26.07.2012
Tankbetrug
Mehr Zechpreller an den Zapfsäulen
Betrug an der Tankstelle: Weniger als die Hälfte der Fälle werden geklärt
Wiesbaden - Auftanken und abhauen: Nach diesem Prinzip machen sich immer mehr Autofahrer an Tankstellen aus dem Staub, ohne für den Sprit gezahlt zu haben. 2011 häuften sich die Fälle von Tankbetrug um neun Prozent im Vergleich zum Vorjahr. Das geht aus einer Statistik des Bundeskriminalamts hervor. Die Behörde bestätigte damit einen Bericht des Onlineportals auto.de. Wie auf dem Portal angemerkt wird, waren im gleichen Zeitraum die Preise für Benzin um zehn Prozent und für Diesel um 16 Prozent gestiegen.
In urbanen Regionen ist die Zahl der Spritklau-Fälle laut auto.de um 44 Prozent höher als auf dem Land. In der Statistik des BKA gilt Köln bei den Städten mit mehr als 200.000 Einwohnern als Hochburg der Tankbetrüger. Auf 100.000 Bürger kommen hier 244 Fälle. Dahinter folgt Wiesbaden mit 190 Fällen pro 100.000 Einwohner. Platz drei teilen sich Berlin und Gelsenkirchen (180 Fälle), vor Hamburg (158). Am wenigsten betrogen wird in Bielefeld (64), München (66), Karlsruhe (67) und Stuttgart (69).
Im Süden ist die Welt noch in Ordnung
Unter den Bundesländern gibt es die meisten Tankbetrüger - auf die Einwohnerzahl gerechnet - in den Stadtstaaten Berlin und Hamburg. Am ehrlichsten sind die Bayern und Baden-Württemberger. Relativ gering fallen die Tankbetrügereien auch in Thüringen und Niedersachsen aus.
Wer in Köln umsonst tankt, hat auch die besten Chancen, nicht erwischt zu werden. Nur in 21 Prozent der Fälle wurden dort im vergangenen Jahr die Täter ermittelt. Bundesweit lag die Aufklärungsquote bei 43 Prozent. Den Gesamtschaden bezifferte das BKA für 2011 auf 5,75 Millionen Euro.
cst/dpa
