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16.12.2012
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Unfallrisiko für Kinder

Straßen im Norden sind besonders gefährlich

dapd

Kinder im Straßenverkehr: Zwei Schüler auf ihrem Schulweg an einer Hauptstraße in Halle

Kinder sind den Gefahren des Straßenverkehrs besonders stark ausgesetzt. Laut einer Studie der Bundesanstalt für Straßenwesen wurde zwischen 2006 und 2010 bundesweit 160.000 Kinder verletzt oder getötet. Besonders riskant ist es in Bremen und Hannover.

München/Berlin - Bremen und Hannover sind traurige Spitzenreiter in der neuesten Statistik zu Unfällen mit Kindern. In den beiden Städten im Norden verunglückten mit je 3,35 von 1000 dort lebenden Kindern so häufig junge Verkehrsteilnehmer wie in sonst keiner anderen Großstadt. Das ergab eine Auswertung der Bundesanstalt für Straßenwesen für die Jahre 2006 bis 2010. Der sogenannte Kinderunfall-Atlas wird laut einer Sprecherin des Bundesverkehrsministeriums am Montag veröffentlicht, das Magazin "Focus" verbreitete die Zahlen am Sonntag vorab.

Der Studie zufolge leben Kinder in Leipzig besonders sicher. Dort gab es im ausgewerteten Zeitraum auf 1000 Kinder nur 2,23 Unfälle mit Verletzten oder Getöteten. In den Landkreisen und kleineren kreisfreien Städten schwankte die Unfallhäufigkeit massiv zwischen 1,5 verunglückten Kindern im Landkreis Südwestpfalz und 5,67 in Neumünster - jeweils bezogen auf 1000 dort lebende Kinder. Dies bedeutet, dass unter 1000 Kindern statistisch gesehen viermal häufiger Unfälle in Neumünster passierten als unter Kindern in der Südwestpfalz.

Zahl der Unfälle mit Kindern geht zurück

Verglichen mit dem vorigen Kinderunfall-Atlas für die Jahre 2001 bis 2005 sank die Zahl der Kinderunfälle, wie der "Focus" weiter meldete. Bundesweit wurden zwischen 2006 und 2010 rund 160.000 Kinder bei Unfällen verletzt oder getötet. Besonders in Ostdeutschland seien die Unfallzahlen rückläufig. Warum das so war, untersuchte die Studie nicht.

Sehr unterschiedlich ist von Region zu Region auch die Art und Weise, wie Kinder verunglücken. In Nordrhein-Westfalen passieren besonders häufig Unfälle, wenn Kinder zu Fuß unterwegs sind. In Schleswig-Holstein, Niedersachsen, Nordrhein-Westfalen und Brandenburg verunglücken sie überdurchschnittlich oft mit dem Rad. Als Mitfahrer in Autos wurden Kinder besonders in ländlichen Regionen zu Unfallopfern, etwa in Bayern und im Osten - mutmaßlich, weil sie hier öfter als Gleichaltrige in den Städten von Eltern mit dem Auto zur Schule oder zum Sporttraining gefahren werden.

rom/dapd

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insgesamt 28 Beiträge
1.
brille007 16.12.2012
Hauptsache reisserisch: Ein Satz wie "wurden zwischen 2006 und 2010 bundesweit 160.000 Kinder verletzt oder getötet" suggeriert, dass das Leben für Kinder wahnsinnig gefährlich und in sehr vielen Fällen tödlich sei. [...]
Hauptsache reisserisch: Ein Satz wie "wurden zwischen 2006 und 2010 bundesweit 160.000 Kinder verletzt oder getötet" suggeriert, dass das Leben für Kinder wahnsinnig gefährlich und in sehr vielen Fällen tödlich sei. Ein Blick in die entsprechende Statistik (http://www.dvr.de/betriebe_bg/daten/unfallstatistiken_kinder.htm) des DVR belegt das Gegenteil: Die Zahl tödlicher Unfälle geht kontinuierlich zurück; im Jahr 2011 starben auf Deutschlands Strassen 86 Kinder - das ist ein tödlicher Unfall alle vier Tage (im Gegensatz zu zehn Jahren früher; 2001 waren es noch 231). Die Sicherheitskonzepte scheinen also zu greifen. Ich will das nicht relativieren oder kleinreden; jeder einzelne Fall ist einer zuviel und für die Betroffenen eine riesige Tragödie. Aber in einem Land mit 82 Millionen Einwohnern und 50 Millionen Kraftfahrzeugen ist es nicht mehr als statistisches Rauschen. Auch SPON täte gut daran, Fakten zu berichten und nicht nur reisserische Sätzlein zu basteln, die am Ende wieder zu irgendwelchen irrealen Forderungen (Tempo 30 innerorts etc.) führen. Hundertprozentige Sicherheit und "null Todesfälle" kann es nun einmal nicht geben, auch wenn dergleichen immer wieder suggeriert wird.
2.
brille007 16.12.2012
Hauptsache reisserisch: Ein Satz wie "wurden zwischen 2006 und 2010 bundesweit 160.000 Kinder verletzt oder getötet" suggeriert, dass das Leben für Kinder wahnsinnig gefährlich und in sehr vielen Fällen tödlich sei. [...]
Hauptsache reisserisch: Ein Satz wie "wurden zwischen 2006 und 2010 bundesweit 160.000 Kinder verletzt oder getötet" suggeriert, dass das Leben für Kinder wahnsinnig gefährlich und in sehr vielen Fällen tödlich sei. Ein Blick in die entsprechende Statistik (http://www.dvr.de/betriebe_bg/daten/unfallstatistiken_kinder.htm) des DVR belegt das Gegenteil: Die Zahl tödlicher Unfälle geht kontinuierlich zurück; im Jahr 2011 starben auf Deutschlands Strassen 86 Kinder - das ist ein tödlicher Unfall alle vier Tage (im Gegensatz zu zehn Jahren früher; 2001 waren es noch 231). Die Sicherheitskonzepte scheinen also zu greifen. Ich will das nicht relativieren oder kleinreden; jeder einzelne Fall ist einer zuviel und für die Betroffenen eine riesige Tragödie. Aber in einem Land mit 82 Millionen Einwohnern und 50 Millionen Kraftfahrzeugen ist es nicht mehr als statistisches Rauschen. Auch SPON täte gut daran, Fakten zu berichten und nicht nur reisserische Sätzlein zu basteln, die am Ende wieder zu irgendwelchen irrealen Forderungen (Tempo 30 innerorts etc.) führen. Hundertprozentige Sicherheit und "null Todesfälle" kann es nun einmal nicht geben, auch wenn dergleichen immer wieder suggeriert wird.
3. Die Amis sind Waffennarren, wir sind Autonarren...
Klippschliefer 17.12.2012
... und akzeptieren, dass Kinder im Straßenverkehr so stark gefährdet sind. Der extreme Autoverkehr ist nicht nur gesellschaftlich akzeptiert, sondern wird sogar als sinnvolle Errungenschaft gesehen. Dass zugeparkte Straßen und [...]
... und akzeptieren, dass Kinder im Straßenverkehr so stark gefährdet sind. Der extreme Autoverkehr ist nicht nur gesellschaftlich akzeptiert, sondern wird sogar als sinnvolle Errungenschaft gesehen. Dass zugeparkte Straßen und vielbefahrene Straßen auch einen Verlust an Lebensqualität bedeuten ist für den Großteil der Gesellschaft offenbar nicht wahrnehmbar, denn Autos gehören für uns dazu - ob es sinnvoll ist, alle Wege per Auto zu erledigen oder nicht. Der Kommentar von brille007 zeigt, dass uns die Einsicht in Bezug auf den Straßenverkehr genauso abgeht, wie den Amis in Bezug auf den Waffenbesitz. brille007 schreibt: "Ich will das nicht relativieren oder kleinreden" und ein paar Sätze später "[86 im Straßenverkehr getötete Kinder sind] nicht mehr als statistisches Grundrauschen". Ich glaube das IST kleinreden! Evtl. sind die Amis in Bezug auf ihre Waffenverliebtheit ja doch etwas weiter als wir in Bezug auf unsere Autoverliebtheit, denn "statistisch" schaut gottseidank niemand auf Sandy Hook.
4. Ein Blick in die Vergangenheit könnte nicht schaden
mundi 17.12.2012
1952 hob der Bundestag das Tempolimit aus der Kriegszeit auf. Das Gesetz trat am 23. Januar 1953 in Kraft. Kein Tempolimit mehr! Die Folgen waren fatal, denn 1956 gab es 12.823 Tote im Straßenverkehr. Davon über 4.000 [...]
Zitat von brille007Hauptsache reisserisch: Ein Satz wie "wurden zwischen 2006 und 2010 bundesweit 160.000 Kinder verletzt oder getötet" suggeriert, dass das Leben für Kinder wahnsinnig gefährlich und in sehr vielen Fällen tödlich sei. Ein Blick in die entsprechende Statistik (http://www.dvr.de/betriebe_bg/daten/unfallstatistiken_kinder.htm) des DVR belegt das Gegenteil: Die Zahl tödlicher Unfälle geht kontinuierlich zurück; im Jahr 2011 starben auf Deutschlands Strassen 86 Kinder - das ist ein tödlicher Unfall alle vier Tage (im Gegensatz zu zehn Jahren früher; 2001 waren es noch 231). Die Sicherheitskonzepte scheinen also zu greifen. Ich will das nicht relativieren oder kleinreden; jeder einzelne Fall ist einer zuviel und für die Betroffenen eine riesige Tragödie. Aber in einem Land mit 82 Millionen Einwohnern und 50 Millionen Kraftfahrzeugen ist es nicht mehr als statistisches Rauschen. Auch SPON täte gut daran, Fakten zu berichten und nicht nur reisserische Sätzlein zu basteln, die am Ende wieder zu irgendwelchen irrealen Forderungen (Tempo 30 innerorts etc.) führen. Hundertprozentige Sicherheit und "null Todesfälle" kann es nun einmal nicht geben, auch wenn dergleichen immer wieder suggeriert wird.
1952 hob der Bundestag das Tempolimit aus der Kriegszeit auf. Das Gesetz trat am 23. Januar 1953 in Kraft. Kein Tempolimit mehr! Die Folgen waren fatal, denn 1956 gab es 12.823 Tote im Straßenverkehr. Davon über 4.000 Fußgänger! Der Bundestag war schockiert und arbeitete gegen die Autolobby und ADAC (!!!!) Im zähen Ringen ein neues Gesetz aus. Erst nach 4 Jahren !!! wurde wenigstens für die Ortschaften ein Tempospiel von 50 km/h beschlossen. Innerhalb eines Jahres sank die Zahl der Verkehrstoten um 20 %!!! Bis auf die Ölkrise, wo Tempo 100 auf Autobahnen galt (damals kein einziger Verkehrstote auf der Autobahn !!), lautete auf der Autobahn weiterhin die Devise: „Freie Fahrt für freie Bürger“. Zwar empfahl man nach der Ölkrise Tempo 130, aber bis heute zählt Deutschland zu den tolerantesten Ländern der Welt bezüglich Tempo und Strafen für Verkehrssünden.
5. Und ihre Einsicht...?
Stefan_G 17.12.2012
Betrachtet man 1. den Anteil von Kindern, die aufgrund von Schulpflicht zwangsläufig täglich am Straßenverkehr teilnehmen müssen, an der Gesamtbevölkerung und 2. die 86 getöteten Kinder gegenüber den insg. ca. 4000 [...]
Zitat von Klippschliefer... und akzeptieren, dass Kinder im Straßenverkehr so stark gefährdet sind. Der extreme Autoverkehr ist nicht nur gesellschaftlich akzeptiert, sondern wird sogar als sinnvolle Errungenschaft gesehen. Dass zugeparkte Straßen und vielbefahrene Straßen auch einen Verlust an Lebensqualität bedeuten ist für den Großteil der Gesellschaft offenbar nicht wahrnehmbar, denn Autos gehören für uns dazu - ob es sinnvoll ist, alle Wege per Auto zu erledigen oder nicht. Der Kommentar von brille007 zeigt, dass uns die Einsicht in Bezug auf den Straßenverkehr genauso abgeht, wie den Amis in Bezug auf den Waffenbesitz. brille007 schreibt: "Ich will das nicht relativieren oder kleinreden" und ein paar Sätze später "[86 im Straßenverkehr getötete Kinder sind] nicht mehr als statistisches Grundrauschen". Ich glaube das IST kleinreden! Evtl. sind die Amis in Bezug auf ihre Waffenverliebtheit ja doch etwas weiter als wir in Bezug auf unsere Autoverliebtheit, denn "statistisch" schaut gottseidank niemand auf Sandy Hook.
Betrachtet man 1. den Anteil von Kindern, die aufgrund von Schulpflicht zwangsläufig täglich am Straßenverkehr teilnehmen müssen, an der Gesamtbevölkerung und 2. die 86 getöteten Kinder gegenüber den insg. ca. 4000 Verkehrstoten muss man zu dem Schluß kommen, dass nicht etwa "Kinder im Straßenverkehr so stark gefährdet sind" sondern dass sie -im Gegenteil- zu einer Gruppe mit weit unterdurchschnittlichem Risiko im Straßenverkehr zählen. Das ist auch eine genauere Beschreibung für den wahren Sachverhalt (nicht "statistisches Grundrauschen")

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