15.06.2011
Straßenverkehr
Regierung plant die Fahrstunde danach
Fahrstunde: Nachschulung soll schlechte Gewohnheiten korrigieren
Saarbrücken - Die Bundesregierung will den Verkehr auf Deutschlands Straßen sicherer machen. Ein erster Schritt war die Einführung des begleitete Fahren, bei dem Jugendliche ab 17 Jahren in Begleitung einer erfahrenen Person ein Pkw führen dürfen. Jetzt geht die Koalition noch weiter und verschärft die Regelung zum Erwerb des Führerscheins.
Wie die "Saarbrücker Zeitung" am Mittwoch berichtet, sollen Fahrschüler künftig drei Monate nach Erhalt des Führerscheins noch einmal eine oder zwei Fahrstunden mit einem Fahrlehrer nehmen. Die sogenannten Wiederholungsfahrten sollen demnach in ein neues Verkehrssicherheitsprogramm aufgenommen werden, das derzeit vom Bundesverkehrsministerium erarbeitet wird.
Die Idee stammt aus Österreich
Vorbild für die Regelung sei Österreich, wo Wiederholungsfahrten nach drei Monaten Pflicht seien, um falsche Angewohnheiten beim Autofahren zu beseitigen. "Österreich hat mit dem nachbereitenden Schulungskonzept seit 2003 gute Erfolge erzielt", erklärte CDU-Verkehrexperte Gero Storjohann die Pläne gegenüber der Zeitung. So gebe es dort unter den jüngeren Fahrern 30 Prozent weniger Unfälle.
FDP-Experte Oliver Luksic sagte dem Blatt, das Vorhaben müsse rasch in einem Bundesland getestet "und bei positiven Ergebnissen verpflichtend eingeführt werden, um die zu hohe Zahl von Verkehrstoten und Unfallopfern bei jungen Fahrern zu senken". Durch eine Straffung der Theorieausbildung und günstige Prämienmodelle der Versicherungen könne verhindert werden, dass der Führerschein dadurch teurer werde.
rom/AFP