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Mobilität

Statt Fahrverboten

Kiel testet Stickoxid-Absauganlage

Stickoxide und Feinstaub einfach absaugen - so will Kiel ein Dieselfahrverbot vermeiden. Bei Radfahrern könnte das Gerät jedoch für Frust sorgen.

Purevento
Freitag, 11.01.2019   10:19 Uhr

Stickoxide absaugen statt älteren Dieseln die Durchfahrt verbieten: Diesen Plan verfolgt die Stadt Kiel mit einem silbernen Kasten in der Größe eines Lieferwagens. Das Gerät der Firma Purevento soll voraussichtlich Ende Januar am Kieler Theodor-Heuss-Ring zwischen der Dithmarscher Straße und dem Krusenotter Weg aufgestellt werden, direkt an einer Stickoxid-Messstation. Das geht aus einem Bericht der "Kieler Nachrichten" hervor.

Die Anlage soll auf einem Radweg direkt am Fahrbahnrand stehen, der dafür über den Gehweg umgeleitet wird - allerdings nur im Testbetrieb für einige Wochen. Dabei sollen das Ansaugverhalten, der entstehende Lärm und die Abluft ermittelt werden, bei einem positiven Ergebnis könnten dann mehrere Exemplare aufgestellt werden.

Nicht lauter als ein "belebtes Café"

Laut Hersteller ist der sogenannte Stadtluftreiniger nicht lauter als die "Geräuschkulisse eines belebten Cafés" und soll nur zu den Stoßzeiten aktiv werden. Je nach Bedarf reinige er pro Stunde rund 40.000 Kubikmeter Luft und soll 85 Prozent der Schadstoffe aus der eingesogenen Luft herausfiltern. Der dafür nötige Ansaugluftstrom ist laut Hersteller ungefähr so kräftig wie der eines größeren Staubsaugers.

ene

insgesamt 77 Beiträge
greendeal 11.01.2019
1. Schildbürgerstreich
Da sieht man wieder was der entfesselte Kapitalismus für seltsame Blüten treibt. Wirtschaftlich gesehen genial, Dieselstinker können weiter stinken, und der Hersteller der Filterwagens macht Rendite. Arbeitsplätze [...]
Da sieht man wieder was der entfesselte Kapitalismus für seltsame Blüten treibt. Wirtschaftlich gesehen genial, Dieselstinker können weiter stinken, und der Hersteller der Filterwagens macht Rendite. Arbeitsplätze Arbeitsplätze. Symptom- statt Ursachenbekämpfung Funktioniert auch prima im Gesundheitswesen. Vom gesunden Menschenverstand her jedoch: Schwachsinn Pur!
didel-m 11.01.2019
2. Klasse! Endlich mal was kreatives. So wehren sich die Städte eben!
Allerdings fürchte ich, das der emsige DUH auch diese Geräte wieder wegklagen wird. Am Ende bleibt nur Anpassung der Grenzwerte auf sinnvolles Niveau. Und ja, das geht.
Allerdings fürchte ich, das der emsige DUH auch diese Geräte wieder wegklagen wird. Am Ende bleibt nur Anpassung der Grenzwerte auf sinnvolles Niveau. Und ja, das geht.
Patenting 11.01.2019
3. Wenn der Prophet nicht zum Berg kommt ...
... dann muss halt der Berg (Absauganlage) zum Prophet (Messstation). Grotesk!
... dann muss halt der Berg (Absauganlage) zum Prophet (Messstation). Grotesk!
d-c-r 11.01.2019
4. Neben einer Messstelle?
Bessere Idee: Mit einem dünnen Plasteschlauch und Ventilator direkt frische Waldluft zur Messstation pusten. Dürfte deutlich günstiger sein und die Radfahrer müssen auch nicht umgeleitet werden.
Bessere Idee: Mit einem dünnen Plasteschlauch und Ventilator direkt frische Waldluft zur Messstation pusten. Dürfte deutlich günstiger sein und die Radfahrer müssen auch nicht umgeleitet werden.
ajf00 11.01.2019
5. Herzlichen Glueckwuhnsch
Die Luft nur direkt an der Messstation reinigen und den Fahrradverkehr behindern. Die Kieler Politiker beweisen das sie die kluegsten Menschen sind die das Problem komplett erfasst haben.
Die Luft nur direkt an der Messstation reinigen und den Fahrradverkehr behindern. Die Kieler Politiker beweisen das sie die kluegsten Menschen sind die das Problem komplett erfasst haben.
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