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Mobilität

Berlin

Radfahrer müssen zickzack fahren

Berlin ist bekannt für umstrittene Bauprojekte. Es muss nicht immer ein Flughafen sein, der für Aufsehen sorgt. Derzeit beschäftigt ein kurioser Fahrradweg die Menschen in der Hauptstadt.

Foto: DPA
Mittwoch, 08.08.2018   18:00 Uhr

Viele Wege führen bekanntlich ans Ziel - nicht immer ist die direkteste Strecke auch die schönste oder beste. Im Rennen um die kurioseste liegt Berlin weit vorn. Ein ungewöhnlicher Radweg im gutbürgerlichen Stadtteil Zehlendorf gibt vielen Menschen Rätsel auf: Wer ihn benutzen will, muss zickzack fahren.

Die Markierungen an der Leo-Baeck-Straße sind jeweils in Höhe der Bäume verrückt. "Das war so nicht geplant", sagte die zuständige Bezirksstadträtin Maren Schellenberg. Offensichtlich habe es Kommunikationsprobleme mit der zuständigen Baufirma gegeben. "Eigentlich ist es ja ganz hübsch, aber es kann auf keinen Fall so bleiben", so Schellenberg.

Auf Twitter spotteten die Nutzer über die seltsame Fahrspur - vom "Tetris Radweg" ist die Rede. Die skurrilen Markierungen sollen nun ersetzt werden. Durch eine gerade Linie.

Berlin will Fahrradstadt werden

Häme kommt auch deshalb, weil Berlin verstärkt in den Fahrradverkehr investiert, um mit anderen fahrradfreundlicheren Großstädten wie Amsterdam oder Kopenhagen gleichzuziehen. In den kommenden Jahren sollen deshalb mehrere Schnellwege in der Hauptstadt entstehen, Kreuzungen zugunsten von Radlern umgebaut und Tausende Stellplätze für Bikes geschaffen werden. Das erste Mobilitätsgesetz Deutschlands, welches das Land Berlin erst Anfang Juli verabschiedet hatte, bevorzugt erstmals umweltschonende Mobilität vor dem Auto - und damit auch den Radverkehr.

Trotz verschiedener Offensiven hinkt Deutschland bei der Infrastruktur für Fahrräder international hinterher. Zuletzt sorgte ein Radweg in der niederländischen Kleinstadt Meerssen für Aufsehen. Dort erhielten Radfahrer in einer Straße deutlich mehr Platz als Autofahrer.

Sie kennen selbst einen kuriosen Radweg? Dann schreiben Sie uns (gern mit Foto) an spon.auto@spiegel.de

Video: Die RADikalen

Foto: SPIEGEL TV

mhu/dpa

insgesamt 70 Beiträge
bakiri 08.08.2018
1.
Komisch...ich lebe in berlin im stadtteil steglitz-zehlendorf und habe davon noch nichts gehört...scheint in berlin nicht so wichtig zu sein ;-)
Komisch...ich lebe in berlin im stadtteil steglitz-zehlendorf und habe davon noch nichts gehört...scheint in berlin nicht so wichtig zu sein ;-)
nochfragen? 08.08.2018
2. Sinn oder Unsinn, das ist hier keine Frage
Denn diese Pinselei ist ohnehin vollkommen unnötig, es sei denn natürlich, die daneben liegende Fahrbahn tarnt sich lediglich als ruhige Wohngebietsstraße und ist in Wirklichkeit eine stark frequentierte, sechsspurige [...]
Denn diese Pinselei ist ohnehin vollkommen unnötig, es sei denn natürlich, die daneben liegende Fahrbahn tarnt sich lediglich als ruhige Wohngebietsstraße und ist in Wirklichkeit eine stark frequentierte, sechsspurige Stadtautobahn. Wieso man mit dem Rad hier nicht auf eben jener Fahrbahn fahren sollte, erschließt sich mir nicht.
tz33 08.08.2018
3. Was soll man dazu sagen ?
Ausser, dass es sich hierbei um einen weiteren Beweis dafür handelt, dass in dieser Stadt wirklich nichts mehr funktioniert. Und das kann ich als geboren er Berliner, der die Entwicklung der Stadt über die letzten 40 Jahre [...]
Ausser, dass es sich hierbei um einen weiteren Beweis dafür handelt, dass in dieser Stadt wirklich nichts mehr funktioniert. Und das kann ich als geboren er Berliner, der die Entwicklung der Stadt über die letzten 40 Jahre verfolgen konnte, aus täglichem Erleben so feststellen. Für die Zugereisten oder Touristen mag das tägliche Chaos ja pittoreske Züge haben, lebt man auf Dauer hier ist ist man von der Dysfunktion der Stadt auf allen Ebenen und insbesondere in Politik und Verwaltung nur noch genervt.
simie 08.08.2018
4.
Der "Radweg" wäre auch ohne diesen Fehler ein Beispiel dafür, wie man es nicht macht. Wie man erkennen kann ist der viel zu schmal und aufgrund dessen, dass er einfach auf dem Füßgängerweg aufgepinselt ist, dürfte [...]
Der "Radweg" wäre auch ohne diesen Fehler ein Beispiel dafür, wie man es nicht macht. Wie man erkennen kann ist der viel zu schmal und aufgrund dessen, dass er einfach auf dem Füßgängerweg aufgepinselt ist, dürfte der Radweg nur zu weiteren Irritationen zwischen Radfahrern und Fußgängern führen. Es ist eigentlich peinlich, dass heute noch solche Wege eingerichtet werden.
rainerwäscher 08.08.2018
5. Haupsache die Autos haben freie Bahn
Das ist überhaupt gar kein vorschriftsmäßiger Fahrradweg, das sind nur auf den Fußweg gemalte Linien. Das könnte man sich auch sparen und lediglich ein Schild "Radfahrer frei" aufstellen. So macht man das in [...]
Das ist überhaupt gar kein vorschriftsmäßiger Fahrradweg, das sind nur auf den Fußweg gemalte Linien. Das könnte man sich auch sparen und lediglich ein Schild "Radfahrer frei" aufstellen. So macht man das in meiner Stadt, wenn man die Radfahrer von der Fahrbahn weg haben will. Die Autofahrer sind die nervigen Radfahrer los und die Fußgänger wissen im allgemeinen nicht, dass die Radfahrer auf sie Rücksicht nehmen müssen und nur Schritttempo fahren dürfen., was natürlich niemnad macht.
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