25.05.2012
Forderung nach öffentlicher Datenbank
Spritpreisvergleich in Echtzeit
Preistafel einer Tankstelle: Kartellamtspräsident Mundt fordert mehr Transparenz
Berlin - Andreas Mundt will den Autofahrern in Deutschland den Vergleich der Spritpreise einzelner Tankstellen erleichtern. Der vom Bundeswirtschaftsministerium vorgelegte Entwurf für ein Markttransparenzstellengesetz mache die Benzinpreise nur für die Wettbewerbshüter transparent, erklärte der Kartellamtspräsident. "Wir sollten deshalb einen Schritt weiter gehen und die Preisinformationen auch der Öffentlichkeit in sinnvoller Weise zur Verfügung stellen", sagte er in einem Interview in der "Welt".
Wenn die Konzerne Preisänderungen in Echtzeit an eine Datenbank meldeten, könnten dann für jede Region die günstigsten Anbieter errechnet werden. "Mit einer entsprechenden Regelung könnte man jedenfalls erreichen, dass der Autofahrer auf dem Navigationsgerät, dem Handy oder auch dem Computer angezeigt bekommt, welche Tankstellen die besten Preise haben."
Technisch wäre ein solcher Dienst möglich - das vom Bundeswirtschaftsministerium geplante Gesetz müsste jedoch entsprechend umgestaltet werden. Derzeit ist vorgesehen, dass die 14.700 Tankstellen in Deutschland an eine zentrale Meldestelle Auskunft über ihre Geschäfte geben. Die sogenannte Markttransparenzstelle soll beim Bundeskartellamt angesiedelt werden.
Die Tankstellen sollen unter anderem angeben, wann und in welchem Umfang sie die Preise an den Zapfsäulen erhöhen oder senken. Außerdem müssen sie melden, welche Mengen an Treibstoffen sie wo und wie teuer eingekauft haben. Die Regierung will die Mineralölkonzerne dadurch unter strengere Aufsicht stellen, um stabilere Benzinpreise zu erreichen.
cst/dpa/dapd