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CO2-Emissionen

EU will erstmals den Verbrauch von Lkw und Bussen begrenzen

Für Autos legt die EU schon seit mehreren Jahren CO2-Grenzwerte fest, nun soll auch der Verbrauch von Nutzfahrzeugen bis 2030 reduziert werden. Die Pläne der Kommission gehen selbst großen Konzernen nicht weit genug.

Volkswagen

Mehrere Lkw

Donnerstag, 17.05.2018   13:42 Uhr

Nach Autos will die EU-Kommission auch bei Lastwagen den Ausstoß von Kohlendioxid mit neuen Grenzwerten deutlich senken. Die durchschnittlichen CO2-Emissionen von schweren Nutzfahrzeugen sollen 2030 mindestens 30 Prozent unter dem Niveau von 2019 liegen, teilte die Kommission am Donnerstag mit. Als Zwischenetappe soll der Ausstoß bis 2025 um 15 Prozent fallen. Dieses Ziel sei verbindlich und könne durch den Einsatz von Technologien erreicht werden, die bereits heute auf dem Markt seien. Der Ausstoß von CO2 ist unmittelbar an den Spritverbrauch gekoppelt.

Zuvor hatten mehrere Großunternehmen, darunter die Supermarktkette Carrefour, das Einzelhandelsunternehmen Tchibo und die Transportkonzerne DB Schenker und Alstom schärfere Abgasregeln für Lkw gefordert. Der Verkehrssektor sei "Europas größtes Klimaproblem" und für 27 Prozent des gesamten Treibhausgasausstoßes der EU verantwortlich, erklärten sie in einem Brief an EU-Kommissionspräsident Jean-Claude Juncker.

Härtere Grenzwerte technisch möglich

Besonders schlimm seien Lkw, sie machten bereits ein Viertel aller Abgase im Straßenverkehr aus - Tendenz steigend. Im November hatte die Brüsseler Behörde bereits ähnliche Vorgaben für Autos gemacht. Das Parlament und die Mitgliedstaaten müssen den Plänen noch zustimmen.

Technisch wären jedoch sogar noch härtere Grenzwerte möglich. Einer Studie des International Council on Clean Transportation (ICCT) zufolge könnte der CO2-Ausstoß neuer Lastwagen bis 2025 um 27 Prozent und bis 2030 sogar um 43 Prozent gesenkt werden. Und das wäre laut der ICCT-Analyse nicht einmal teurer: Die notwendigen Technologien würden sich demnach innerhalb eines Jahres bezahlt machen und den Betreibern der Lkw jährlich 7700 Euro an Kraftstoffkosten sparen.

Der Verband der Automobilindustrie (VDA) kritisierte die Pläne der EU. "Die CO2-Reduzierungsziele sind insgesamt zu ambitioniert und können Industrie und Transportbranche überfordern", heißt es in einer Stellungnahme des VDA-Präsidenten Bernhard Mattes. Mattes war lange Zeit Chef von Ford Deutschland.

ene/Reuters

insgesamt 12 Beiträge
noalk 17.05.2018
1. Warum?
"Zuvor hatten mehrere Großunternehmen ... schärfere Abgasregeln für Lkw gefordert." - - - Ich unterstelle denen mal, dass es denen keineswegs um Umweltschutz geht, sondern darum, dass sie dann bei gleichem [...]
"Zuvor hatten mehrere Großunternehmen ... schärfere Abgasregeln für Lkw gefordert." - - - Ich unterstelle denen mal, dass es denen keineswegs um Umweltschutz geht, sondern darum, dass sie dann bei gleichem Spritverbrauch und damit insgesamt geringeren Kosten noch mehr LKWs durch die Landschaft fahren lassen können.
mopsfidel 17.05.2018
2. 30 Prozent unter dem Niveau von 2019
Also können die LKW-Produzenten bis nächstes Jahr noch ordentlich (oder auch künstlich) die Emissionen hoch drehen. Dann fallen die 30 Prozent nicht zu stark ins Gewicht. Ist das der Verdienst von Lobbyverbänden, oder ist [...]
Also können die LKW-Produzenten bis nächstes Jahr noch ordentlich (oder auch künstlich) die Emissionen hoch drehen. Dann fallen die 30 Prozent nicht zu stark ins Gewicht. Ist das der Verdienst von Lobbyverbänden, oder ist die Kommission einfach nur dämlich?
Bruno Bug 17.05.2018
3. Deutsche Umwelt Hysterie
Ich hoffe, dass sich endlich eine Partrei klar gegen den deutschen Umweltwahn stellt. Die Klimaerwärmung ist etwas das gut für uns ist (schöne lange Sommer) und schlecht für Amis und Chinesen. Die sollen sich darum kümmern. [...]
Ich hoffe, dass sich endlich eine Partrei klar gegen den deutschen Umweltwahn stellt. Die Klimaerwärmung ist etwas das gut für uns ist (schöne lange Sommer) und schlecht für Amis und Chinesen. Die sollen sich darum kümmern. Und das ganze Theater um Abgase ist so was von lächerlich und abstrus. Wir haben in unseren Städten Luft die man in China und Indien als Kurmittel verkaufen könnte. Dazu ist der öffentliche Nahverkehr was für kollektive Masochisten. Nervig, übel riechend und zeitverschwendend. Ein Hoch auf den Individualverkehr, der hoffentlich bald Dank autonom fahrender Taxis den öffentlichen Nahverkehr abschaffen wird.
krautrockfreak 17.05.2018
4. Es wird Zeit, dass man der Seuche "LKW-Verkehr" entgegen tritt
Immer mehr LKW auf unseren Straßen, die kostbares Öl verbrennen, die Luft verpesten, jede Menge Tote kosten, die Straßen zerstören und jede Menge unnötiges Zeugs bzw. leer durch die Gegend fahren, gesteuert von willigen [...]
Immer mehr LKW auf unseren Straßen, die kostbares Öl verbrennen, die Luft verpesten, jede Menge Tote kosten, die Straßen zerstören und jede Menge unnötiges Zeugs bzw. leer durch die Gegend fahren, gesteuert von willigen Arbeitssklaven zu Hungerlöhnen! Der totale Wahnsinn, was bei uns abgeht und keiner traut sich an die Lösung des Problems (zu billiger Transport): die Maut auf mindestens das zehnfache anheben (was immer noch lächerlich wenig wäre).
oldman2016 17.05.2018
5. Kostenbewusste Speditionen
Kostenbewusste Speditionen profitieren auf Dauer von geringerem Dieselverbrauch.Sie müssen zudem mit steigenden Rohölpreisen und Dieselpreisen rechnen. Allerdings habe ich wegen des prognostizierten Anstiegs des [...]
Kostenbewusste Speditionen profitieren auf Dauer von geringerem Dieselverbrauch.Sie müssen zudem mit steigenden Rohölpreisen und Dieselpreisen rechnen. Allerdings habe ich wegen des prognostizierten Anstiegs des Güterverkehrsaufkommens wenig Hoffnung, dass sich der CO2-Ausstoß mit den beabsichtigten Grenzwerten reduzieren lassen wird. Dennoch eine richtige Entscheidung der Kommission.

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