Schrift:
Ansicht Home:
Mobilität

Caravaning-Neuheiten

Jetzt ist Schloss!

Die Deutschen reisen gern - und am liebsten im mobilen Eigenheim. Die Caravaning-Branche eilt von einem Rekord zum nächsten, auch, weil die Campingmobile immer luxuriöser ausgestattet werden.

Knaus
Von Christian Frahm und Jürgen Pander
Samstag, 13.01.2018   07:22 Uhr

Klammes Bettzeug, wackelige Gaskocher, geblümte Sitzbezüge - Campingmobile waren früher nur was für Hartgesottene. Wer es sich leisten konnte, urlaubte in Hotels oder Pensionen. Heute ist es genau umgekehrt: Billigurlaub findet in riesigen Hotelresorts statt, individuell und luxuriös reist man heute im mobilen Smarthome. Ceran-Kochfelder, Dusche, Fußbodenheizung, nach draußen ausklappbare Bettnischen, stufenlos dimmbare Panoramascheiben, riesige Flatscreens - Wohnwagen- und Wohnmobilhersteller überbieten sich mit stets noch raffinierteren Verwöhndetails.

Die geballte Präsenz solcher Innovationen ist jetzt auf der ersten großen Caravaning- und Tourismusfachmesse des Jahres, der CMT (Camping, Motor, Touristik) in Stuttgart zu sehen. Die Neuheitenschau der Branche findet in diesem Jahr zum 50. Mal statt (13. bis 21. Januar), und das so groß wie noch nie. Auf 120.000 Quadratmetern gibt es alles, was das fahrende Volk begehrt. Allein für die Hersteller von Wohnwagen und Reisemobilen sind sechs der zehn CMT-Messehallen reserviert, insgesamt tausend Freizeitfahrzeuge werden hier vorgestellt.

Inzwischen gibt es für jeden Anspruch das passende Mobil. Vom neuen Leichtbau-Wohnwagen von Dethleffs mit einem Gesamtgewicht von 638 Kilogramm bis zum neuen Kompakt-Wohnmobil Ford Westfalia Nugget Plus mit verlängertem Wohnraum und separater Toilette; vom neuen Knaus-Reisemobil Boxdrive auf Basis des VW Crafter bis zum teilintegrierten Wohnmobil Q18 von Protec mit ausziehbaren Wohnraumerweiterungen auf beiden Seiten und über die gesamte Länge; von neuen Eriba-Troll-Sondermodellen im Zweifarb-Retro-Look bis zum Wohnmobil Florida Tango von HRZ, dem ersten Modell in der "bis sechs Meter"-Klasse mit Längsbetten und separatem Essplatz.

Nahezu jeder Hersteller zeigt zudem neue digitale Anwendungen: Füllstände von Gas- oder Wassertanks, die per App abrufbar sind, High-End-Klimaanlagensteuerungen oder Rundumkameras für den schnellen Überblick von drinnen. Camping, ob im Wohnwagen oder Wohnmobil, das bedeutet heute Drei-Sterne-Urlaub - mindestens.

Neue Kunden, neue Ansprüche

Das lockt natürlich auch Menschen an, die sich bislang eher weniger fürs Nomadentum interessierten. Und die neuen Kunden animieren wiederum die Hersteller zu immer neuen Annehmlichkeiten. Was die Caravaning-Branche, in der in Deutschland rund 95.000 Beschäftigte arbeiten, insgesamt beflügelt. 2017 wuchsen die Neuzulassungen von Wohnwagen und Reisemobilen in Deutschland um jeweils rund 15 Prozent. Insgesamt bedeutete das mehr als 40.000 neue Wohnmobile und mehr als 20.000 neue Wohnwagen - die exakten Zahlen wird der CIVD (Caravaning Industrie Verband Deutschland) erst in den kommenden Tagen vorlegen.

"Wir rechnen 2018 mit weiterem deutlichen Wachstum und einem neuen Rekordergebnis", sagt Daniel Onggowinarso, Geschäftsführer des CIVD. Es wäre das achte in Folge für die Reisemobilhersteller, das fünfte in Folge für die Wohnwagenbauer. Passend dazu meldete auch VW Nutzfahrzeuge für den Campingbus VW California - eine Art Urmeter dieses Fahrzeuggenres - einen neuen Rekord: 2017 wurden 15.155 VW-Camper hergestellt, so viele wie noch nie und ein Plus von 18 Prozent gegenüber dem Vorjahr, das auch schon mit einer Rekordmarke endete.

Urlaub auf eigener Achse und im vertrauten Ambiente ist das neue Statussymbol einer auf Individualität bedachten Konsumgesellschaft. Getrieben wird das Wachstum zudem von einem starken Gebrauchtfahrzeugmarkt und einem seit Jahren anhaltenden Wachstum im Vermietgeschäft von Freizeitfahrzeugen.

Eine Auswahl wichtiger Premieren und Innovationen, die im Bereich Reisemobil und Wohnwagen auf der CMT präsentiert werden, finden Sie in der Bildergalerie zu den Messeneuheiten.

insgesamt 74 Beiträge
huz6789 13.01.2018
1. Plage
Wohnmobile werden zu einer Plage. Nicht wenige Wohnmobilbesitzer haben zwar eine Menge Geld ins Fahrzeug investiert, vor Ort aber wird gespart, was das Zeug hält. Die Karre wird bei Aldi zu Hause voll gehauen, um möglichst kein [...]
Wohnmobile werden zu einer Plage. Nicht wenige Wohnmobilbesitzer haben zwar eine Menge Geld ins Fahrzeug investiert, vor Ort aber wird gespart, was das Zeug hält. Die Karre wird bei Aldi zu Hause voll gehauen, um möglichst kein Geld im Land lassen zu müssen. Kostenloses Campen neben dem Campingplatz, aber die Infrastruktur nutzen. Das Jedermannsrecht in den Nordländern wird bis zum Anschlag ausgenutzt. Ein Französin sagte mal recht treffend "Viele tanken nur und lassen ihren Müll da". Das trifft natürlich nicht alle, aber leider immer mehr und mehr. Wenn künftig immer mehr Rentner kommen, die Bedarf nach langem, billigen Urlaub haben, dann wird sich die Lage weiter verschlimmern. Die Kommunen wehren sich inzwischen mit Durchfahrsperren und mit (teils zu bezahlenden) hässlichen Beton-Abstellplätzen in der Nähe der Glascontainer. Das kann man inzwischen überall in Europa beobachten. Hier endet dann der Traum von der Freiheit. Wollten die Urlauber das ? Wollten wir das ?
polkupyöränilmapumppu 13.01.2018
2. Camping
besitzt seinen Reiz durch seine Einfachheit und der Reduzierung. Beim Camping spielt das Erlebnis mehr im Draußen statt. Bei dem Bling Bling mit seinem schnöden und langweilen Oeuvre eines Möbeldiscountprospekts deutscher [...]
besitzt seinen Reiz durch seine Einfachheit und der Reduzierung. Beim Camping spielt das Erlebnis mehr im Draußen statt. Bei dem Bling Bling mit seinem schnöden und langweilen Oeuvre eines Möbeldiscountprospekts deutscher Mittelmäßigkeit wird mir übel. Da kann man jedem fetten Fingerabdruck hinterher wischen. Rollende Dekadenz mit Flat-TV ... kann mir echt gestohlen bleiben. Da bleibe ich doch lieber zu Hause.
Sibylle1969 13.01.2018
3.
Wohnmobile sind leider wahnsinnig teuer. Für neue Fahrzeuge mit voller Ausstattung sind oft schon mindestens 60.000 Euro fällig, und selbst für 15-20 Jahre alte, gut gepflegte gebrauchte werden noch Preise aufgerufen, die [...]
Wohnmobile sind leider wahnsinnig teuer. Für neue Fahrzeuge mit voller Ausstattung sind oft schon mindestens 60.000 Euro fällig, und selbst für 15-20 Jahre alte, gut gepflegte gebrauchte werden noch Preise aufgerufen, die Wohnmobilurlaub zu einem sehr teuren Vergnügen machen.
smartphone 13.01.2018
4. Strategisches Denken
Nun ,angesichts der exorbitant steigenden Wohnkosten lohnt sich so langsam so ein Nomadenfahrzeug. Nur muß sich die Behördokratie im SInne "briefkastenwohnsitz" umstellen ... Man kann ggfs den Arbeitgebern schnell [...]
Nun ,angesichts der exorbitant steigenden Wohnkosten lohnt sich so langsam so ein Nomadenfahrzeug. Nur muß sich die Behördokratie im SInne "briefkastenwohnsitz" umstellen ... Man kann ggfs den Arbeitgebern schnell hinterherziehen , braucht kein Zweitauto usw und hat zum Auswandern nach Spanien etc auch seine Bleibe dabei .... Ansonsten ist das wie mit jedem Trend , wenn der Hype beginnt, ist die Sache quasi uninteressant - wie auch bei vielen ach so tollen Pattayas dieser Welt . Es stinkt nach Diesel , gerne auch Abwasser und verbranntem Plastik, wenn das Meer zu arg zugemüllt.... Wenn man als Kundiger weis , daß man so irgendmöglich kein/ nie in ein Paxflieger einsteigt .... Bleibt nur Wohnung oder Mobilwohnen in D CH, Österreich ....
BuenaBanana 13.01.2018
5. Zu 1.
Es steht den skandinavischen Ländern frei eine Vigniette wie in Österreich einzuführen. Plage? Wozu die theatralische Aufregung?
Es steht den skandinavischen Ländern frei eine Vigniette wie in Österreich einzuführen. Plage? Wozu die theatralische Aufregung?

Verwandte Artikel

Mehr im Internet

Artikel

© SPIEGEL ONLINE 2018
Alle Rechte vorbehalten
Vervielfältigung nur mit Genehmigung der SPIEGELnet GmbH
TOP