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18.07.2012
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Alkoholtests in Frankreich

Umstrittener Verkaufsschlager

Alkoholtestgerät für Autofahrer: "Krebserregende Substanzen"
AFP

Alkoholtestgerät für Autofahrer: "Krebserregende Substanzen"

Ein neues Gesetz sorgt in Frankreich für Wirbel: Seit kurzem muss dort jedes Auto mit einem Gerät für Alkoholtests ausgerüstet sein. Über die Pusteröhrchen herrscht nun Empörung. Allerdings von eher unerwarteter Seite.

In Frankreich, dem Land des guten Weins, gelten für Weintrinker seit dem 1. Juli 2012 strenge Sitten. Zumindest, was Alkohol am Steuer betrifft. Seit Mitte des Jahres müssen Auto- und Motorradfahrer laut Gesetz immer ein Gerät für Alkoholtests mit sich führen.

Die Initiative hat einen guten Grund: Alkohol ist die Ursache von fast einem Drittel aller tödlichen Autounfälle in Frankreich. In Deutschland ist es nur jeder zehnte. Das griffbereite Pusteröhrchen soll den Franzosen die Selbstkontrolle erleichtern und sie dazu animieren, nach dem Genuss von Wein, Bier oder Likör die eigene Fahrtüchtigkeit zu überprüfen.

Ob die Maßnahme für sichere Straßen sorgt, wird sich erst noch herausstellen müssen. Und ob sie ein durchschlagender Erfolg wird, scheint aktuell auch eher fraglich: Umweltschützer warnen nämlich vor den Geräten, mit denen die Kontrollen umgesetzt werden sollen.

"Die Schnelltests enthalten Kaliumdichromat, eine Substanz, die als krebserregend eingestuft und sehr giftig für im Wasser lebende Organismen ist", sagte der Präsident der französischen Sektion der Umweltschutzorganisation Robin Wood, Jacky Bonnemains. 80 Millionen dieser Alkoholtests könnten pro Jahr in Frankreich als Abfall anfallen, schätzt Robin Wood. Und stellt die Frage, wie die sichere Entsorgung dieser Abfälle geregelt werde.

Lieferschwierigkeiten wegen hoher Nachfrage

Kurz nach Inkrafttreten des Gesetzes, das auch für Autofahrer aus dem Ausland verbindlich ist, waren die rund 1,50 Euro teuren sogenannten Ethylotests in Frankreich ausverkauft. Die Regale in Supermärkten, Tankstellen und Apotheken, wo die Einmaltests ausliegen, waren vielerorts leergeräumt. Mehrere Medien berichteten, dass Lieferanten von der Nachfrage völlig überfordert seien.

Die französischen Behörden mahnten bereits an, die Alkoholtests von Kindern fernzuhalten. Die kleinen Geräte sollten besser im Kofferraum statt im Handschuhfach verstaut werden.

Nach dem Hinweis von Robin Wood hat sich nun das Umweltministerium der Sache angenommen. Die Behörde prüft, ob die Tests als Sonderabfall abgegeben werden müssen. Das würde allerdings zu einem weiteren Problem führen: Denn das Entsorgungssystem für gesundheitsgefährdende Haushaltsabfälle befindet sich in Frankreich noch im Aufbau. Die Grande Nation weiß noch nicht, wie Lösemittel, Farben und jetzt eben auch die Alkoholtests richtig vernichtet werden sollen.

cst/afp

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insgesamt 46 Beiträge
1. optional
Reg Schuh 18.07.2012
Und die verwenden wirklich noch Chromat-basierte Röhrchen? Die Dinger, die fies zu entsorgen sind und auch auf Apfelsaft im Atem ansprechen? Ich hätte ja erwartet, daß ein elektronisches Gerät im gewünschten Rahmen, also auf der [...]
Und die verwenden wirklich noch Chromat-basierte Röhrchen? Die Dinger, die fies zu entsorgen sind und auch auf Apfelsaft im Atem ansprechen? Ich hätte ja erwartet, daß ein elektronisches Gerät im gewünschten Rahmen, also auf der Straße als Selbsttest, zuverlässiger und vor allem billiger (und natürlich auch umwelttechnisch sinnvoller) seien.
2. Blinder AKtionismus
bluemetal 18.07.2012
Was für ein Unsinn.... Mal ganz davon abgesehen dass diese Billigheimer-Tests sowieso sehr ungenau sind muss man zudem wohl immer zwei im Fahrzeug haben, nach "erfolgreichem" Test und Fahrtantritt verfügt man ja sonst [...]
Was für ein Unsinn.... Mal ganz davon abgesehen dass diese Billigheimer-Tests sowieso sehr ungenau sind muss man zudem wohl immer zwei im Fahrzeug haben, nach "erfolgreichem" Test und Fahrtantritt verfügt man ja sonst über keinen Test mehr. Dieser giftige Blödsinn hätte jedoch leider auch einem Deutschen Verkehrsminsiter einfallen können.
3. Alkoholtest in Frankreich
rolandjulius 18.07.2012
Die viel zu vielen Verkehrstoten werden bestimmt noch sehr viel mehr Lehrgeld abverlangen. Auch bei uns!
Die viel zu vielen Verkehrstoten werden bestimmt noch sehr viel mehr Lehrgeld abverlangen. Auch bei uns!
4. ...
Wolffpack 18.07.2012
*lach* Robin Wood sollte das wohl heißen.
Zitat von sysopNach dem Hinweis von Robin Hood hat sich nun das Umweltministerium der Sache angenommen.
*lach* Robin Wood sollte das wohl heißen.
5. das bringts
McPomNormalo 18.07.2012
Es gilt die alte Erkenntnis: Mehr als 2 Drittel der tödlichen Unfälle werden von nüchternen Langweilern verursacht. In Deutschland ist es sogar noch schlimmer. Also wäre doch ein Flachmann (mind. 37,5 promill Alc.) die bessere [...]
Es gilt die alte Erkenntnis: Mehr als 2 Drittel der tödlichen Unfälle werden von nüchternen Langweilern verursacht. In Deutschland ist es sogar noch schlimmer. Also wäre doch ein Flachmann (mind. 37,5 promill Alc.) die bessere Initiative, oder? Vielleicht bewirkt ja schon die bloße Anwesenheit von Flachmann und Alkoholtest eine Verringerung der tödlichen Unfälle von 100%! Aber so sind sie halt, die Franzosen, nicht mal halbe Sachen...

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