise, die die einzelnen Fahrschulen für die Ausbildung aufrufen, extrem unterschiedlich. Wer sich sorgfältig informiere, könne bis zu 760 Euro sparen, sagte ein Sprecher des Automobilclubs.

Die Tester hatten Führerscheinpreise von jeweils 30 Fahrschulen in 15 deutschen Großstädten sowie je 5 Ausbildungsstätten in 15 Kleinstädten verglichen. Testsieger ist Wittenberg in Sachsen-Anhalt, wo Fahrschüler im Schnitt nur 1371 Euro bezahlen müssen. Auf den Plätzen zwei und drei folgen, ebenfalls mit der Note "sehr günstig", Leipzig und Berlin. Schlusslicht ist Freising in Bayern, wo man stolze 2219 Euro berappen muss. Ebenfalls mit "sehr teuer" bewertet wurden das baden-württembergische Ravensburg sowie die bayerischen Städte München und Straubing. (Siehe Tabelle in der Bilderstrecke)

Wie extrem die Preise je nach Stadt und Region auseinanderklaffen können, zeigt der Vergleich zwischen Freising und Berlin. Während in Freising 2434 Euro in die Kasse einer Fahrschule fließen, kann man in Berlin mit weniger als der Hälfte auskommen: 1146 Euro war das günstigste Ergebnis im Test.

Kleinstädte teurer als Großstädte

Auch insgesamt erwies sich das Fahrschulangebot der Kleinstädte mit einem Durchschnittspreis von 1805 Euro als etwas teurer als das der Großstädte. Dort kostet ein Führerschein im Schnitt 1689 Euro. Zudem variieren die Preise in den Großstädten deutlich stärker. Mehr als ein Viertel der Kosten kann man hier durchschnittlich sparen, das größte Potential bot dabei Leipzig mit knapp 760 Euro. In Kleinstädten fallen die Unterschiede etwas geringer aus, in Homburg etwa lagen nur 50 Euro zwischen billigstem und teuerstem Anbieter.

Die großen Preisunterschiede lassen sich auch an einzelnen Leistungen festmachen. So schraubt sich die Grundgebühr von 20 Euro bei einer Berliner Fahrschule bis 307 Euro bei einer in Freising hoch. Eklatant auch die unterschiedlich hohen Anmeldegebühren zur praktischen Prüfung: Während in Bremen von 0 bis 125 Euro alles drin war, verlangte eine Fahrschule in München immerhin 200 Euro. (Siehe Tabelle)

Eine Erklärung für die größeren Preisunterschiede innerhalb der Großstädte dürfte die größere Spannweite der Lebensverhältnisse in den einzelnen Stadtteilen sein. Auch macht es die Vielzahl der Angebote schwer, sich eine genaue Marktübersicht zu verschaffen. In Kleinstädten dagegen fällt dies leichter. Die Fahrschulen haben daher weniger Möglichkeiten ihre Preise ohne Rücksicht auf die Konkurrenz festzulegen.

Die Qualität der Ausbildung spielte in der Untersuchung allerdings keine Rolle. Womöglich ist der eine oder andere Hunderter gut investiert, wenn man dafür von seinem Fahrlehrer besser auf die Widrigkeiten des Straßenverkehrslebens vorbereitet wird. Ein detaillierter Leistungstest steht hier noch aus.

mik

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insgesamt 33 Beiträge
1. Passt ins aktuelle Themenbild...
tl-hd 17.02.2011
Da fordere ich eine gesetzliche Quotenregelung für günstige Fahrschulen - in allen Teilen Deutschlands mindestens 50% billige Fahrschulen!
Zitat von sysopFahranfänger bezahlen für ihren Führerschein oft mehr als für ihr erstes Auto. Dabei lässt sich bei sorgfältiger Auswahl der Fahrschule eine Menge Geld sparen. Selbst innerhalb einer Stadt variieren die Preise teils um mehrere hundert Euro. Aber auch Führerscheinferien im Norden können sich lohnen. http://www.spiegel.de/auto/aktuell/0,1518,746118,00.html
Da fordere ich eine gesetzliche Quotenregelung für günstige Fahrschulen - in allen Teilen Deutschlands mindestens 50% billige Fahrschulen!
2. -
Mulharste 17.02.2011
das es da noch keine gesetzliche Regelung gibt :D Alllerdings verstehe ich nciht, wieso die Prüfungsaanmeldegebürhen bei dem Institutionen so exorbitant Teuer sind. 2200 € in der Spitze für einen Führerschein sit echt heftig. [...]
Zitat von tl-hdDa fordere ich eine gesetzliche Quotenregelung für günstige Fahrschulen - in allen Teilen Deutschlands mindestens 50% billige Fahrschulen!
das es da noch keine gesetzliche Regelung gibt :D Alllerdings verstehe ich nciht, wieso die Prüfungsaanmeldegebürhen bei dem Institutionen so exorbitant Teuer sind. 2200 € in der Spitze für einen Führerschein sit echt heftig. Selbst 1000€ sind Wahnsinn
3. .
AntiGravEinheit 17.02.2011
Ich habe für meinen Führerschein im Jahre 1987 rund 1700 DM(!) gelöhnt. In Bayern. Und da hatte ich noch nichtmal viele Fahrstunden dabei (ich glaub', 13 oder 14 inkl. der Pflichtstunden). Meine Herren, sind das [...]
Ich habe für meinen Führerschein im Jahre 1987 rund 1700 DM(!) gelöhnt. In Bayern. Und da hatte ich noch nichtmal viele Fahrstunden dabei (ich glaub', 13 oder 14 inkl. der Pflichtstunden). Meine Herren, sind das Preissteigerungen. Ich hoffe doch, daß "billige" Fahrschule nicht wirklich "billig" heißt, sondern "günstig". Hin und wieder treffe ich nämlich Fahrlehrer, denen selbstverständliche Verkehrsregeln nicht geläufig sind. Man überholt nicht im Kreisverkehr (einspurig), auch Radfahrer nicht. Und wenn nur einer im als "Fahrschule" gekennzeichneten Auto sitzt, muß es ja wohl der Fahrlehrer sein. Am besten waren mal die zwei Polizisten, die meinten, ich muß(!) auf dem linksseitig gelegenen Radweg fahren ... *hust* ... da ist sogar nur das kleine weiße Schild, daß man da mit dem Fahrrad fahren darf(!). Ich werde aber ganz sicher nicht im morgendlichen Berufsverkehr die Straße zweimal kreuzen, nur um auf einer auf die Grasnarbe hingeschütteten Teerdecke mit viel Split und Löchern dahinzurumpeln.
4. ADAC Vergleich: Fahrschulen im Süden doppelt so teuer wie im Norden
rbirch 17.02.2011
Eine Ferienfahrschule im Norden soll sich lohnen? Als Fahrlehrer im Ruhrpott kann ich dazu nur abraten!!! Man spart dort oben zwar um 300-500€, kommt dann aber mit Fahrpraxis auf dem platten Land ohne nennenswerten Verkehr in [...]
Eine Ferienfahrschule im Norden soll sich lohnen? Als Fahrlehrer im Ruhrpott kann ich dazu nur abraten!!! Man spart dort oben zwar um 300-500€, kommt dann aber mit Fahrpraxis auf dem platten Land ohne nennenswerten Verkehr in die Großstadt zurück und baut innerhalb kürzester Zeit einen Unfall, der nicht nur deutlich teurer werden kann, sondern vielleicht auch Menschen schädigt. Dabei möchte ich nicht Fahrlehrer solcher Ferienfahrschulen schlecht machen, aber die Komplexität von Ballungsräumen können sie nicht vermitteln.
5. Na dann...
Polar 17.02.2011
...gab´s das Süd-/Nord-Gefälle damals schon. Mein Lappen hat in NRW auf dem Dorf anno ´87 gerade 1.000 DM gekostet. Für 10 oder 11 Fahrstunden.
Zitat von AntiGravEinheitIch habe für meinen Führerschein im Jahre 1987 rund 1700 DM(!) gelöhnt. In Bayern. Und da hatte ich noch nichtmal viele Fahrstunden dabei (ich glaub', 13 oder 14 inkl. der Pflichtstunden). Meine Herren, sind das Preissteigerungen.
...gab´s das Süd-/Nord-Gefälle damals schon. Mein Lappen hat in NRW auf dem Dorf anno ´87 gerade 1.000 DM gekostet. Für 10 oder 11 Fahrstunden.

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