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Mobilität

ICCT-Studie

Elektroautos deutlich klimafreundlicher als Fahrzeuge mit Verbrennungsmotor

Die Klimabilanz von Elektroautos ist besser, als von Kritikern gern behauptet. Die CO2-Ersparnis beträgt einer im SPIEGEL vorgestellten Studie zufolge schon heute ein Drittel.

DPA

Elektroauto an einer Ladestation

Von
Freitag, 09.02.2018   18:18 Uhr

Geht es ums Klima, macht der Autoverkehr Politikern und Umweltschützern die größten Sorgen. Der Ausstoß von Treibhausgasen aus Verbrennungsmotoren ist nicht gesunken, sondern steigt sogar weiter an. Auch der vermeintlich spritsparende Dieselmotor, der lange von der Industrie als Lösung für das Klimaproblem des Autos propagiert wurde, hat daran nichts geändert.

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Heft 7/2018
Der Preis der Macht
 

Die Hoffnung liegt deshalb im Elektromotor, so wie er in Tesla-Modellen oder dem BMW i3 verbaut ist. Zurecht, wie jetzt eine Studie belegt, die dem SPIEGEL vorliegt.

Hier geht es zur Studie:

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Nach einer Untersuchung des Forschungsinstituts International Council on Clean Transportation (ICCT), das elf Forschungsarbeiten zu dem Thema analysiert hat, sind Elektroautos klimafreundlicher als Wagen mit Verbrennungsmotoren, auch wenn Studien oft das Gegenteil behaupten. (Diese Meldung stammt aus dem SPIEGEL. Den neuen SPIEGEL finden Sie hier.)

Auch in Deutschland erweist sich die Technik als überlegen

Demnach sparen die strombetriebenen Fahrzeuge über einen Lebenszyklus von 150.000 Kilometern zwischen 28 und 72 Prozent des Treibhausgases Kohlendioxid ein. Die Bandbreite ist so groß, weil auch der unterschiedliche CO2-Ausstoß bei der Produktion der Batterien von E-Autos einkalkuliert werden muss.

Außerdem ist zu berücksichtigen, in welchen Ländern die Batterien aufgeladen werden. In Deutschland werden dabei aufgrund des hohen Anteils von Kohlestrom größere Mengen Treibhausgas produziert als in Norwegen oder Frankreich. Doch auch hierzulande erweist sich die neue Antriebsform unterm Strich als überlegen.

Laut der ICCT-Studie hat das Elektroauto spätestens nach drei Jahren den Diesel oder Benziner in seiner Klimabilanz überholt. "Dieser Vorsprung wird sich noch weiter vergrößern, wenn die Batterieproduktion und die Stromquellen grüner werden", sagt der Deutschland-Chef von ICCT, Peter Mock. Seine Organisation war maßgeblich an der Aufdeckung der Abgasmanipulationen von VW beteiligt.

Das ICCT ist eine gemeinnützige Organisation

Das ICCT ist eine gemeinnützige Organisation mit der Aufgabe, lobbyfreie Forschung zu betreiben und wissenschaftliche und technische Analysen für Umweltbehörden zu erstellen. Finanziert wird das ICCT überwiegend aus privaten Stiftungen wie der ClimateWorks Foundation oder der Hewlett Foundation.

Dieses Thema stammt aus dem neuen SPIEGEL-Magazin - am Kiosk erhältlich ab Samstagmorgen und immer freitags bei SPIEGEL+ sowie in der digitalen Heft-Ausgabe.

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insgesamt 161 Beiträge
rumpelstilzchen1980 09.02.2018
1.
Diese Innovation wird dann wohl den Diesel vernichten. Aber die Entscheidung fällt nicht mehr in D. Im Kern brauchen wir weniger Autos, nicht nur einen anderen Antrieb. Die zentralen Probleme in den wachsenden Städten, [...]
Diese Innovation wird dann wohl den Diesel vernichten. Aber die Entscheidung fällt nicht mehr in D. Im Kern brauchen wir weniger Autos, nicht nur einen anderen Antrieb. Die zentralen Probleme in den wachsenden Städten, die das Auto in seiner aktuellen Form auslöst sind nicht durch einen Antriebstausch lösbar.
Oskaraus der Tonne 09.02.2018
2. Och, Mensch...
... jetzt widerlegt hier eine unabhängige Studie glatt die Argumente der Ewiggestrigen. Müssen die sich jetzt schlecht fühlen, dass sie so an der Nase herumgeführt wurden und das auch noch lautstark propagiert haben.
... jetzt widerlegt hier eine unabhängige Studie glatt die Argumente der Ewiggestrigen. Müssen die sich jetzt schlecht fühlen, dass sie so an der Nase herumgeführt wurden und das auch noch lautstark propagiert haben.
DerAndereBarde 09.02.2018
3. Wie schön es wäre
Wie schön wäre es doch, wenn wir alle Umweltprobleme im Griff hätten... Aber nicht alle Skeptiker sind Ewiggestrige! Insbesondere sollte an diesem kurzen Artikel der Verweis auf Frankreich, das hohe Anteile von Atomstrom hat, [...]
Wie schön wäre es doch, wenn wir alle Umweltprobleme im Griff hätten... Aber nicht alle Skeptiker sind Ewiggestrige! Insbesondere sollte an diesem kurzen Artikel der Verweis auf Frankreich, das hohe Anteile von Atomstrom hat, zu denken geben. Wenn wir also alle Autos mit Kernreaktoren unter der Haube ausstatten würden, wäre das auch prima für den CO2-Ausstoss... IRONIE OFF. Wer eindimensionale Fragen stellt, bekommt eindimensionale Antworten.
bretone 09.02.2018
4. Darf ich lachen?
Es wird hier geflissentlich unterschlagen, dass für den kompletten Austausch des aktuellen deutschen Fuhrparks mit Elektro-Autos ein wunderbares Argument aus dem Hut gezaubert wird, die hierfür nötige Energie weiterhin in [...]
Es wird hier geflissentlich unterschlagen, dass für den kompletten Austausch des aktuellen deutschen Fuhrparks mit Elektro-Autos ein wunderbares Argument aus dem Hut gezaubert wird, die hierfür nötige Energie weiterhin in Atomkraftwerken produzieren zu lassen ... Augen auf, Deutschland! Und mit einem Altmaier hat die GroKo einen gestandenen Atomlobbyisten auf der Minister-Gehaltsliste!
AlternativeMeinung 09.02.2018
5. Post eins mal gleich wieder den Dieselping ausgelöst
Hier geht es um alle Verbrenner, der Diesel hat damit primär nichts zu tun. Leider wurde beim elektroauto nicht der wirtschaftliche Schaden durch blödes rumstehen eingerechnet. also... Aufgaben für die Studienersteller: [...]
Hier geht es um alle Verbrenner, der Diesel hat damit primär nichts zu tun. Leider wurde beim elektroauto nicht der wirtschaftliche Schaden durch blödes rumstehen eingerechnet. also... Aufgaben für die Studienersteller: "Tankzeiten" einrechnen Umweltschäden durch Infrastrukturaufbau einrechnen aber vor allem: Strahlenschäden und Endlagerung von radioaktiven Abfall einrechnen.
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