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Messe-Blog Auto-Salon Genf 2014

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Schnelle Hilfe für den Audi TT

Tom Grünweg
Von
Mittwoch, 05.03.2014   09:54 Uhr

Dem TT Quattro Sport Concept sollte man sich am Messestand von Audi in Genf nur sehr behutsam nähern. Der weiße Lack, in den das Auto getaucht wurde, könnte nämlich noch nicht ganz trocken sein - die Ingolstädter haben den Sportwagen in allerletzter Minute aus dem Hut gezaubert.

"Vor drei Wochen gab es davon noch nicht einmal eine Zeichnung", räumt ein Audi-Sprecher ein. Und das Messemodell selbst sei mit so heißer Nadel gestrickt worden, dass der Wagen erst am Vorabend des Salons nach Genf kam und die Prototypenbauer ihre letzten Handgriffe noch auf dem Stand erledigen mussten.

Aber die Eile passt zu einem Auto, das so augenscheinlich nur einen Zweck hat: Tempo machen. Denn die Studie markiert die sportliche Speerspitze des neuen Audi TT, der im Herbst in den Handel kommt. Während es für die Serie erst einmal "nur" einen 184 PS-Diesel und zwei Zweiliter-Benziner mit 230 oder 310 PS gibt, haben die Bayern hier kräftig nachgelegt und dem Vierzylinder gleich 420 PS entlockt. Das macht ihn zu einem der stärksten Zweiliter-Motoren der Welt und lässt den bisherigen Rekordhalter Mercedes A 45 AMG plötzlich arg blass aussehen.

Der Turbo-Direkteinspritzer, von dem sich Motorenchef Stefan Knirsch nach der Aufrüstung eine hohe Alltagstauglichkeit und vor allem eine lange Lebensdauer verspricht, geht jetzt mit bis zu 450 Nm zu Werke und hat mit dem eleganten Flachmann buchstäblich leichtes Spiel. Denn um ein paar Zentimeter tiefergelegt und auf 1344 Kilo abgespeckt, spurtet der Zweisitzer nun in 3,7 Sekunden auf 100 km/h und dürfte bei Vollgas mühelos die 300-km/h-Marke knacken.

"Keine Sorge, den bringen wir"

Gut für Audi, dass das spektakuläre Konzeptauto noch rechtzeitig für den Auto-Salon fertig wurde. Denn die Premiere des neuen Serien-TT, der ebenfalls am Lac Léman gezeigt wird, kann etwas Würze vertragen: Die dritte Baureihe des Sportwagens ist trotz des gelungenen Designs und dem innovativen, weil stark reduzierten Cockpit ein bisschen fad ausgefallen. Weil der TT genau wie alle anderen kompakten Modelle im VW-Konzern auf dem modularen Querbaukasten fußt, hat das Coupé außer dem virtuellen Cockpit und den Matrix-Scheinwerfern keine echte Überraschung mehr zu bieten. Da kommt eine adrenalingetränkte Vollgas-Version gerade recht.

Außerdem hat der neue Entwicklungsvorstand Ulrich Hackenberg durchaus einen Sinn fürs schnelle Fahren. Deshalb steht er auch auf der Messe immer mal wieder neben der Studie und sinniert pflichtschuldig von einem Serienmodell - und wenn es nur eine Kleinserie werden sollte. Die wird allerdings auch langsam fällig: Nachdem Audi auf den letzten Motorshows immer wieder seriennahe Studien präsentierte, sollte ein Konzeptauto endlich auch mal tatsächlich umgesetzt werden - sonst droht ein Verlust der Glaubwürdigkeit.

Das weiß offenbar auch Hackenberg und verspricht: "Keine Sorge, den bringen wir." Allerdings nimmt er dabei vorsichtshalber schon mal ein bisschen Tempo raus: "Nur müssen wir eines nach dem anderen machen." Ganz so eilig hat es der eilige Audi also vielleicht doch nicht.

insgesamt 22 Beiträge
cabriofahrer100 05.03.2014
1. langweilig!
was ist nur mit audi los? aus der designsensation von 1998 ist ein fader langweiler ohne jeden esprit geworden. glattgelutscht und immergleich. wer kauft sowas noch? wach auf, audi!
was ist nur mit audi los? aus der designsensation von 1998 ist ein fader langweiler ohne jeden esprit geworden. glattgelutscht und immergleich. wer kauft sowas noch? wach auf, audi!
harrytipper 05.03.2014
2.
"Der Turbo-Direkteinspritzer, von dem sich Motorenchef Stefan Knirsch nach der Aufrüstung eine hohe Alltagstauglichkeit und vor allem eine lange Lebensdauer verspricht.." Sehr interessant, einen 420 PS R4T mit 2 Litern [...]
"Der Turbo-Direkteinspritzer, von dem sich Motorenchef Stefan Knirsch nach der Aufrüstung eine hohe Alltagstauglichkeit und vor allem eine lange Lebensdauer verspricht.." Sehr interessant, einen 420 PS R4T mit 2 Litern gerade mit Zuverlässigkeit zu bewerben. Bin gespannt ob es die 420 PS wirklich in die Produktion schaffen oder ob's wiedermal nur bei Messeträumereien bleibt.
kommentar4711 05.03.2014
3.
VW hat das mit dem Baukastenprinzip inzwischen perfektioniert, scheinbar auch beim Design. Es gibt ein VW und ein Audi Grunddesign das dann jeweils auf die gewünschten Maße skaliert wird. Es gibt inzwischen nichts langweiligeres [...]
VW hat das mit dem Baukastenprinzip inzwischen perfektioniert, scheinbar auch beim Design. Es gibt ein VW und ein Audi Grunddesign das dann jeweils auf die gewünschten Maße skaliert wird. Es gibt inzwischen nichts langweiligeres als VW und Audi Präsentationen, was man da zu Gesicht bekommt ist komplett vorhersehbar. Schade, dass das nun auch den TT erfasst hat.
brendan33 05.03.2014
4.
"...und vor allem eine lange Lebensdauer verspricht.." Das ist ja mal nett von Audi, dass nun die Käufer der extrem teuren S/RS-Modelle, viele davon im sechsstelligen Euro-Bereich, auch mal in Sachen Zuverlässigkeit [...]
"...und vor allem eine lange Lebensdauer verspricht.." Das ist ja mal nett von Audi, dass nun die Käufer der extrem teuren S/RS-Modelle, viele davon im sechsstelligen Euro-Bereich, auch mal in Sachen Zuverlässigkeit und Lebensdauer mehr Beachtung bekommen. Bisher durfte man sich für den Preis einer Eigentumswohnung nämlich mit Steuerketten- und Nockenwellenproblemen sowie Kolbenkippern auseinandersetzen. Gut, das waren 8- und 10-Zylinder-Probleme. Aber so ein 2-Liter-Vierzylinder mit 420 PS ist lebensdauermäßig natürlich eine andere Liga.
pace335 05.03.2014
5.
Oh man ein 4 Zylinder, welch Enttäuschung!
Oh man ein 4 Zylinder, welch Enttäuschung!

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