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02.12.2012
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US-Modelle auf der L.A. Autoshow

Die Monster AG

Von Jürgen Pander
Jürgen Pander

Ja, auch die US-Autohersteller denken um - sie bieten immer mehr Fahrzeuge mit Vierzylindermotoren, Hybrid- oder gar Elektroantrieb an. Deswegen lassen sie die großen, durstigen Schleudern aber noch lange nicht sterben: Auf der L.A. Motor Show feiern sie noch einmal das alte, amerikanische Auto-Weltbild.

"FUEL" steht auf dem schwarzen Schraubverschluss auf dem hinteren Kotflügel des Dodge Challengers, der unter dem gleißenden Licht der L.A. Auto Show blitzt und blinkt. Es ist ein Tankdeckel, wie er vor dreissig, vierzig Jahren üblich war auf den großen, spritschlürfenden Ami-Schlurren. Das kleine Detail hat Symbolcharakter: Denn obwohl auch bei den US-Herstellern langsam die Erkenntnis keimt, dass Öl eine endliche Ressource ist - ein großer Teil ihrer in Los Angeles gezeigten Neuheiten ist noch vom alten automobilen Weltbild geprägt.

SUVs und Pick-ups sind nach wie vor begehrt im Mutterland der Massenmotorisierung. In den ersten zehn Monaten dieses Jahres wurden in den USA knapp 1,6 Millionen Pick-up-Modelle verkauft, ein Plus von 7,9 Prozent gegenüber dem Vorjahreszeitraum. Unter den Top-Five der beliebtesten Fahrzeuge rangieren die Ford F-Serie, der Chevrolet Silverado und der Dodge Ram.

Das Ergebnis sind mitunter bizarr anmutende Messeauftritte der US-Hersteller. So steht etwa bei Ford der soeben als "Green Car of the Year" erkorene Ford Fusion - den es mit Vierzylindermotoren, Hybrid- und Plug-in-Hybrid-Antrieben gibt - mit anderen kompakten Hybrid- und Elektromodellen im Zentrum des Messestandes. Eingerahmt werden die spritsparenden Modelle allerdings von Fahrzeugen ganz anderen Kalibers. Auf der einen Seite üppig motorisierte Muscle Cars aus der Mustang-Familie, auf der anderen Seite Pick-ups von solchen Ausmaßen, dass sie eine deutsche Normgarage eher aufladen könnten als darin Platz zu finden.

Derart monströse Autos sind langfristig wohl ebenso vom Aussterben bedroht wie der klassische V8-Motor. Man kann das als Siegeszug der Vernunft bejubeln oder als Ende einer phantastischen Ära des Autobaus betrauern. Falls eher Letzteres zutrifft, dürften die von SPIEGEL ONLINE zusammengestellten Eindrücke von der L.A. Motor Show von Interesse sein. Denn noch bauen die US-Hersteller ultracoole Muscle Cars sowie riesenhafte SUVs und Pick-ups. Es wirkt, als ob sie davon träumen, wieder zu werden wie diese Autos: sehr groß und sehr stark. Schau'n Sie mal.

Forum

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insgesamt 84 Beiträge
1. furchtbar
frenjes 02.12.2012
Wenn ich mir die "SUV´s" so anschaue überkommt mich das kalte grausen. Da hat ja ein schwerer Wehrmachtsschlepper mehr Stil und Eleganz. Einfach nur protzig, klobig, hässlich.
Wenn ich mir die "SUV´s" so anschaue überkommt mich das kalte grausen. Da hat ja ein schwerer Wehrmachtsschlepper mehr Stil und Eleganz. Einfach nur protzig, klobig, hässlich.
2. Volumenmodelle immer noch Oversized!
khid 02.12.2012
In den U.S.A. wird nicht "noch einmal" das "alte amerikanische Auto-Weltbild" gefeiert - sondern immer noch und immer fort! Natürlich darf man dabei auch nicht unter den Teppich kehren, dass es [...]
Zitat von sysopJürgen PanderJa, auch die US-Autohersteller denken um - sie bieten immer mehr Fahrzeuge mit Vierzylindermotoren, Hybrid- oder gar Elektroantrieb an. Deswegen lassen sie die großen, durstigen Schleudern aber noch lange nicht sterben: Auf der L.A. Motor Show feiern sie noch einmal das alte, amerikanische Auto-Weltbild. http://www.spiegel.de/auto/aktuell/la-auto-show-us-hersteller-zeigen-muscle-cars-und-pick-ups-a-870191.html
In den U.S.A. wird nicht "noch einmal" das "alte amerikanische Auto-Weltbild" gefeiert - sondern immer noch und immer fort! Natürlich darf man dabei auch nicht unter den Teppich kehren, dass es ausgerechnet ein U.S.-Start-Up ist, dass weltweit als einziger Hersteller auf Voll-Elektrische-Automobile setzt: Tesla Motors. Man darf auch nicht unter den Tisch fallen lassen, dass "das alte, amerikanische Auto-Weltbild" selbst in Europa, Südamerika und Südostasien mehr als nur eine Randerscheinung ist - und hiesige Hersteller nahezu allesamt ähnlich monströse Autos bauen! Speziell in Südostasien und China zählt bei einem Auto die Größe. Sie dient als Indikator für Reichtum und Macht. Aufgeweicht wird dieses archaisch, naive Bild nur durch Luxussteuern auf Limousinen, Sportwagen und Coupés! Oversized Pick-Ups dagegen sind steuerlich als Nutzfahrzeuge vergünstigt. Auch Chevrolet Silverados fahren z.B. in erklecklicher Stückzahl durch Thailand, Malaysia, etc.! Wenn die Automobilindustrie Zeichen setzen wollte, die ihre Kunden auch verstehen, dann wäre ein rigoroser Verzicht auf derartige Kraftstoffvernichter ein probates Mittel. Erst Recht in Ländern, in denen man kaum schneller als 100km/h fahren darf - dafür jedoch die Distanzen um so größer sind! Ach, und noch etwas: Es bleibt zu hoffen, dass die Asiaten den Amis in naher Zukunft das verbliebene Öl derart streitig machen werden, dass der Kraftstoffpreis in den U.S.A. auf europäisches Niveau anschwillen wird! Dann wird selbst der letzte, verblödet nationalstolze Ami kapieren, woher der Wind weht!
3.
wolltsnursagen 02.12.2012
Bei all diesen Fahrzeugen wird man das Gefühl nicht los der Amerikanische Mann müsse etwas kompensieren.
Bei all diesen Fahrzeugen wird man das Gefühl nicht los der Amerikanische Mann müsse etwas kompensieren.
4. !
jerzick 02.12.2012
Ein Volk von Teenagern, das Spielzeuge für Deppen baut, denen das Klima ja mal sowas von egal ist. Abstoßend. Dumm. Unnötig.
Ein Volk von Teenagern, das Spielzeuge für Deppen baut, denen das Klima ja mal sowas von egal ist. Abstoßend. Dumm. Unnötig.
5. Armselig
DBruller 02.12.2012
Ach ja, die Amis. Je weniger Hirn desto mehr PS. Aber wir in Deutschland machen es ihnen eifrig nach. All die "Mammi Panzer" die Heute vor Schulen vorfahren...
Ach ja, die Amis. Je weniger Hirn desto mehr PS. Aber wir in Deutschland machen es ihnen eifrig nach. All die "Mammi Panzer" die Heute vor Schulen vorfahren...

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