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Mobilität

Manipulierte Abgasreinigung

Behörden rufen Audi A6 mit Biturbo-Diesel zurück

Audi muss nach SPIEGEL-Informationen ein beliebtes Dienstwagenmodell wegen Abgasmanipulationen zurückrufen. Die Akten gehen an die Staatsanwaltschaften - und könnten den inhaftierten Chef Rupert Stadler belasten.

DPA

Razzia bei Audi im März 2017 - die Staatsanwaltschaft ermittelt

Von
Samstag, 04.08.2018   08:10 Uhr

Als der SPIEGEL Anfang Mai über Manipulationen beim Premiumdiesel A6 von Audi berichtete, platzte Bundesverkehrsminister Andreas Scheuer (CSU) der Kragen: Er zitierte Audi-Chef Rupert Stadler zu sich ins Ministerium und wies ihn an, alle Modelle mit illegalen Abschalteinrichtungen zu melden. Persönlich konnte der Manager aus Ingolstadt das Problem nicht mehr lösen. Die Polizei verhaftete ihn am 18. Juni im Zuge von Betrugsermittlungen bei Dieselfahrzeugen, Stadler wurde einen Tag später von Volkswagen beurlaubt.

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Mittlerweile hat das für die Untersuchungen zuständige Kraftfahrt-Bundesamt seine Arbeit bei Audi abgeschlossen. Als letzten Akt in dem unrühmlichen Kapitel für die VW-Tochter werden die Flensburger Beamten in Kürze einen amtlichen Rückruf für Audi A6 Diesel mit einem 3-Liter Biturbomotor anordnen. Nach SPIEGEL-Informationen handelt es sich bei den Fahrzeugen um das letzte Audi-Modell, das im Rahmen der Aufklärung um Abgasmanipulationen durch das KBA beanstandet wurde. (Lesen Sie hier die ganze Geschichte im neuen SPIEGEL.)

Das KBA hat seine Erkenntnisse aus den Untersuchungen nach Informationen des SPIEGEL vergangene Woche an die Staatsanwaltschaften in Braunschweig und München weitergeleitet, die gegen VW- und Audi-Manager unter anderem wegen Betrugs ermitteln. Audi wollte sich auf Anfrage des SPIEGEL nicht zu dem neuerlichen Rückruf äußern. Ein Sprecher des Konzerns erklärte allerdings, man kooperiere mit den Behörden in dieser Frage intensiv.

Dieses Thema stammt aus dem neuen SPIEGEL-Magazin - am Kiosk erhältlich ab Samstagmorgen und immer freitags bei SPIEGEL+ sowie in der digitalen Heft-Ausgabe.

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insgesamt 55 Beiträge
dirk1962 04.08.2018
1. Sind dann alle durch?
Ich denke nie wir machen nichts falsch mit der Aussage, dass ausnahmslos alle Diesel aus dem VW Konzern illegal verkauft wurden. Egal ob sie nun VW, Audi, oder Porsche heissen - wo Diesel drauf steht ist Betrug drin. Aber Hut ab, [...]
Ich denke nie wir machen nichts falsch mit der Aussage, dass ausnahmslos alle Diesel aus dem VW Konzern illegal verkauft wurden. Egal ob sie nun VW, Audi, oder Porsche heissen - wo Diesel drauf steht ist Betrug drin. Aber Hut ab, so erfolgreich ist es noch keinem Hersteller gelungen ein ganzes Antriebskonzept an die Wand zu fahren.
Plasmabruzzler 04.08.2018
2.
Warum denn bitteschön ein Rückruf? Entzug der Zulassung wäre die konsequente Handlungsweise. Wenn man bspw. Anbauteile ohne ABE oder nicht im Fahrzeugschein eingetragen sind, kann das Auto an Ort und Stelle durch die Polizei [...]
Warum denn bitteschön ein Rückruf? Entzug der Zulassung wäre die konsequente Handlungsweise. Wenn man bspw. Anbauteile ohne ABE oder nicht im Fahrzeugschein eingetragen sind, kann das Auto an Ort und Stelle durch die Polizei an jeglicher Weiterfahrt gehindert werden. Es folgt ein Abschleppen des Fahrzeugs und anschließende Vorführung beim TÜV / der DEKRA usw., wenn die Anbauteile entfernt sind oder eingetragen wurden. Hier sind aber massenhaft Fahrzeuge unterwegs, die allesamt nicht zulassungsfähig waren und sind. Ein Entzug der Zulassung würde den Besitzern auch den Weg für eine Klage ebnen, was endlich einmal echte Strafen gegenüber den Herstellern zur Folge hätte.
kuhuna 04.08.2018
3. Diesel immer noch steuersubvenrioniert
Wann schafft unsere Regierung endlich den unsäglichen Steuervorteil für Diesel Kraftstop ab. Da wird gegipfelt, diskutiert, verhandelt, versprochen, abgewartet, durchregiert,....
Wann schafft unsere Regierung endlich den unsäglichen Steuervorteil für Diesel Kraftstop ab. Da wird gegipfelt, diskutiert, verhandelt, versprochen, abgewartet, durchregiert,....
kickmeto 04.08.2018
4. Was kommt jetzt, ein Software Update?
Die Geschichte wird mittlerweile langweilig, weil es nach bekanntem Muster weitergeht. Anstatt einfach mal komplett reinen Tisch zu machen und echte Lösungen anzubieten, wird wieder weiter gemacht wie bisher und es wird sich [...]
Die Geschichte wird mittlerweile langweilig, weil es nach bekanntem Muster weitergeht. Anstatt einfach mal komplett reinen Tisch zu machen und echte Lösungen anzubieten, wird wieder weiter gemacht wie bisher und es wird sich weiter versucht, zu drücken. Fairer Weise muss man sagen, viele Käufer dieser Autos jucken die Abgaswerte nicht wirklich, sondern nur der Umstand, dass sie jetzt Schererreien deswegen haben. Wir leben nach dem Motto, was juckt mich das Klima, was juckt mich die Umwelt allgemein, solange ich noch meinen schicken Wagen fahren kann und es bequem habe. Herzlichen Glückwunsch.
josefinebutzenmacher 04.08.2018
5. @ kuhuna
Entweder du weißt es nicht besser oder verbreitest bewusst die Unwahrheit. Fakt ist: ein Diesel kostet gegenüber einem vergleichbaren Benziner mehr KfZ-Steuer (übrigens auch Versicherung). Wegen des niedrigeren CO2 Ausstoßes [...]
Entweder du weißt es nicht besser oder verbreitest bewusst die Unwahrheit. Fakt ist: ein Diesel kostet gegenüber einem vergleichbaren Benziner mehr KfZ-Steuer (übrigens auch Versicherung). Wegen des niedrigeren CO2 Ausstoßes ist die Mineralölsteuer etwas niedriger. Aber Subvention? Ich bekomme für meinen A5 nichts vom Staat. Falls es doch Subventionen dafür geben sollt poste bitte , wo man diese beantragen kann. Danke.

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