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Mobilität

CO2-Grenzwerte

EU einigt sich auf Abgasgrenzwerte für Lkw und Busse

Erstmals schreibt die EU-Grenzwerte für Lkw und Busse fest. Diese fielen allerdings lascher aus, als vom EU-Parlament gefordert, weil einige Länder strengere Klimaziele blockierten - insbesondere Deutschland.

DPA

Lkw und Autos auf A24

Dienstag, 19.02.2019   13:53 Uhr

Für Lastwagen und Busse hat die EU erstmals strenge Klimaschutzvorgaben vereinbart. Unterhändler der Mitgliedstaaten und des Europaparlaments einigten sich am Dienstag darauf, dass der durchschnittliche Kohlendioxidausstoß neuer Fahrzeuge von 2030 an um 30 Prozent niedriger liegen muss als im Jahr 2019. Für 2025 soll ein Zwischenziel von 15 Prozent eingeführt werden.

Die Fahrzeughersteller hatten bis zuletzt versucht, die neuen Vorgaben zu verhindern. Sie argumentieren unter anderem, dass sich im Fernverkehr alternative Antriebe wie Elektromotoren nur schwer durchsetzen ließen. Ursprünglich hatte das EU-Parlament ehrgeizigere Ziele gefordert. Es wollte bis 2030 eine Senkung der CO2-Werte um 35 Prozent und bis 2025 ein Zwischenziel von 20 Prozent.

Der niederländische Grünenpolitiker und zuständige Berichterstatter des Europäischen Parlaments, Bas Eickhout, kritisierte deswegen am Dienstag die Mitgliedstaaten. "Insbesondere Deutschland, Italien und einige zentraleuropäische Länder haben stärkere Klimaziele blockiert", sagte er. Dies schade langfristig nicht nur dem Klima, sondern auch der europäischen Industrie. Dennoch bezeichnete Eickhout die Einigung als großen Erfolg. Die Verordnung werde dazu beitragen, die Verschmutzung auf den Straßen zu verringern und die Luftqualität zu verbessern, kommentierte er.

Nutzfahrzeuge haben weniger Einsparpotenzial

Dass die neuen Vorgaben für die Hersteller von Lastwagen und Bussen weniger streng sind als die für Autos liegt daran, dass Käufer von Lastwagen und Bussen zur Gewinnmaximierung grundsätzlich wesentlich stärker auf einen niedrigen Verbrauch achten als die von Autos. Dies wiederum hat zur Folge, dass Nutzfahrzeughersteller eher verbrauchsoptimierte Fahrzeuge herstellen und deswegen nicht ganz so viel Einsparpotenzial haben.

Auf neue Klimavorgaben für Autos hatten sich die EU-Staaten und das Europaparlament bereits im vergangenen Dezember verständigt. Bei Neuwagen soll der Kohlendioxidausstoß demnach bis 2030 um 37,5 Prozent im Vergleich zu 2021 sinken.

cfr/dpa

insgesamt 37 Beiträge
astaubach 19.02.2019
1. Trotzdem Erfolg
30% weniger statt 35% weniger. Klar, für die Grünen geht dadurch die Welt unter. Als Normalmensch würde ich das trotzdem als Erfolg werten und nicht von "Blockade" sprechen.
30% weniger statt 35% weniger. Klar, für die Grünen geht dadurch die Welt unter. Als Normalmensch würde ich das trotzdem als Erfolg werten und nicht von "Blockade" sprechen.
Raisti 19.02.2019
2.
Also alles beim alten. Die Welt retten dürfen die Bürger, während die Wirtschaft die Carte Blanche hat. Freue mich dann wieder darauf, die Berichte zu lesen, in denen das nicht erreichen der Klimaziele beklagt wird und die [...]
Also alles beim alten. Die Welt retten dürfen die Bürger, während die Wirtschaft die Carte Blanche hat. Freue mich dann wieder darauf, die Berichte zu lesen, in denen das nicht erreichen der Klimaziele beklagt wird und die Schuld dem Bürger zugeschoben wird.
calinda.b 19.02.2019
3. Natürlich blockt die BRD
Mittlerweile kennen sie ja ihre betrügerischen Firmen und wissen, dass die nichts halbwegs Schwieriges hinkriegen.
Mittlerweile kennen sie ja ihre betrügerischen Firmen und wissen, dass die nichts halbwegs Schwieriges hinkriegen.
tiropites 19.02.2019
4. Dann soll die EU auch die Autos bauen,
die die Abgaswerte einhalten
die die Abgaswerte einhalten
hardeenetwork 19.02.2019
5. Ich schämen mich
für mein Land. Wir entwickeln uns zu "Umweltschweinen" und sind nicht besser wie alle anderen Luftverpesster dieser Welt. Große Worte und eine mehr als schwache Realität. Man kann nur noch Grün wählen um dieses [...]
für mein Land. Wir entwickeln uns zu "Umweltschweinen" und sind nicht besser wie alle anderen Luftverpesster dieser Welt. Große Worte und eine mehr als schwache Realität. Man kann nur noch Grün wählen um dieses Desaster zu stoppen.

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