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Auto

Analyse des Umweltbundesamts

Dieselnachrüstungen sind finanzierbar

Das Bundesverkehrsministerium lehnt Dieselnachrüstungen mit Verweis auf ein Gutachten als zu teuer ab. Aber die Experten haben nach Informationen des SPIEGEL anscheinend mit falschen Preisen kalkuliert.

DPA

Bürger demonstrieren für Fahrverbote

Von
Samstag, 12.05.2018   10:29 Uhr

Die Präsidentin des Umweltbundesamts (UBA), Maria Krautzberger, schätzt die Kosten für die Nachrüstung von Dieselautos mit sogenannten SCR-Katalysatoren niedriger ein als Bundesverkehrsminister Andreas Scheuer (CSU). Nach Analysen ihrer Behörde würde es einen einstelligen Milliardenbetrag kosten. (Diese Meldung stammt aus dem SPIEGEL. Den neuen SPIEGEL finden Sie hier.)

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Heft 20/2018
Goodbye, Europe!

Ein Gutachten, auf das sich Verkehrsminister Scheuer beruft, geht von deutlich höheren Kosten aus. So beziffern die industrienahen Wissenschaftler um den Karlsruher Professor Thomas Koch den Einbau des Stickoxidkatalysators mit mindestens 5000 Euro.

UBA-Chefin Krautzberger erklärt in der aktuellen Ausgabe des SPIEGEL: "Für uns erklärt sich dies nur dadurch, dass Händlerpreise statt Einkaufspreise für die Kalkulation der Einzelkomponenten zugrunde gelegt wurden." Analysen ihrer Behörde zufolge kostet eine Nachrüstung samt Einbau 2000 bis 3000 Euro. Ein älteres Gutachten sowie eine Untersuchung des ADAC kamen zu ähnlichen Ergebnissen.

DPA

Motorraum eines Testfahrzeugs

"Wir gehen außerdem davon aus, dass nur Diesel-Pkw in Städten mit besonders schlechter Luft nachgerüstet werden müssen", sagte Krautzberger, deren Amt zum SPD-geführten Bundesumweltministerium gehört. "Eine Nachrüstung aller rund 5,7 Millionen Euro-5-Diesel-Pkw ist nicht notwendig." Damit unterstützt sie die Position von Umweltministerin Svenja Schulze (SPD), die Hardwarenachrüstungen einfordert.

Dieses Thema stammt aus dem neuen SPIEGEL - ab Samstagmorgen erhältlich.

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insgesamt 71 Beiträge
genugistgenug 12.05.2018
1. 300,- US Dollar Kostensenkung durch Dieselbetrug
Diese Summe nannte eine US Wissenschaftlerin in der ARD Doku zum Dieselbetrug. Das nun Mondpreise genannt werden ist logisch. denn die Industrie wird sich an der Umrüstung beteiligen müssen. Also setzt man z.B. 3.000,- pauschal [...]
Diese Summe nannte eine US Wissenschaftlerin in der ARD Doku zum Dieselbetrug. Das nun Mondpreise genannt werden ist logisch. denn die Industrie wird sich an der Umrüstung beteiligen müssen. Also setzt man z.B. 3.000,- pauschal an - drittelt die Summe und die Betrüger machen ein Bombengeschäft. Ihren eigenen Anteil können die sicher noch steuerreduzierend als Kosten abschreiben. Hinzu kommen noch ein paar Nachtsitzungen und dann lässt sich der Ex-Dr. Andreas B. Scheuer als Retter des Diesellandes feiern. Dabei hat er selbst seine Finger tief drin - wie Frontal21 diese Woche zeigte (Wohnmobilhersteller bekam eine Ausnahmegenehmigung weil deren BAsisautos von Fiat auch eine Abschaltvorrichtung hatten.
lincoln33t 12.05.2018
2. Spiel auf Zeit sonst nichts
Wahrscheinlich werden die sogenannten Experten noch die nächsten Jahre darüber philosophieren was die Umrüstung den so Kosten würde nur um irgendwann festzustellen dass die Betroffenen Fahrzeuge schon so alt sind dass sich ein [...]
Wahrscheinlich werden die sogenannten Experten noch die nächsten Jahre darüber philosophieren was die Umrüstung den so Kosten würde nur um irgendwann festzustellen dass die Betroffenen Fahrzeuge schon so alt sind dass sich ein Umbau wirklich nicht mehr lohnt. Handeln sieht jedenfalls anders aus. Aber was will man den von einer Bananenrepublik schon erwarten.
ganzeinfach 12.05.2018
3. Handeln jedes einzelnen Betrugs-Kunden wäre angebracht -
nur findet sich kein einziger Michel, der mal öffentlich einen Tag der Blockade ausruft wie "Fahrt alle heute Samstag vor den *sympathischen" Händler in meiner Stadt, der das Betrugsauto auslieferte und lasst die Karre [...]
nur findet sich kein einziger Michel, der mal öffentlich einen Tag der Blockade ausruft wie "Fahrt alle heute Samstag vor den *sympathischen" Händler in meiner Stadt, der das Betrugsauto auslieferte und lasst die Karre dort". Sämtliche anschliessenden Taxifahrten einfach zH. Kasse von ebendiesem weiterleiten. Und sofort Klage einreichen, bevors verjährt. Erst dann kommt mal richtig Bewegung in diesen verkalkten Verein. Ob Umrüstung oder neuen Ersatz - der Händler hätte es dann ganzeinfach in der Hand
thermo_pyle 12.05.2018
4. Experten...
Experten werden für ihre Expertisen i.d.R. fürstlich entlohnt. Und diese Experten sollen nun mit falschen Zahlen gerechnet haben !? Dann müsste das Honorar eigentlich erstattet werden respektive die Expertise neu erstellt [...]
Experten werden für ihre Expertisen i.d.R. fürstlich entlohnt. Und diese Experten sollen nun mit falschen Zahlen gerechnet haben !? Dann müsste das Honorar eigentlich erstattet werden respektive die Expertise neu erstellt werden... Ansonsten müsste man davon ausgehen, dass hier wissentlich manipuliert werden sollte. Aus Dummheit, das spräche gegen das beauftragte Institut, oder aus Vorsatz, das spräche für eine Strafverfolgung... werden wir Leser das je erfahren ;-) ???
thermo_pyle 12.05.2018
5. @3, ganzeinfach...
Im Prinzip ein guter Ansatz, nur: Der Händler kann nichts dafür, dass der Hersteller betrogen hat. Also müsste man seine Fahrzeuge vor den Werken der Hersteller abstellen; dann könnte auch gleich umgerüstet werden ;-)) . [...]
Im Prinzip ein guter Ansatz, nur: Der Händler kann nichts dafür, dass der Hersteller betrogen hat. Also müsste man seine Fahrzeuge vor den Werken der Hersteller abstellen; dann könnte auch gleich umgerüstet werden ;-)) . Und: Bevor das gejaule wieder losgeht, die deutsche Automobilindustrie soll hier geschädigt werden...nein, genau so muss auch mit ALLEN ausländischen Herstellern verfahren werden. Es kann doch nicht sein, dass der KFZ-Halter belangt wird und seine Zulassung verliert, weil er ein falsches Leuchtmittel verbaut hat, aber der Hersteller des KFZ, der wissentlich und aus Profitmaximierung betrogen hat, ungestraft davonkommt !?

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