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21.11.2011
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Neun-Monats-Bilanz

Zahl der Verkehrstoten steigt wieder an

Die Zahl der Verkehrstoten in Deutschland steigt erstmals seit 20 Jahren. Mit dem kurzen Winter und einem besonders schönen Frühling allein lässt sich die Entwicklung jedoch nicht erklären. Die Experten sind ratlos.

Wiesbaden - Auf Deutschlands Straßen sind von Januar bis September 2938 Menschen bei Unfällen ums Leben gekommen. Das waren 5,9 Prozent mehr als in den ersten drei Quartalen 2010, wie das Statistische Bundesamt in Wiesbaden am Montag berichtete. Damit setzte sich der Trend aus den Vormonaten fort, der stetige Rückgang seit fast 20 Jahren scheint gestoppt.

Eine Ursache für den Anstieg ist nach Einschätzung von Experten das Wetter - vor allem im warmen und trockenen Frühjahr waren mehr Menschen auf den Straßen unterwegs als im Vorjahr, und es wurde mehr Motorrad und Fahrrad gefahren. Allerdings stieg auch in den Monaten August und September die Zahl der tödlichen Unfälle. Dafür haben die Statistiker bisher keine Erklärung.

Trotz des Besorgnis erregenden Trends Die Zahl der Verkehrstoten in Deutschland ist nach Ansicht des Automobilclubs ADAC trotz des aktuellen Anstiegs niedrig. "Jeder Verkehrstote ist natürlich immer einer zu viel", sagte ADAC-Sprecher Andreas Hölzel am Montag in München. "Aber die Zahl ist trotzdem auf jeden Fall auf sehr niedrigem Niveau."

Warum von Januar bis September mehr Menschen auf deutschen Straßen ums Leben gekommen sind als 2010, kann auch Hölzel nicht erklären. Die Zahlen seien jahrelang rückläufig und vor allem 2010 sehr gering gewesen. Nun gingen die Zahlen wieder etwas nach oben. "Man muss dran bleiben und darf in den Anstrengungen nicht locker lassen, um zurück auf die Erfolgsspur zu kommen", forderte der ADAC-Experte.

2010 war der bisherige Tiefststand erreicht: Im ganzen Jahr starben auf den deutschen Straßen 3648 Menschen bei Verkehrsunfällen - so wenig wie noch nie seit Beginn der Statistik. Höchststand war 1970 mit 21.332 Unfalltoten. Seit 1991 hatte das Bundesamt einen kontinuierlichen Rückgang verzeichnet.

Nach vorläufigen Ergebnissen verunglückten in den ersten neun Monaten dieses Jahres insgesamt 295.200 Menschen, 4,2 Prozent mehr als im Vorjahreszeitraum. Bundesweit erfasste die Polizei rund 1,7 Millionen Unfälle, das waren etwas weniger als zuvor: Zwar passierten mehr Karambolagen mit Verletzten (plus 4,6 Prozent), dafür gab es weniger Unfälle mit ausschließlich Sachschaden (minus 2,3 Prozent).

Allein im September kamen 395 Menschen bei Verkehrsunfällen ums Leben: 5,3 Prozent mehr als im Vorjahresmonat. Im August war die Zahl der Verkehrstoten sogar um 27 Prozent auf 380 gestiegen.

mik/dpa

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