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24.02.2012
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Verkehrssicherheit

Erstmals seit 20 Jahren mehr Verkehrstote

DPA

Unfallstelle: Ein Holzkreuz an einer Straße bei Marburg

Ausflugswetter hat nicht nur Vorteile: In Deutschland sind 2011 erstmals seit zwei Jahrzehnten wieder mehr Menschen im Verkehr ums Leben gekommen. Der Anstieg war sogar stärker als erwartet. Offenbar hat das milde Klima vor allem zu heftigeren Karambolagen geführt, denn die Zahl der Unfälle sank.

Wiesbaden - Die Technik macht Neuwagen immer sichererer, trotzdem ist die Zahl der Verkehrstoten erstmals seit 20 Jahren wieder gestiegen. Auf deutschen Straßen kamen 2011 insgesamt 3991 Menschen ums Leben. Dabei sei der Anstieg um 9,4 Prozent verglichen mit dem Vorjahr sogar stärker ausgefallen als erwartet. Das teilte das Statistische Bundesamt in Wiesbaden am Freitag mit.

Das Niveau von 1991 wurde allerdings bei weitem nicht erreicht: Damals wurden noch 11.300 Menschen im Straßenverkehr getötet, seitdem waren die Zahlen stetig zurückgegangen. Die bislang höchste Zahl der Verkehrstoten wurde 1970 mit über 21.000 registriert.

Wesentlicher Grund für den starken Anstieg im vergangenen Jahr sei das schöne Wetter gewesen, berichtete das Statistische Bundesamt. Der über weite Teile milde Winter, der warme und trockene Frühling und ein schöner Herbst hätten dazu geführt, dass mehr und häufig auch schneller gefahren werde. Außerdem seien dann mehr ungeschützte Verkehrsteilnehmer wie Fußgänger und Zweiradfahrer unterwegs. Das habe häufiger zu schwereren Unfällen geführt.

Mehr Tote, weniger Unfälle

Etwa 391.500 Menschen wurden 2011 bei Verkehrsunfällen verletzt, das ist ein Anstieg gegenüber dem Vorjahr um 5,5 Prozent. Die Zahl der von der Polizei aufgenommenen Unfälle ging dagegen um 2,8 Prozent auf rund 2,3 Millionen zurück.

Drastisch stieg die Zahl der Verkehrstoten im Dezember: 364 Menschen starben auf den Straßen, mehr als doppelt so viele wie im Dezember 2010. Die Zahl der Verletzten erhöhte sich um knapp ein Drittel auf ungefähr 31.400. Auch dafür war das Wetter der Hauptgrund: Im Dezember 2010 hatte es einen starken Wintereinbruch gegeben mit der Folge, dass weniger und langsamer gefahren wurde.

Für Bundesverkehrsminister Peter Ramsauer hat die Sicherheit auf den Straßen ein wichtiges Thema. Ziel sei es, die schwächeren Verkehrsteilnehmer zu schützen, eine sichere Infrastruktur bereitzustellen und gute Rahmenbedingungen für intelligente Fahrzeugtechnik zu schaffen. Ramsauer kündigte Anfang Februar eine Reform der Verkehrssünderdatei an. Ab 2013 muss der Führerschein nicht mehr ab 18 Punkten abgegeben werden, sondern bereits ab 8 Punkten.

rom/dpa

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