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Hamburger Hafen

Entscheidung über Ersatz für Köhlbrandbrücke fällt im Herbst

Sie gilt als Wahrzeichen Hamburgs - doch weil viele Containerschiffe nicht mehr durchpassen, soll die Köhlbrandbrücke ersetzt werden. Die Alternativen sind kaum weniger spektakulär.

DPA

Die Köhlbrandbrücke

Mittwoch, 11.04.2018   17:35 Uhr

Die Silhouette Hamburgs könnte bald um ein Wahrzeichen ärmer sein. Die Köhlbrandbrücke muss weichen - sie ist altersschwach und außerdem zu niedrig: Große Containerschiffe passen nicht mehr unter der Brücke durch und können das moderne Terminal in Altenwerder nicht erreichen.

Die Hafenbehörde HPA prüft deshalb zwei Optionen: Den Bau einer neuen Brücke - sie müsste allerdings 20 Meter höher sein als das 1974 errichtete Exemplar - sowie einen Tunnel mit zwei Röhren.

Extraspur für autonome Containertransporter

Ein Tunnel könnte allerdings gleich mehrere Probleme lösen: Denn neben der Fahrbahn für Autos und Lkw könnte er ein zweites Stockwerk für autonom fahrende Containertransporter erhalten, berichtet das"Hamburger Abendblatt". Dadurch müssten bis zu 350.000 Container im Jahr nicht mehr oberirdisch durch den Hafen transportiert werden. Zusätzlich könnte es im neuen Tunnel auch eine eigene Spur für Fahrräder geben.

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Containerschiffe: Die 20.000-Kästen-Kasten

Doch nicht nur wegen der größeren Schiffewird ein Neubau unumgänglich. Die Lebenszeit der Brücke sei 2030 überschritten, erklärte der technische Geschäftsführer der HPA, Matthias Grabe. Dieses Problem hätte jedoch auch eine neue Brücke: Auch ihre Lebensdauer wäre begrenzt und um Jahrzehnte kürzer als die eines Tunnels, so das zuständige Planungsbüro Babendererde gegenüber dem "Abendblatt". Zwar sei der Bau des Tunnels zunächst teurer, man müsse jedoch die Instandhaltungskosten mit einrechnen, so Geschäftsführer Tim Babendererde, "und die sind bei der Brücke sehr viel höher".

Welches Konzept letztendlich verwirklicht wird, will die HPA im Herbst verkünden. Die Kosten der beiden Varianten konnte die Behörde jedoch noch nicht beziffern, die Bauzeit der neuen Verbindung soll fünf bis sechs Jahre betragen.

ene

insgesamt 22 Beiträge
go2dive 11.04.2018
1.
1974 gebaut und 2030 hat sie ihre Lebenszeit überschritten?! Ich verstehe nicht, wie die Golden Gate Bridge, die Brooklyn Bridge und die Harbour Bridge in Sydney so lange stehen und funktionieren können. Diese wurden doch sehr [...]
1974 gebaut und 2030 hat sie ihre Lebenszeit überschritten?! Ich verstehe nicht, wie die Golden Gate Bridge, die Brooklyn Bridge und die Harbour Bridge in Sydney so lange stehen und funktionieren können. Diese wurden doch sehr lange vor der Köhlbrandbrücke eingeweiht und niemand spricht davon sie abzureißen weil sie das Ende ihres Lebenszykluses erreicht hätten.
Flari 11.04.2018
2.
Jeder Bau ist eine Frage der Wirtschaftlichkeit/Kosten. Stahlbrücken haben den Vorteil, dass man JEDEN angerosteten Stahlträger, Verbindung, Niete, Verschraubung, etc. auswechseln KANN. Gleichzeitig erfordern Stahlbrücken [...]
Zitat von go2dive1974 gebaut und 2030 hat sie ihre Lebenszeit überschritten?! Ich verstehe nicht, wie die Golden Gate Bridge, die Brooklyn Bridge und die Harbour Bridge in Sydney so lange stehen und funktionieren können. Diese wurden doch sehr lange vor der Köhlbrandbrücke eingeweiht und niemand spricht davon sie abzureißen weil sie das Ende ihres Lebenszykluses erreicht hätten.
Jeder Bau ist eine Frage der Wirtschaftlichkeit/Kosten. Stahlbrücken haben den Vorteil, dass man JEDEN angerosteten Stahlträger, Verbindung, Niete, Verschraubung, etc. auswechseln KANN. Gleichzeitig erfordern Stahlbrücken einen bedeutend höheren Unterhaltungsaufwand alleine durch regelmässige Entrostung und Anstrich ggü. Betonkonstruktionen. Für die von Ihnen genannten "Monumente" nehmen die jeweiligen Städte jede Kosten zum Erhalt in Kauf, andersrum krachen andere Stahlbrücken in den USA und Australien regelmässig in sich zusammen... Was natürlich auch Betonbrücken passieren kann.
kay_ro 11.04.2018
3.
Nach den guten Erfahrungen mit der Elbphilharmonie bin ich gespannt. Kostenexplosionen sind wohl unvermeidlich und die Dauerbaustelle macht das Ganze dann perfekt.
Nach den guten Erfahrungen mit der Elbphilharmonie bin ich gespannt. Kostenexplosionen sind wohl unvermeidlich und die Dauerbaustelle macht das Ganze dann perfekt.
dasfred 12.04.2018
4. Für mich ist es das erste große Bauwerk,
dass ich schon im halbfertigen Zustand erlebt und danach ein paar Mal benutzt habe und dem ich nun beim Abriss zusehen kann. Soweit mir bekannt, war bei der Planung mit wesentlich weniger Schwerverkehr geplant. Dieser Verkehr [...]
dass ich schon im halbfertigen Zustand erlebt und danach ein paar Mal benutzt habe und dem ich nun beim Abriss zusehen kann. Soweit mir bekannt, war bei der Planung mit wesentlich weniger Schwerverkehr geplant. Dieser Verkehr lässt die Brücke natürlich schneller altern. Auch die Größe der Schiffe, die heute den Hafen anlaufen, hat damals niemand für möglich gehalten. Egal, was nun als Alternative gebaut wird, ich hege Zweifel, ob die Stadt Hamburg Zeit und Kosten unter Kontrolle haben wird.
c.PAF 12.04.2018
5.
Die Begründung, daß die Brücke zu niedrig ist, rechtfertigt keinen Abriß. Also ist sie zusätzlich auch altersschwach, damit der Abriß gerechtfertigt ist. Andererseits scheint der Tunnel ja wirklich eine deutliche [...]
Die Begründung, daß die Brücke zu niedrig ist, rechtfertigt keinen Abriß. Also ist sie zusätzlich auch altersschwach, damit der Abriß gerechtfertigt ist. Andererseits scheint der Tunnel ja wirklich eine deutliche Verbesserung darzustellen, trotzdem will man wohl größere Diskussionen um den Abriß vermeiden.

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