13.05.2012
BMW 3er Touring
Das dicke Ende kommt
Eine neue Karosserievariante - normalerweise ist das keine Nachricht, die Autofans in Wallung bringt. Es gibt aber eine Ausnahme, und das ist der Kombi. Die Fahrzeuge mit dem dicken Ende, also mit extragroßen Laderaum und Heckklappe, sind vor allem bei deutschen Autokäufern beliebt wie sonst nirgends. Von der vorangegangenen BMW 3er-Reihe waren fast die Hälfte der hierzulande verkauften Modelle Kombis. Bei BMW heißt diese Pkw-Spezies aus Marketing-Gründen allerdings Touring.
Jetzt also veröffentlichen die Münchner Autobauer erste Bilder zum neuen 3er Touring. Bis zur B-Säule, also dem Pfosten hinter Fahrer- und Beifahrertür, gleicht das Auto der Limousine; dahinter werden die Linien eigenständig. Das hinterste Seitenfenster folgt dem markentypischen Hofmeister-Knick, die Dachlinie fällt geringfügig ab und ein Dachspoiler versucht, das in optische Dynamik zu übersetzen. Ansonsten herrscht gepflegte Langeweile.
Erst am Heck wird es wieder spannend. Die große Klappe beispielsweise kann mit "smart opener" bestellt werden. Das ist das von anderen Herstellern schon bekannte System, das den Zugang zum Gepäckraum berührungslos öffnet, sobald man mit dem Fuß einen Tritt unters Auto andeutet. Die Heckscheibe lässt sich separat öffnen, was praktisch ist, wenn man zum Beispiel ziemlich eingeparkt wurde, sich deswegen die Heckklappe nicht öffnen lässt, man aber trotzdem dringend etwas aus dem Kofferraum fischen muss. Und noch ein Gimmick hat BMW in der Aufpreisliste versteckt: eine Anhängerkupplung, die elektrisch hervor schwenkt.
Mehr Laderaum, aber kein ebener Ladeboden
Der Gepäckraum bietet nun 495 Liter Stauvolumen, was BMW als "Bestwert im Segment der Premium-Sportkombis" feiert. Umgerechnet in Alltagsnutzen bedeutet dies, dass sieben Getränkekisten eingeladen werden können - oder "drei Golfbags", wie es in der Pressemitteilung heißt; schließlich betreibt BMW Golfsponsoring in großem Stil. Es passen sogar noch mehr Schläger und Bälle hinten rein, wenn die dreiteilige Rücksitzlehne komplett umgeklappt wird. Dann entsteht ein Laderaum von 1500 Liter, wobei der Ladeboden allerdings nicht vollständig eben ist.
Ab 22. September wird die Kombivariante bei den Händlern stehen. Zunächst in drei Motorvarianten: einem Vierzylinder-Benziner mit 245 PS, einem Vierzylinder-Diesel mit 184 PS sowie einem Sechszylinder-Diesel mit 258 PS. Die Vierzylinder werden ab Werk mit einer Sechsgang-Schaltung ausgeliefert, das Sechszylinder-Aggregat mit einer Achtgang-Automatik. Noch werden die konkreten Preise nicht kommuniziert, doch man kann ziemlich sicher sein, dass die Kombivarianten etwa 2000 Euro teurer sein werden als die jeweilige Limousine.

