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17.11.2012
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Autogramm Jaguar XF Sportbrake

Lord Laderaum

Von
Jaguar

Wer als Autohersteller in der gehobenen Mittelklasse etwas werden will, braucht ein Kombimodell. Also präsentiert Jaguar den XF Sportbrake. Der kann mit den Lademeistern von BMW und Co. problemlos mithalten - und schlägt sie in einer Disziplin sogar um Längen.

Der erste Eindruck: Wow, der sieht richtig gut aus. Seit vier Jahren gibt es die Limousine, jetzt erst folgt die Kombivariante, mit fließenden Karosserielinien und einem rundum gelungenen Heck. Der Wagen sieht kein bisschen nach nachgerüsteter Flickschusterei aus, sondern ist ein Beleg für die These, dass Kombivarianten oft stimmiger daher kommen als die entsprechenden Limousinen.

Das sagt der Hersteller: Mit dem Kombi will Jaguar endlich aus der Nische fahren und präsenter werden auf deutschen Straßen. "Erst mit dem Sportbrake können wir gegen den Audi A6 oder den BMW 5er etwas ausrichten", sagt Jaguar-Markenchef Axel Ecke. Immerhin liegt der Kombianteil in der gehobenen Mittelklasse hierzulande bei mehr als 70 Prozent. Was den XF von den Lademeistern der Konkurrenz unterscheiden soll, sind laut Ecke "Stil und Seele".

Das ist uns aufgefallen: Der Sportbrake ist nicht nur ein Poser, sondern tatsächlich ein Praktiker. Hinter der elektrisch öffnenden Ladeluke wartet ein Gepäckraum von stattlichem Format. Bei aufrecht stehender Rückbank fasst das Abteil 550 Liter. Wem das nicht reicht, der lässt mit einem Finger die beiden Hälften der Rücksitzlehnen nach vorn klappen und erhält so 1675 Liter Stauraum. Die Ladekante ist zudem niedrig, der Kofferraumboden vollkommen eben. In Sachen Stauraum liegt der XF genau zwischen dem der Kombivarianten von Audi A6 und BMW 5er.

Was beim Fahren auffällt, ist - nichts. Das Mehrgewicht auf der Hinterachse ist nicht spürbar, den Einfluss der Ladung kompensiert eine Luftfederung mit Niveauausgleich. So fährt der Sportbrake genauso flott und ausgewogen über die Landstraße wie die Limousine. Die Übersicht ist sogar besser geworden - das Auto beim Blick nach hinten viel besser einzuschätzen.

Im Vergleich zu den Vielfahrer-Kombis aus Ingolstadt, München oder Stuttgart ist der Jaguar das etwas sportlichere Auto, in dem man sich am Steuer irgendwie gleich so fühlt, als wäre man mittendrin und nicht nur dabei. Auch das Ambiente ist anders: Lack und Leder eines muffigen, englischen Herrenclubs haben die Briten längst abgelegt. Stattdessen setzen sie auf "Cool Britannia". Wo BMW mit der nüchternen, klaren Eleganz einer Braun-Stereoanlage spielt und Audi gerne im Luxus schwelgt, gibt es bei Jaguar kühle Alukonsolen und eine eisblaue Beleuchtung bis ins Gepäckabteil.

Der größte Vorteil der Briten ist aber ihre Exklusivität: Audi Avant, BMW Touring und das E-Klasse T-Modell von Mercedes sieht man an jeder Straßenecke dreimal, der Sportbrake ist (noch) ein relativ seltenes Auto und damit die erste Wahl für Individualisten.

Das muss man wissen: Der Sportbrake kommt ab Ende November zu den deutschen Händlern und kostet mindestens 48.550 Euro. Damit ist er knapp 2700 Euro teurer als die Limousine. Es gibt ihn mit einem völlig ausreichenden Vierzylinder-Dieselmotor, der aus 2,2 Litern Hubraum 200 PS und beachtliche 450 Nm Drehmoment schöpft.

Die Höchstgeschwindigkeit liegt bei 214 km/h und fürs Überholen benötigt man mit diesem Auto ein bisschen Anlauf. Dafür ist die Dieselvariante mit der samten arbeitenden Achtgang-Automatik als genügsamer Kilometerfresser die beste Wahl, zumal das Auto im Normzyklus mit 5,1 Liter je 100 Kilometer zufrieden ist.

Für eiligere Kunden gibt es einen drei Liter großen V6-Diesel mit wahlweise 240 oder 275 PS, mit dem dann auch 250 Sachen möglich sind. Dann allerdings steigt der Normverbrauch auf 6,2 Liter und der Grundpreis klettert für das stärkste Modell auf 56.550 Euro. Vorerst nicht verfügbar sind die Benzinmotoren und auch der neu entwickelte Allradantrieb wird, wenn überhaupt, erst später im XF Sportbrake erhältlich sein.

Zur teilweise aufpreispflichtigen Ausstattung des Sportbrake gehören neben Dachreling, Luftfederung mit Niveauregulierung sowie der elektrischen Heckklappe mehr als 70 Accessoires, von denen rund ein Viertel eigens für den Kombi gestaltet wurden. Sie reichen von einem Laderaumsystem aus Schienen und Stangen zur Fixierung von Gepäckstücken bis hin zu einer abnehmbaren Anhängerkupplung. Um die maximal mögliche Anhängelast von knapp zwei Tonnen zu demonstrieren, hat Jaguar eigens für den Kombi ein passendes Speedboat entworfen, das vorerst aber nur eine Studie bleibt.

Das werden wir nicht vergessen: Dass der Sportbrake nicht nur ein Auto für Lademeister ist, sondern auch die Hinterbänkler vom neuen Heck profitieren. Weil das Dach deutlich verlängert wurde, hat man jetzt im Fond fast fünf Zentimeter mehr Kopffreiheit und kann es deshalb auch als groß gewachsener Mensch bequem auf der Rückbank aushalten.

Forum

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insgesamt 59 Beiträge
1. Irgendwie zusammengeschustert
tmo123 17.11.2012
Auf den ersten Blick frage ich mich, wer braucht das Auto. Verkleinerter Grill wie von Audi gezippt. Ein bisschen SAAB. Der Innenraum lässt Langeweile aufkommen. Irgendwie keine Linie überhaupt. Chrom oder doch nicht Holz, [...]
Auf den ersten Blick frage ich mich, wer braucht das Auto. Verkleinerter Grill wie von Audi gezippt. Ein bisschen SAAB. Der Innenraum lässt Langeweile aufkommen. Irgendwie keine Linie überhaupt. Chrom oder doch nicht Holz, Leder ja, man weiss nicht. Sind so erste Gedanken. Weil er aber so total angepasst daher kommt, könnte er durchaus Erfolg haben. So wie eine PowerPoint-Präsentation mit Mutationen, die jeder schon irgendwie, eigentlich immer schon gesehen hat.
2.
renee gelduin 17.11.2012
Bin den XF (140Kw, allerdings nicht sportbrake) eine Woche lang gefahren. Finde der liegt sehr gut, auch wenn man etwas sportlich in die Kurve geht. Was mich etwas genervt hat war das Navi. Touchscreen ganz gut, aber reagiert [...]
Bin den XF (140Kw, allerdings nicht sportbrake) eine Woche lang gefahren. Finde der liegt sehr gut, auch wenn man etwas sportlich in die Kurve geht. Was mich etwas genervt hat war das Navi. Touchscreen ganz gut, aber reagiert wirklich langsam und ist unübersichtlich. Interieur wie schon der Vorposter angemerkt hat sehr different. Leder und Einstieg top, aber diese Holz/Karbon-imitationen aus Plastik ist verzichtbar. Anzeigen könnten auch irgendwie mehr Dynamik haben. Wird wohl des Preises wegen ein Eingeständnis sein....
3. Kein Jaguar...
dunham 17.11.2012
...könnte auch von Mazda sein. Die haben die falschen Designer entlassen. Dh
...könnte auch von Mazda sein. Die haben die falschen Designer entlassen. Dh
4. gelungener
truereader 17.11.2012
gelungener Wagen- ein bisschen Mainstream, aber nicht zu langweilig, wie andere. Hat nicht geschadet, das Jaguar nicht mehr zu Ford gehört sondern Tata.
gelungener Wagen- ein bisschen Mainstream, aber nicht zu langweilig, wie andere. Hat nicht geschadet, das Jaguar nicht mehr zu Ford gehört sondern Tata.
5. Deutschland
blut-graetsche 17.11.2012
Ist halt kein Land für Auto Individualisten. Somit wird dieser äußerst gelungene Jaguar leider auch ein nischendasein fristen. Auch finde ich das interieur sehr gelungen. Doch man darf leider nicht vergessen das die sog. [...]
Ist halt kein Land für Auto Individualisten. Somit wird dieser äußerst gelungene Jaguar leider auch ein nischendasein fristen. Auch finde ich das interieur sehr gelungen. Doch man darf leider nicht vergessen das die sog. "obere mittelklasse" in Deutschland von Vertreterautos bestimmt wird. Langweiliger VAG Einheitsbrei.. Wirklich schade für Jaguar das sie bei den hinterher geworfenen Leasingraten nicht mithalten können.. Ich jedenfalls, einer der wenigen der sich ein Auto kauft, werde mir diesen Wagen genauer ansehen.

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Fahrzeugschein

Hersteller: Jaguar
Typ: XF Sportbrake
Karosserie: Kombi
Motor: Vierzylinder-Diesel
Getriebe: Achtgang-Automatik
Antrieb: Heck
Hubraum: 2.179 ccm
Leistung: 200 PS (147 kW)
Drehmoment: 450 Nm
Von 0 auf 100: 8,8 s
Höchstgeschw.: 214 km/h
Verbrauch (ECE): 5,1 Liter
CO2-Ausstoß: 135 g/km
Kofferraum: 550 Liter
umgebaut: 1.675 Liter
Preis: 48.550 EUR

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