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Auto

Aston Martin DB5 von Paul McCartney

Wer beatlet mehr?

Für manche Autos muss man einfach mehr bieten. SPIEGEL ONLINE zeigt Fahrzeuge mit berühmten Vorbesitzern und Raritäten, die versteigert werden. Diesmal: eine echte Poplegende.

Bonhams
Von Christian Frahm
Freitag, 01.12.2017   04:27 Uhr

Unterm Hammer: Ein Aston Martin DB5, Baujahr 1964

Warum mitbieten? "Baby You Can Drive my Car" sang 1965 die wohl erfolgreichste Popband der Geschichte - die Beatles. Und es gab wohl keinen Groupie, der sich nicht gewünscht hätte, mal mit einem der Pilzköpfe eine Runde um den Block zu drehen. Ein Traum, der jetzt Wirklichkeit werden könnte - zumindest in etwa.

Denn am 2. Dezember versteigert das britische Auktionshaus Bonhams in London den Aston Martin DB5 mit der Chassisnummer 1653/R, der einst Beatles-Sänger und -Bassist Paul McCartney gehörte. McCartney kaufte sich das Auto im Jahr 1964 als Neuwagen, kurz bevor er mit den Beatles zur ersten Welttournee aufbrach. McCartney erstand den Wagen damals für 3800 Pfund und fuhr damit sechs Jahre lang durch Großbritannien.

Fotostrecke

Aston Martin DB5 von Paul McCartney: "Baby you can drive my car"

Die Fahrleistungen des 4,57 Meter langen Autos mit einem Sechszylinder-Reihenmotor und drei Doppelvergasern konnten sich sehen lassen. Das 282 PS starke Aggregat beschleunigte den DB5 in 7,1 Sekunden auf 100 km/h bis zu einer Höchstgeschwindigkeit von 232 Kilometern pro Stunde. Damit gehörte das Fahrzeug zu den leistungsstärksten Sportwagen seiner Zeit.

Ursprünglich war McCartneys Auto im Farbton "Sierra Blue" lackiert und hatte ein schwarzes Interieur sowie zahlreiche Extras. Darunter beispielsweise verchromte Felgen, ein Motorola Radio, Nebelscheinwerfer, eine beheizbare Heckscheibe und zwei Sicherheitsgurte. Zudem ließ der Beatles-Bassist musikalische Muster als Ziernähte in die Sitze einbringen.

Außerdem orderte McCartney noch ein ganz besonderes Extra: einen Auto-Mignon-Plattenspieler von Philips. Das transportable Abspielgerät im Kleinformat bescherte ihm Musikgenuss, wo immer er mit seinem Auto hinfuhr. 1970 trennte sich der Musiker dann von dem Wagen - er besorgte sich das Nachfolgemodell Aston Martin DB6.

Bonhams

Das Auto erhielt später ein dunkelrotes Interieur

Der DB5 wechselte in den folgenden Jahren mehrmals den Besitzer. Mit der inzwischen zweiten Restaurierung im Jahr 2012 erhielt das Auto eine silberne Lackierung und ein dunkelrotes Interieur. Mit diesem Farbschema wurde der Sportwagen Mitte der Sechzigerjahre weltweit als Auto des Filmagenten James Bond berühmt. Im Film "Goldfinger" von 1964 jagt 007, gespielt von Sean Connery, mit einem silberfarbenen DB5 durch die Schweizer Alpen und verfolgt einen weißen Ford Mustang, den er schließlich in typischer Bond-Manier per Reifenaufschlitzer außer Gefecht setzt.

Im Zuge der Restaurierung des ehemaligen McCartney-Autos wurde auch der Sechszylinder-Reihenmotor überarbeitet und der Hubraum von 4,0 auf 4,2 Liter vergrößert. Im Ergebnis leistet der Antrieb statt der ursprünglichen 282 jetzt 315 PS.

Zuschlag! Der DB5 ist schon ohne den Promi-Bonus eine echte Rarität. Zwischen 1963 und 1965 wurden lediglich rund 1000 Exemplare gebaut. Gut erhaltene Exemplare des eleganten Sportwagens werden derzeit ab 750.000 Euro gehandelt - Tendenz steigend. Das zeigt auch das McCartney-Coupé: Das wurde nämlich bereits 2012 - damals vom Auktionshaus RM Auctions und in Originallackierung - für rund 430.000 Euro versteigert. Für die aktuelle Auktion erhofft sich Auktionsveranstalter Bonhams einen Erlös von 1,4 bis 1,7 Millionen. Wer über entsprechende Mittel verfügt, sollte also zuschlagen, denn günstiger wird das Auto nicht. Um es mit den klangvollen Worten Paul McCartneys zu sagen: "If You Want It, Here It Is, Come and Get It."

insgesamt 34 Beiträge
mazzmazz 01.12.2017
1. Wunderschön...
Ein herrliches Auto, wenngleich das Lenkrad auf der falschen Seite den Wert für mich schon deutlich mindern würde. So kann man ja trotz der 300 PS auf der Landstraße nicht überholen... Ohne des Neides oder des Kommunismus [...]
Ein herrliches Auto, wenngleich das Lenkrad auf der falschen Seite den Wert für mich schon deutlich mindern würde. So kann man ja trotz der 300 PS auf der Landstraße nicht überholen... Ohne des Neides oder des Kommunismus verdächtig zu sein frage ich mich angesichts solcher Deals allerdings, weshalb jemand de rprivat eine Wohnung kauft und innerhalb 10 Jahren wieder verkauft, den Zugewinn versteuern muss, während dies bei solchen Autogeschäften (locker 1 Mio. innerhalb von 7 Jahren gut gemacht) offenbar nicht nötig ist.
super-m 01.12.2017
2. Promi Bonus?
Sehr schöner Wagen, keine Frage. Aber wieso lackiert man so ein Auto um und verändert das Interieur, das durch den prominenten Vorbesitzer individualisiert wurde... Schade.
Sehr schöner Wagen, keine Frage. Aber wieso lackiert man so ein Auto um und verändert das Interieur, das durch den prominenten Vorbesitzer individualisiert wurde... Schade.
BeatDaddy 01.12.2017
3. Es ist wirklich
ein Witz, wenn man sich den Neupreis anschaut...3800 Pfund, wobei das für damalige Verhältnisse viel Geld war. Aber die heutigen Preise für Neuwagen sind dagegen Mondpreise und durch nichts zu rechtfertigen...schon gar nicht, [...]
ein Witz, wenn man sich den Neupreis anschaut...3800 Pfund, wobei das für damalige Verhältnisse viel Geld war. Aber die heutigen Preise für Neuwagen sind dagegen Mondpreise und durch nichts zu rechtfertigen...schon gar nicht, wenn man die Managergehälter, die Boni und die Dividenden der Autobauer sieht.
coroona 01.12.2017
4.
Heutige Neuwagen sind 100 mal sicherer als eine solche Konstruktion aus den 60er Jahren. Die ganze aktive und passive Technik, die die Todeszahlen auf den Straßen so massiv senkt gibt es nun mal nicht umsonst. Hochfeste [...]
Zitat von BeatDaddyein Witz, wenn man sich den Neupreis anschaut...3800 Pfund, wobei das für damalige Verhältnisse viel Geld war. Aber die heutigen Preise für Neuwagen sind dagegen Mondpreise und durch nichts zu rechtfertigen...schon gar nicht, wenn man die Managergehälter, die Boni und die Dividenden der Autobauer sieht.
Heutige Neuwagen sind 100 mal sicherer als eine solche Konstruktion aus den 60er Jahren. Die ganze aktive und passive Technik, die die Todeszahlen auf den Straßen so massiv senkt gibt es nun mal nicht umsonst. Hochfeste Komplexphasenstähle und Millionen Stunden an FEM-Simulationen kosten halt Geld.
dasistnurmeinemeinung 01.12.2017
5. Totalverlust
Da lackiert einer den DB5 neu, um an James Bond zu erinnern. Wie krank ist das denn, wenn der Vorbesitzer Paul McCartney wohl deutlich berühmter und der Wagen personalisierter war. Manche Leute haben einfach zuviel Geld und [...]
Da lackiert einer den DB5 neu, um an James Bond zu erinnern. Wie krank ist das denn, wenn der Vorbesitzer Paul McCartney wohl deutlich berühmter und der Wagen personalisierter war. Manche Leute haben einfach zuviel Geld und erkennen den wahren Wert nicht mehr.

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