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Mobilität

Überschall-Zug in Frankreich

400-Einwohner-Dorf soll Hyperloop bekommen

Fünf Jahre ist es her, dass Elon Musk die Idee einer Rohrpost für Menschen vorstellte. Nun könnte die Bahn ausgerechnet in einem französischen Dorf realisiert werden.

Transpod

Das Hyperloop-Konzept von Transpod

Mittwoch, 08.08.2018   18:13 Uhr

Ein französisches Dorf mit knapp 400 Einwohnern soll die futuristische Hochgeschwindigkeitsbahn Hyperloop bekommen - als Teststrecke. Das kanadische Startup Transpod will noch in dieser Woche für den Ort Droux gut 200 Kilometer nordöstlich von Bordeaux eine Bauerlaubnis beantragen, erklärte Unternehmensgründer Sébastien Gendron. Unterstützt wird er von örtlichen Verantwortlichen.

Der Hyperloop wird von den Machern als "Zug der Zukunft" beworben. Er soll Reisende mit einer Geschwindigkeit von mehr als tausend Kilometern pro Stunde transportieren. Dafür werden Transportkapseln - sogenannte "Pods" - in einem geschlossenen Tunnel mit elektromagnetischem Antrieb bewegt. Die hohe Geschwindigkeit sollen sie durch ein Vakuum im Tunnel erreichen, wodurch der Luftwiderstand sinkt.

Anwohner äußern Bedenken

Nach Ansicht von Gendron könnten Menschen und Frachtgüter so "mit der Geschwindigkeit eines Flugzeugs im Rhythmus einer U-Bahn befördert werden". Die Präfektur des Départements Haute-Vienne sieht in dem Projekt einen Gewinn für die Region und hatte für den Bau geworben.

Gegen die rund drei Kilometer lange Teststrecke in Droux gibt es allerdings auch Widerstand: Bei einer Bürgerversammlung äußerten Anwohner Bedenken über eine mögliche Verschandelung der Landschaft oder Lärm. Eine Studie zu den Umweltauswirkungen ist noch in der Mache.

Foto: AP

Das Konzept für den Zukunftszug war 2013 von Elon Musk vorgestellt worden und stieß weltweit auf Interesse. Seitdem arbeiten mehrere Unternehmen an der Umsetzung. Die Stadt Cupertino, Hauptsitz von Apple und anderen IT-Firmen, möchte mit der futuristischen Lösung ihre Pendlerprobleme lösen, die Virgin-Gruppe des Milliardärs Richard Branson investierte bereits in die Technologie.

ene/AFP

insgesamt 103 Beiträge
adieu2000 08.08.2018
1. Früher waren es Staaten oder Regierungen die in die Zukunft investierten
Heute ist das anders, da haben Andere das Geld um zu entscheiden was die Menschheit braucht und was uns oder ihnen nützt.
Heute ist das anders, da haben Andere das Geld um zu entscheiden was die Menschheit braucht und was uns oder ihnen nützt.
tchantchès 08.08.2018
2. So oder so ähnlich...
...alles schon da gewesen. https://de.wikipedia.org/wiki/Aérotrain
...alles schon da gewesen. https://de.wikipedia.org/wiki/Aérotrain
hoeffertobias 08.08.2018
3. Absoluter Unsinn!
Der Vorteil des durch das Vakuum ermöglichten geringen Luftwiderstandes ist nur bei wirklich hohen Geschwindigkeiten vorhanden, und die wiederum nur bei sehr langen Strecken wirklich vorteilhaft. Dafür muss man aber die gesamte [...]
Der Vorteil des durch das Vakuum ermöglichten geringen Luftwiderstandes ist nur bei wirklich hohen Geschwindigkeiten vorhanden, und die wiederum nur bei sehr langen Strecken wirklich vorteilhaft. Dafür muss man aber die gesamte Strecke mit zwei Röhren versehen und diese auf Betonstelzen setzen. Dazu eine aufwändige Schleusentechnik für die Passagiere und eine noch aufwändigere Sicherung der Röhren. Dagegen hätte man - im Verhältnis zum ICE - nur den Vorteil der Energieeinsparung durch den geringeren Luftwiderstand. Wird sich also nie und nimmer rechnen. Dafür braucht man nicht einmal einen Taschenrechner. Musik träumt Mal wieder mit dem Geld seiner Jünger. Soll er!!
seine-et-marnais 08.08.2018
4. Hyperloop ins Defizit?
Noch krankt die SNCF an einem Superdefizit und der Ausbau der TGV-Linie nach Bordeaux hat durch die Privatfinanzierung kräftige Fahrpreiserhöhungen verursacht, da man 'Pacht' an die private Realisationsgesellschaft zahlen muss, [...]
Noch krankt die SNCF an einem Superdefizit und der Ausbau der TGV-Linie nach Bordeaux hat durch die Privatfinanzierung kräftige Fahrpreiserhöhungen verursacht, da man 'Pacht' an die private Realisationsgesellschaft zahlen muss, da kommt so ein Projekt das sicherlich nur mit staatlicher Hilfe machbar ist, gerade zur (un)rechten Zeit. Paris-Bordeaux ist heute in gut 2 Std Fahrzeit möglich ( ca 650 km) , in welche Richtungen möchte man denn den zukünftigen Personenverkehr mit 1000 km/h durch diese Röhren schiessen. Der Nahverkehr in Frankreich bricht täglich oft zusammen weil sowohl in die Strecken als auch in die Züge seit Jahren ungenügend investiert wird, er ist das Opfer des TGV-Wahnsinns, die flächendeckende Versorgung des ÖPNV ist einer der grossen Streitpunkte zwischen Regierung, Regionen und Kommunen. Wer will kann die Ruinen des Aérotrains besichtigen, zwischen Paris und Orléans entlang der N20 nördlich von Orléans. Der Staat hat kein Geld mehr um weitere Investitionsruinen zu finanzieren.
mainstreet 08.08.2018
5. gescheiterte Objekte als Touristenattraktion?
Das Projekt ist zwar technisch machbar aber die Trassenkosen und das Vakuum in der Röhre bleiben als schwerwiegende Sicherheitsfaktoren für Passagiere bestehen und passender wäre der Ausdruck "Unsicherheitsfaktor". [...]
Das Projekt ist zwar technisch machbar aber die Trassenkosen und das Vakuum in der Röhre bleiben als schwerwiegende Sicherheitsfaktoren für Passagiere bestehen und passender wäre der Ausdruck "Unsicherheitsfaktor". Für eine Touristenattraktion mag dies reizvoll sein aber mit der heutigen bestehenden Verkehrsstruktur in Form von Hochgeschwindigkeitstrassen ist dieses Projekt nicht kombinierbar und wird ein Fall für die Geschichtsbücher bleiben in der Rubrik "technische Errungenschaften der Menschheit." Für Weltraumstationen könnte ein gewisser Nutzen bestehen aber das liegt in weiter Zukunft um Stationen auf anderen Planeten zu verbinden und Trassen auf Stelzen sind da sicher nicht notwendig und eine Vakuumröhre in das Weltall jedenfalls von der Erde bis dorthin wird an der Erdanziehung scheitern. Aber Menschen müssen auch andere wichtigere Dnge auf der Erde zunächst besser meistern vor allem den Verbrauch der Ressourcen usw...

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