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24.01.2013
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EU-Plan für E-Autos

Brüssel fährt im Kreis

Von
DPA

Elektroauto an einer Ladesäule: "Unkoordiniert und unzureichend"

Die EU will alternativen Antrieben endlich zum Durchbruch verhelfen: In ganz Europa sollen deshalb Tankstellen und Hunderttausende Ladestationen für neue Kraftstoffe entstehen. Doch der Strategieplan lässt zu viele Fragen offen.

Die Verkündung des großen Wurfs beginnt mit einem kleinlauten Eingeständnis: Bisherige Bemühungen, alternative Antriebstechnologien voranzubringen, schreibt die EU-Kommission in einem Strategiepapier, seien "unkoordiniert und unzureichend" gewesen. Aber das werde sich nun ändern - dafür soll das sogenannte Vorschlagspaket für saubere Energie für den Verkehr sorgen.

Diese Maßnahmen sind darin vorgesehen:

Einen "Teufelskreis" will die EU-Kommission damit sprengen, heißt es in dem Papier. Denn bisher wurden nicht genug Tankstellen mit alternativen Kraftstoffen gebaut, weil zu wenige Autos mit entsprechendem Antrieb fahren. Und von diesen sind so wenige unterwegs, weil die geringen Stückzahlen sie teuer machen - und es zu wenige Tankstellen gibt.

Das klingt zunächst nach großem Aufbruch. Ob der ehrgeizige Plan aufgeht, ist allerdings zweifelhaft. Denn sowohl bei der Umsetzung als auch bei der Durchschlagskraft des Vorhabens sind viele Fragen offen.

Wer soll das bezahlen?

"Für Elektroautos wird der Ausbau der Infrastruktur keinen Durchbruch bringen", sagt Stefan Bratzel vom Center of Automotive Management in Bergisch Gladbach. Denn nicht die Zahl der Zapfstellen sei hier das zentrale Thema, sondern die Kosten der Fahrzeuge. Ohne preiswerte E-Mobile bleiben die Ladesäulen verwaist.

Die EU verlässt sich außerdem darauf, dass die teuren Investitionen - allein für den Ausbau der Stromtankstellen werden die Kosten auf acht Milliarden Euro geschätzt - von privaten Unternehmen getragen werden. Zuschüsse aus öffentlicher Hand hält EU-Verkehrskommissar Siim Kallas nicht für nötig. Brüssel will nur gesetzlichen Druck beisteuern: Die Behörden könnten zum Beispiel bei der Vergabe von Bauaufträgen verlangen, dass Parkhäuser oder Raststätten Elektrotankstellen oder ähnliche Anlagen enthalten.

Ein rentables Geschäftsmodell für solche Anlagen fehlt aber bislang. Autoexperte Bratzel glaubt, dass sich in absehbarer Zeit daran nichts ändert. "Elektroautos machen nur in Städten Sinn, also müssen die Ladestationen auch dort gebaut werden", sagt er. Aber gerade in Ballungszentren sei der Platz knapp und die Grundstückspreise hoch. "Wegen der Ladezeiten wären die Stationen außerdem von einer geringen Zahl von Autos viel zu lange belegt."

Kein Wort zu grünem Strom

Das gleiche Problem wie bei den rein elektrisch betriebenen Autos sieht Bratzel bei Fahrzeugen mit Brennstoffzelle. Viele Hersteller setzen zwar große Stücke auf diese Technologie, unter anderem, weil sie bessere Reichweiten als die Akku-Speicher verspricht - "aber auch hier haben die Hersteller die Produktionskosten noch nicht im Griff", sagt Bratzel. Über die Infrastruktur von Wasserstofftankstellen müsse man sich da noch gar keine Gedanken machen.

Das meiste Potential sieht der Wirtschaftswissenschaftler bei dem Plan der EU, das Netz von Erdgastankstellen auszubauen. Bereits jetzt gibt es laut dem Branchenverband erdgas mobil rund 900 solcher Anlagen in Deutschland. Trotzdem wird dieser Kraftstoff nach Ansicht von Bratzel immer noch unterschätzt. Dabei biete er gerade im Hinblick auf die Umweltbilanz eine sinnvolle Alternative: "Überschüssige Windenergie kann in Wasserstoff und schließlich in Methan umgewandelt werden", erklärt er.

Im Strategiepapier der EU ist darüber aber nichts zu lesen.

Es ist paradox: Die Kommission schmiedet einen großen Plan für mehr saubere Energie und verliert dann kaum ein Wort über Nachhaltigkeit. Denn es bleibt auch offen, wo der Strom für die vielen Elektroladestationen herkommen soll. Stammt er nicht aus regenerativen Quellen, bieten E-Mobile im Vergleich zu den herkömmlichen angetriebenen Autos keinen großen Vorteil bei der CO2-Emission.

Wer den Geldbeutel für ein Elektroauto strapaziert, möchte in der Regel aber auch die Gewissheit, die Ressourcen zu schonen. Letztlich bleiben die Bemühungen der EU damit so "unkoordiniert und unzureichend" wie zuvor.

Mit Material von dpa

Forum

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insgesamt 57 Beiträge
1. Was erwartet man von Brüssel?
ein-berliner 24.01.2013
Brüssel will den Europäern weiteren Schwachsinn aufdrücken? Ist schon Spitze was sich dieses Tollhaus von überbezahlten Naivlingen einfallen läßt. Solange diese Bürokraten nichts gegen die internationale Energiemafia [...]
Zitat von sysopDPADie EU will alternativen Antrieben endlich zum Durchbruch verhelfen: In ganz Europa sollen deshalb Tankstellen und Hunderttausende Ladestationen für neue Kraftstoffe entstehen. Doch der Strategieplan lässt zu viele Fragen offen. http://www.spiegel.de/auto/aktuell/eu-fordert-fuer-e-mobile-und-cng-autos-ausbau-der-infrastruktur-a-879528.html
Brüssel will den Europäern weiteren Schwachsinn aufdrücken? Ist schon Spitze was sich dieses Tollhaus von überbezahlten Naivlingen einfallen läßt. Solange diese Bürokraten nichts gegen die internationale Energiemafia unternimmt kann die Ansage nur heißen: FINGER WEG
2.
schlob 24.01.2013
war es nicht max weber,der sagte: wenn die politik technische entscheidungen beeinflussen will,wird sie uneffektiv.
Zitat von sysopDPADie EU will alternativen Antrieben endlich zum Durchbruch verhelfen: In ganz Europa sollen deshalb Tankstellen und Hunderttausende Ladestationen für neue Kraftstoffe entstehen. Doch der Strategieplan lässt zu viele Fragen offen. http://www.spiegel.de/auto/aktuell/eu-fordert-fuer-e-mobile-und-cng-autos-ausbau-der-infrastruktur-a-879528.html
war es nicht max weber,der sagte: wenn die politik technische entscheidungen beeinflussen will,wird sie uneffektiv.
3. Es geht um Abhängigkeit!
wortfeil25 24.01.2013
Wenn ein alternativer Antrieb - keinen Widerstand - spüren soll - dann muss er die abhängigkeit zu einem Spritversorgungsnetz haben - z.B. Wasserstoff oder ähnliches. Strom, den jemand u.U. steuerfrei von seinem eigenen Dach [...]
Wenn ein alternativer Antrieb - keinen Widerstand - spüren soll - dann muss er die abhängigkeit zu einem Spritversorgungsnetz haben - z.B. Wasserstoff oder ähnliches. Strom, den jemand u.U. steuerfrei von seinem eigenen Dach laden könnte - das ist weder von den Abzockern noch von dem steuerverschwendenden Staat erwünscht.
4. Wer hätte es erwartet....
diamorphin 24.01.2013
...das der Grundgedanke wie so oft "nett gemeint" ist, aber eben nicht bis in die Details, geschweige denn bis zum Ende, gedacht ist. Aber das hat offenbar von den Brüsseler Bürokraten so eine gewisse Tradition und ist [...]
...das der Grundgedanke wie so oft "nett gemeint" ist, aber eben nicht bis in die Details, geschweige denn bis zum Ende, gedacht ist. Aber das hat offenbar von den Brüsseler Bürokraten so eine gewisse Tradition und ist auch in heimischen Kreisen (Stichwort: Energiewende) nicht unbekannt. Wie immer halt, man kann da gar nichts anderes erwarten als das die einige Sachen anreissen, aber letzten Endes nichts wirklich auf die Reihe bringen. Freundliche Grüsse diamorphin
5. Klar erkannt
kenterziege 24.01.2013
Prof. Bratzel hat meines Ermessens die Sache klar erkannt. Gut, daß hier nicht wieder der CAR-Experte Dudenhöfer gefragt wurde. Das Thema E-Technik fängt, wenn überhaupt, dann von oben an. Drittfahrzeug einer [...]
Zitat von sysopDPADie EU will alternativen Antrieben endlich zum Durchbruch verhelfen: In ganz Europa sollen deshalb Tankstellen und Hunderttausende Ladestationen für neue Kraftstoffe entstehen. Doch der Strategieplan lässt zu viele Fragen offen. http://www.spiegel.de/auto/aktuell/eu-fordert-fuer-e-mobile-und-cng-autos-ausbau-der-infrastruktur-a-879528.html
Prof. Bratzel hat meines Ermessens die Sache klar erkannt. Gut, daß hier nicht wieder der CAR-Experte Dudenhöfer gefragt wurde. Das Thema E-Technik fängt, wenn überhaupt, dann von oben an. Drittfahrzeug einer wohlhabenden Vorstadt-Familie. BMW baut ein entsprechendes(Karosserie-) Konzept und geht ganz eigene Wege. Die Marke "zieht" auch entsprechend. Bei der Marke ist das krampfhafte Öko-Image nicht zu befürchten, da BMW nach wie vor für Freude am fahren steht. Die Ideen des Verkehrskommissars muten abenteuerlich an. Hoffentlich grätscht ihm da jemand dazwischen. Vieles, was aus Europa kommt, läßt einen als Ingenieur nur noch verzweifeln. Brauchte Bertha Benz ein funktionierendes Tankstellen-Netz um von Mannheim nach Pforzheim zu kommen? Wenn etwas wirklich gut für die Menschen ist, stellt sich das Infrastrukturproblem nicht, sondern die Infrastruktur wächst mit. Siehe auch Internet im verhältnis zu dem verunglückten EU-Projekt BTX . Wie froh bin ich, daß ich ein Smart-Phone habe, daß nicht durch die EU gefordert wurde. EUDSSR????

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Österreich
Österreich: Befreiung von der einmaligen Verbrauchsabgabe (1602 Euro) und der Kfz-Steuer (403 Euro pro Jahr).
Norwegen
Fahrer von Elektroautos dürfen die Bus- und Taxispuren benutzen, und zudem sind alle Parkplätze kostenfrei.
Italien
1500 Euro Zuschuss für ein privat genutztes Elektroauto. Bei gewerblichen Fahrzeugen steigt der Bonus auf 4000 Euro. Stufenweiser Rabatt auf Kfz-Steuer in den ersten fünf Jahren (219 Euro pro Jahr).
Irland
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England
Ab 2011 sollen Käufer von Elektroautos mit einer Summe zwischen umgerechnet 2300 und 5000 Euro unterstützt werden - zunächst ist die Subvention begrenzt bis 2016.
Frankreich
2000 Euro Bonus für Hybrid-, Erd- oder Flüssiggasantrieb mit weniger als 140 g/km CO2-Ausstoß. 5000 Euro für alle Fahrzeuge mit weniger als 60 g/km. Gewerbliche Fahrzeuge werden zudem von der Dienstwagensteuer befreit (1250 Euro pro Jahr).

Welche Typen von Elektroautos gibt es?

Reiner Elektroantrieb
Diese Fahrzeuge haben keinen klassischen Antriebsstrang mehr, der vom Motor die Bewegungsenergie auf die Räder überträgt. Stattdessen sind in den Radnaben Elektromotoren, die Energie kommt aus einem Akku, der an der Steckdose aufgeladen werden kann. Weil die Speicherkapazität der Batterien noch nicht mit einem klassischen Automobil vergleichbar ist, haben einige Elektromobile einen sogenannten Range Extender an Bord - einen kleinen Generator, der die Elektromotoren mit Energie versorgt, wenn der Akku leer ist.

Beispiele: Tesla Roadster, Chevy Volt/Opel Ampera, Think City
Hybridantrieb
Hybridautos haben zusätzlich zum klassischen Verbrennungsmotor einen Akku an Bord. Wenn der leer ist, springt der Benziner an. Eine Variante sind sogenannte Mild-Hybrid-Systeme, bei denen der Stromantrieb nur parallel unterstützend läuft, um den Benzinverbrauch zu reduzieren. Der Akku wird in der Regel durch Bremskraftrückgewinnung und einen Dynamo geladen. Zukünftige Hybridfahrzeuge sollen aber auch an der Steckdose aufladbar sein.

Beispiele: Toyota Prius, Honda Civic, Honda Insight
Brennstoffzellenantrieb
Bei diesen Fahrzeugen tankt man statt Benzin flüssigen Wasserstoff. In einer chemischen Reaktion wird das Hydrogen in der Brennstoffzelle in elektrische Energie umgewandelt, die dann das Fahrzeug antreibt. Anders als bei reinen Elektrofahrzeugen ist die Infrastruktur für den Wasserstoff eine ungelöste Frage. Vorteil der Brennstoffzellenfahrzeuge ist ihre größere Reichweite.

Beispiele: Honda FCX Clarity, Hamburger Nahverkehrsbusse (Mercedes-Benz)
Range Extender
Im Gegensatz zu den herkömmlichen Elektroautos haben Range Extender einen Verbrennungsmotor an Bord, der anspringt, wenn die Ladung der Batterie zur Neige geht. Vorteil: Die Reichweite steigt auf das Niveau eines Autos mit konventionellem Antrieb. Vorreiter dieser Spezies ist der Opel Ampera, der die Kraft des Verbrenners aber auch nutzt, wenn die volle Leistung zum Beispiel auf der Autobahn abgerufen wird.

Beispiele: Opel Ampera

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