27.07.2012
BMW Art Cars in London
Farbexplosion im Betonbunker
Parkhäuser sind betongraue Mahnmale der Massenmobilität und in etwa so farbenfroh wie ein Straßenbelag. In London gibt es derzeit aber eine Ausnahme: den NCP Car Park an der Great Eastern Street im Stadtteil Shoreditch. Bis 4. August sind dort 16 der seit 1975 entstandenen Art Cars des Autobauers BMW abgestellt.
Die Sammlung ist allerdings nicht ganz vollständig, es fehlt die Arbeit von Olafur Eliasson. Der Däne hat einst ein Wasserstoff-Rennauto unter einem Gittergeflecht aus Eis verborgen. Um diese Skulptur zu reproduzieren, wären Temperaturen unter null Grad nötig - so frostig ist es im Sommer nicht einmal in einem Londoner Parkhaus.
Stattdessen blüht dieser Ort durch die phantasievollen Art Cars geradezu auf. "Ich habe versucht, Geschwindigkeit bildlich darzustellen. Wenn ein Auto wirklich schnell fährt, verschwimmen alle Linien und Farben", sagte zum Beispiel Andy Warhol über seine Kreation eines BMW M1, die 1977 entstand. Auch die von Alexander Calder, César Manrique, A.R. Penck, Sandro Chia, David Hockney oder Jeff Koons bemalten Karosserien bersten schier vor der Kraft ihrer Farbigkeit.
Die außergewöhnliche Autokollektion entstand, als der französische Rennfahrer und Kunstauktionator Hervé Poulain seinen Freund Alexander Calder bat, einen Rennwagen zu gestalten. Mit diesem BMW 3.0 CSL bestritt Poulain 1975 das 24-Stunden-Rennen von Le Mans - und legte zugleich den Grundstein für eine inzwischen recht stattliche Schlange von Kunstautos. Der Wert der gesamten Sammlung, die jetzt erstmals komplett in Großbritannien zu sehen ist, dürfte einen dreistelligen Millionenbetrag ausmachen.
jüp

