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09.06.2012
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Induktives Ladesystem für E-Busse

Kraft ohne Kabel

Induktives Ladesystem für E-Busse: Stromtanken an der Haltestelle
Fotos
Conductix Wampfler

Laden ohne Ladekabel, sozusagen durch die Luft - hört sich erst mal nach Science-Fiction an. Aber was bei elektrischen Zahnbürsten klappt, soll nun auch die innerstädtische Mobilität revolutionieren. Ein erfolgreicher Langzeitversuch gibt Hoffnung, dass es klappen könnte.

Es ist nur ein kleines Jubiläum, doch es ist eigentlich revolutionär mit Blick auf eine umweltfreundliche, innerstädtische Mobilität. Bereits seit zehn Jahren fahren in den italienischen Städten Turin und Genua insgesamt 30 Elektrobusse, die besonders leistungsfähig und effizient sind, weil ihre Blei-Gel-Batterien zwischendurch immer mal wieder aufgeladen werden. Das geschieht ganz ohne Kabel und auch sonst berührungslos: nämlich über induktives Laden. Bei dem Vorgang wird der Strom von einer Primärspule in der Fahrbahndecke der Haltestelle in eine Abnehmerspule im Fahrzeugboden des Busses übertragen.

Entwickelt und installiert hat diese Technik die deutsche Firma Conductix-Wampfler aus Weil am Rhein. IPT heißt das Verfahren, die Abkürzung steht für "Inductive Power Transfer". Durch das kurze, regelmäßige Laden bleibt die Batterie der Busse länger leistungsfähig. Und: Insgesamt kann der Akku dadurch kleiner, leichter und deshalb auch billiger sein. Zudem wird nach Angaben des Herstellers die Zellchemie der Batterie nicht so stark beansprucht, die häufigen Kurzladungen verlängern also auch noch die Lebensdauer des Stromspeichers.

200 Kilometer abgasfrei

Komplett vollgeladen werden die Akkus der Busse über Nacht. Danach fahren die von je einem 162 PS starken Elektromotor bewegten Wagen - deren Akkus wie beschrieben an einigen Haltestellen während des Aus- und Einsteigens der Fahrgäste immer wieder kurz geladen werden - rund 200 Kilometer weit völlig abgasfrei durch die Stadt.

Die derzeit noch höheren Anschaffungskosten der Elektrobusse gegenüber Fahrzeugen mit Dieselmotor würden sich nach spätestens vier Jahren amortisieren, heißt es in einer Studie aus den USA, wo in Los Angeles und Chattanooga jetzt ähnliche Elektrobus-Projekte mit Induktionsladung gestartet wurden.

Der Elektrobus gilt als verheißungsvolles Nahverkehrsfahrzeug der Zukunft, vor allem aufgrund der hervorragenden Energiebilanz und seiner Eigenschaft als Null-Emissions-Fahrzeug. Und ein einfaches und effizientes Schnellladesystem funktioniert inzwischen auch zuverlässig, wie die Beispiele aus Turin und Genua zeigen.

jüp

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insgesamt 72 Beiträge
1.
Flari 09.06.2012
---Zitat--- Die derzeit noch höheren Anschaffungskosten der Elektrobusse gegenüber Fahrzeugen mit Dieselmotor würden sich nach spätestens vier Jahren amortisieren, heißt es in einer Studie aus den USA, wo in Los Angeles und [...]
---Zitat--- Die derzeit noch höheren Anschaffungskosten der Elektrobusse gegenüber Fahrzeugen mit Dieselmotor würden sich nach spätestens vier Jahren amortisieren, heißt es in einer Studie aus den USA, wo in Los Angeles und Chattanooga jetzt ähnliche Elektrobus-Projekte mit Induktionsladung gestartet wurden. ---Zitatende--- So eine Studie nützt nicht viel, wenn die Energiepreise nicht beziffert werden. In den USA entfällt eine Spritbesteuerung fast kpl. Italien hat dagegen die zweithöchste Dieselsteuer der EU, was dort über 50% des Dieselpreises ausmacht. Danach müsste sich der E-Bus in Italien ja schon in der halben Zeit amortisieren, falls dort nicht auch der Strom entsprechend teurer ist.
2. Kostenvergleich
PhysikerTeilchen 09.06.2012
Irgendwie habe ich den Eindruck, der Kostenvergleich zwischen Diesel und Elektro beruecksichtigt nicht die Kosten fuer den Bau der Induktionsschleifen (plus Stromanschluss, der ja nun auch nicht unbedingt Standard an [...]
Irgendwie habe ich den Eindruck, der Kostenvergleich zwischen Diesel und Elektro beruecksichtigt nicht die Kosten fuer den Bau der Induktionsschleifen (plus Stromanschluss, der ja nun auch nicht unbedingt Standard an Bushaltestellen ist).
3.
Oberleerer 09.06.2012
Die Frage ist natürlich, wie hoch sind die Übertragungsverluste und wie hoch ist die Leistung, die gefahrlos übertragen werden kann. Ich glaube eine klassische Oberleitung (allerdings nur 50m vo bis 50m hinter die Haltestelle) [...]
Die Frage ist natürlich, wie hoch sind die Übertragungsverluste und wie hoch ist die Leistung, die gefahrlos übertragen werden kann. Ich glaube eine klassische Oberleitung (allerdings nur 50m vo bis 50m hinter die Haltestelle) kann in diesen Fällen zusätzlich die Bremsleistung und den Anfahrstrom kompensieren und den Akku noch besser schonen.
4. Ja, wie?
Gerdd 09.06.2012
Also, wenn das bei elektrischen Zahnbürsten so schön klappt, warum kann man das dann nicht auch in Herzschrittmacher einbauen - ich kenne da Leute, die alle paar Jahre eine manchmal traumatische OP erdulden müssen, "weil [...]
Zitat von sysop... was bei elektrischen Zahnbürsten klappt ...
Also, wenn das bei elektrischen Zahnbürsten so schön klappt, warum kann man das dann nicht auch in Herzschrittmacher einbauen - ich kenne da Leute, die alle paar Jahre eine manchmal traumatische OP erdulden müssen, "weil die Batterie leer ist und somit das Gerät ausgewechselt werden muß." Oder wäre so ein Ladezyklus im Vergleich zu billig? (Wenn man das Gerät durch ein fortschrittlicheres ersetzen muß, okay. Aber das ganze Trauma und Risiko nur wegen der Stromversorgung?)
5.
Jule25 09.06.2012
Bei den Kosten wird übersehen, dass der Staat den Strom für Elektrofahrzeuge besteuern wird und es über kurz oder lang kaum einen nennenswerten preislichen Vorteil gegenüber Diesel und Benzin geben wird. Oder glaubt jemand der [...]
Bei den Kosten wird übersehen, dass der Staat den Strom für Elektrofahrzeuge besteuern wird und es über kurz oder lang kaum einen nennenswerten preislichen Vorteil gegenüber Diesel und Benzin geben wird. Oder glaubt jemand der Staat wird den Wegfall der Benzinsteuer nicht irgendwie kompensieren wollen? ;-)

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