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23.11.2012
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Mehr Transparenz

Bundesrat beschließt Benzinpreis-Meldestelle

Getty Images

Mehr Durchblick: Künftig müssen Tankstellenbetreiber Preisveränderungen melden

Die Autofahrer in Deutschland können sich künftig in Echtzeit über die günstigsten Tankstellen in ihrer Nähe informieren. Der Bundesrat machte am Freitag den Weg frei für die Einrichtung einer Markttransparenzstelle. Beim Bundeskartellamt müssen ab 2013 alle Preisveränderungen gemeldet werden.

Berlin - Autofahrer sollen künftig vor der Fahrt zur Tankstelle Spritpreise verlässlich vergleichen können. Dazu soll beim Bundeskartellamt eine sogenannte Markttransparenzstelle geschaffen werden, an welche die 14.000 Tankstellen im Land Preise und Preisänderungen melden müssen. Nach dem Bundestag billigte am Freitag auch der Bundesrat in Berlin ein entsprechendes Gesetz. Ziel ist es, den Wettbewerb unter den Ölkonzernen zu beleben.

Tankstellen sollen ab kommendem Jahr in Echtzeit Preise und Preisänderungen an das Bundeskartellamt übermitteln. Dort werden diese Informationen in einer Datenbank erfasst. Neben mehr Wettbewerb soll dies auch dafür sorgen, dass die Wettbewerbshüter etwaige unzulässige Preisstrategien der Mineralölkonzerne aufdecken können. Der genaue Start der Transparenzstelle ist allerdings noch offen.

Künftig werden Spritpreis-Vergleichsportale im Internet, Programme für Smartphones oder auch Navigationsgeräte auf die Daten zugreifen können. Die Preisdaten kommen damit nicht direkt vom Bundeskartellamt zu den Verbrauchern, sondern über private Verbraucherinformationsdienste, welche Preisvergleichsseiten oder Smartphone-Apps anbieten. Diese rufen die Daten der Markttransparenzstelle ab. Dann können sich Endverbraucher am Computer zu Hause oder per Handy über die Spritpreise an Tankstellen in ihrer Nähe informieren.

Wird Sprit mit der Markttransparenzstelle billiger?

Zwar gibt es ähnliche Angebote schon bisher. Dort werden die Preise aber in der Regel von Tankstellenkunden eingestellt und sind oft nicht aktuell. Die Daten der Transparenzstelle werden verlässlicher sein und haben eine Art offiziellen Charakter.

Wesentlich sinken dürften die Spritpreise auch mit Einführung der Transparenzstelle kaum, da diese sich neben Rohstoff- und Beschaffungskosten, Ausgaben für Tankstellennetz und Transport sowie der Gewinnspanne der Ölkonzerne auch zu einem erheblichen Teil auch aus staatlich festgelegten Steuern zusammensetzen. Allerdings könnten sich Branchenexperten zufolge die teils massiven Preisausschläge an den Tankstellen etwas einebnen, die es auch im Verlauf einzelner Tage geben kann. Für Autofahrer rechnet es sich zudem fraglos, beim Tanken immer die günstigste Tankstelle in der Nähe anzusteuern.

rom/AFP/dpa

Forum

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insgesamt 23 Beiträge
1. optional
Marshmallowmann 23.11.2012
Der hohe Preis kommt durch die hohen Steuern zusammen, Preisabsprachen sind in diesem Sektor ja wohl vollkommen selbstverständlich.
Der hohe Preis kommt durch die hohen Steuern zusammen, Preisabsprachen sind in diesem Sektor ja wohl vollkommen selbstverständlich.
2. Endlich
glstefan4 23.11.2012
Dies wird definitiv zu mehr Wettbewerb führen. Fehlen noch Strafen für Falsch- und Fehlmeldungen...
Dies wird definitiv zu mehr Wettbewerb führen. Fehlen noch Strafen für Falsch- und Fehlmeldungen...
3. und noch´n Amt, und noch´n Amt, und noch´n Amt
herr_kowalski 23.11.2012
Es kommt der Tag, das wird jeder Deutsche Michel in einer Behörde seinen A.... plattsitzen und vom Staat leben. Woher das Geld kommen soll ? Das entscheiden wir einfach später.
Zitat von sysopDie Autofahrer in Deutschland können sich künftig in Echtzeit über die günstigsten Tankstellen in ihrer Nähe informieren. Der Bundesrat machte am Freitag den Weg frei für die Einrichtung einer Markttransparenzstelle. Beim Bundeskartellamt müssen ab 2013 alle Preisveränderungen gemeldet werden. http://www.spiegel.de/auto/aktuell/benzinpreise-bundesrat-beschliesst-benzinpreis-meldestelle-a-868950.html
Es kommt der Tag, das wird jeder Deutsche Michel in einer Behörde seinen A.... plattsitzen und vom Staat leben. Woher das Geld kommen soll ? Das entscheiden wir einfach später.
4. Die Tankstellenpächte, denen unser toller Beamtenstaat jetzt
die-dicke-aus-der-uckerm. 23.11.2012
noch eine satte Bürokratenmine ins Nest legt, werden jubeln. Der kostenlos für den Verwaltungsmoloch zu leistende Aufwand wird immer irrwitziger.
Zitat von sysopDie Autofahrer in Deutschland können sich künftig in Echtzeit über die günstigsten Tankstellen in ihrer Nähe informieren. Der Bundesrat machte am Freitag den Weg frei für die Einrichtung einer Markttransparenzstelle. Beim Bundeskartellamt müssen ab 2013 alle Preisveränderungen gemeldet werden. http://www.spiegel.de/auto/aktuell/benzinpreise-bundesrat-beschliesst-benzinpreis-meldestelle-a-868950.html
noch eine satte Bürokratenmine ins Nest legt, werden jubeln. Der kostenlos für den Verwaltungsmoloch zu leistende Aufwand wird immer irrwitziger.
5. ...
champagnero 23.11.2012
Da sind sie ja schon wieder alle unterwegs, die Beamten- und Staatshasser. Die Steuern und Abgaben sind prinzipiell seit einigen Jahren gleich. Und was Steuern und Abgaben mit Preisprüngen von 10 ct von Sonntag auf Montag und [...]
Da sind sie ja schon wieder alle unterwegs, die Beamten- und Staatshasser. Die Steuern und Abgaben sind prinzipiell seit einigen Jahren gleich. Und was Steuern und Abgaben mit Preisprüngen von 10 ct von Sonntag auf Montag und wieder zurück von Montag auf Dienstag zu tun haben, dafür können sie sich ja jetzt mal ne staatshasserische Erklärung ausdenken. Für die Tankstellenpächter wird sich der Arbeitsaufwand genau um 0,0% erhöhen, die melden nämlich jetzt schon ihre Preise an die Zentrale (bzw. kriegen sie von der sogar vorgeschrieben) und die Konzernzentrale wird jetzt einfach eine Softwareanbindung an die Transparenzanbindung einrichten und dann hält sich deren Aufwand auch in überschaubaren Grenzen. Aber der "deutsche Michel" tankt ja bei ARAL, egal was es kostet, denn mit deren Sprit läuft der Motor ja so schön ruhig...

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