06.08.2012
Vernetzte Autos
Testbetrieb für die Mobilität der Zukunft
Frankfurt/Stuttgart - Künftig soll Autofahren noch sicherer, komfortabler und effizienter werden. Dazu sollen die Fahrzeuge untereinander kommunizieren. Seit Montag wird die Technik im Alltag erprobt. Die Autos tauschen über Mobilfunk Informationen über Gefahren aus und erhalten Hinweise zu Verkehrslage, Wettereinflüssen oder Fahrtroute, teilte die Technische Universität München mit. Der Feldversuch zwischen Frankfurt und Friedberg ist innerhalb des 69 Millionen Euro teuren Projekts "Sichere Intelligente Mobilität - Testfeld Deutschland" (SimTD) auf sechs Monate ausgelegt.
Die am Projekt beteiligten Wissenschaftler sprechen von einem der bisher weltweit größten Flottenversuche im laufenden Verkehr. Die Wagen seien auf Autobahnen, Landstraßen und im Frankfurter Stadtgebiet unterwegs. Pro Woche sollen sie insgesamt 60.000 Kilometer zurücklegen, erklärte ein Projektsprecher. Die Wahl der Testregion kommt nicht von ungefähr, schließlich gilt Frankfurt als Pendlerhauptstadt der Republik, zudem liegt die hessische Metropole im Schnittpunkt wichtiger europäischer Straßenverbindungen. Die Autobahnen müssen hier ein extrem hohes Verkehrsaufkommen bewältigen.
Das System nutzt nach Angaben der Organisatoren eine Funktechnik, die auf dem W-Lan-Standard (drahtloses Internet) aufbaut. Entlang der Straßen haben die Wissenschaftler dafür eigens Empfänger installiert, die sich mit dem jeweiligen System im Auto verbinden können. Informationen werden von einem Fahrzeug zum anderen sowie in eine Zentrale gesendet. Auch die Mobilfunktechnologien UMTS und GPRS werden eingesetzt.
Sicherer, sauberer und schneller
Die Technik soll den Fahrer etwa vor Gefahren wie einem stark bremsenden Vordermann warnen und die richtige Geschwindigkeit für eine sogenannte grüne Welle anzeigen. Ein weiteres Ziel sei, durch günstige Routen und das Vermeiden von Staus den Schadstoffausstoß zu senken, sagte Professor Fritz Busch von der TU München. "Wir untersuchen, wie die Autofahrer diese Technik im Alltag annehmen." Die Fahrdaten der vernetzten Fahrzeuge sollen anonymisiert in die übergeordnete Verkehrsplanung einfließen.
"Mit dem Projekt werden die politischen, wirtschaftlichen und technologischen Rahmenbedingungen für eine erfolgreiche Einführung der Fahrzeug-Fahrzeug- und Fahrzeug-Infrastruktur-Vernetzung (Car-to-Car, Car-to-X) vorbereitet", erklärte SimTD-Projektleiter Christian Weiß laut einer Mitteilung des Verbands der Automobilindustrie (VDA).
Koordiniert wird das Projekt von der Daimler AG. Beteiligt sind außerdem die Autobauer Opel, Audi, BMW, Ford und Volkswagen sowie die Zulieferer Bosch und Continental, die Telekom, mehrere Forschungseinrichtungen und die Straßenbehörden in Hessen und der Stadt Frankfurt. Gefördert wird das Projekt unter anderem vom Bund, dem Land Hessen und dem Verband der Automobilindustrie. Der Bund bringt allein 40 Millionen Euro Förderung auf.
rom/dpa-AFX

