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Verkehrspolitik

Regierungsberater empfehlen Quote für E-Autos

Ein Expertengremium fordert ein Umlenken der Bundesregierung in der Verkehrspolitik: Für eine umweltfreundlichere Mobilität brauche es die E-Auto-Quote.

DPA

BMW X5 xDrive40e als Plug-in-Hybrid an einer Ladesäule

Donnerstag, 23.11.2017   10:29 Uhr

Ein Umwelt-Beratergremium der Bundesregierung schlägt in einem Sondergutachten eine Quote für Elektrofahrzeuge vor. Im Jahr 2025 sollten mindestens ein Viertel aller neuen Pkw und leichten Nutzfahrzeuge elektrisch fahren. "Der Verkehrssektor hat bisher keinen Beitrag zur Senkung der Treibhausgasemissionen geleistet", sagte Claudia Kemfert laut Pressemitteilung. "Die Elektromobilität ist hocheffizient und marktreif. Wir müssen jetzt zügig umsteigen". Die Professorin für Energieökonomie ist Mitglied des Sachverständigenrats für Umweltfragen (SRU) und leitet die Abteilung Energie, Verkehr und Umwelt am Deutschen Institut für Wirtschaftsforschung.

Das Ergebnis des SRU stellt die Verkehrspolitik der Bundesregierung in Frage. Bundeskanzlerin Angela Merkel lehnt eine E-Auto-Quote ab. Zuletzt wurden auch der Vorschlag für eine Quote emissionsfreier Fahrzeuge in der EU ab 2030 auf Betreiben der deutschen Autoindustrie torpediert.

Um die Quote ab 2025 zu erfüllen, müsse die Ladeinfrastruktur ausgebaut und die staatliche Förderung über das Jahr 2020 verlängert werden, heißt es vom SRU. Zudem schlagen die sieben Experten vor, die Pkw- und Lkw-Maut zu einem "streckenabhängigen und flächendeckenden Mautsystem" weiterzuentwickeln.

Schneller Ausbau erneuerbarer Energien

Die sieben Professorinnen und Professoren des SRU plädieren dafür, die Steuervergünstigung für Diesel in dieser Legislaturperiode abzuschaffen, da sie ökologisch nicht gerechtfertigt sei. Zudem sei eine Verlagerung des Verkehrs von der Straße auf die Schiene nötig. Da der Verkehr mehr Strom benötige, wenn der E-Auto-Anteil steige, sei ein schnellerer Ausbau der erneuerbaren Energien erforderlich.

Der SRU berät die Bundesregierung seit 45 Jahren. Der Verkehrssektor in Deutschland stößt heute trotz aller Einsparziele immer noch so viel CO2 aus wie 1990. CO2 gilt als Verursacher für den Klimawandel.

mhu/dpa

insgesamt 195 Beiträge
felisconcolor 23.11.2017
1. Wissen
diese Energieexperten auch das man Elektroautos nicht mit einem nassen Bindfaden aufladen kann? HUHU aufwachen. Es gibt keine Infrastruktur. Auch in den nächsten 5 - 10 Jahren nicht annähernd ausreichend. Oder soll jeder [...]
diese Energieexperten auch das man Elektroautos nicht mit einem nassen Bindfaden aufladen kann? HUHU aufwachen. Es gibt keine Infrastruktur. Auch in den nächsten 5 - 10 Jahren nicht annähernd ausreichend. Oder soll jeder Haushalt sein Verlängerungskabel aus dem Küchenfenster hängen lassen? Stelle ich mir lustig vor. the same procedure as every time. Man baut Atomöfen bevor man die Asche entsorgen kann. Man baut Windkrafträder und Solaranlagen obwohl man weiss das es KEINE ausreichenden Speichermöglichkeiten gibt (auch noch auf Jahre hinaus) und jetzt will man auf Teufel komm raus Elektroautos auf den Markt drücken obwohl man weiss das man sie nicht versorgen kann. Aber ich weiss was besseres, im Himmel ist Jahrmarkt und stellt euch vor ich habe Freikarten für euch.
penie 23.11.2017
2. Wie soll das gehen?
Will man die Bürger zwingen, e-Autos zu kaufen? Oder müssen die Händler dann eine Menge Tageszulassungen für e-Autos produzieren um diese dann auf dem Hof stehen zu lassen? e-Autos sind heute noch nicht marktreif und kein [...]
Will man die Bürger zwingen, e-Autos zu kaufen? Oder müssen die Händler dann eine Menge Tageszulassungen für e-Autos produzieren um diese dann auf dem Hof stehen zu lassen? e-Autos sind heute noch nicht marktreif und kein Mensch weiß. ob di Batterietechnik schnell genug weiter entwickelt werden kann. Die Politik denkt anscheinend immer noch, sie könnte physikalische Gesetze erlassen.
investor3000 23.11.2017
3.
Es ist richtig endlich die Diesel-Subvention abzuschaffen und vielleicht die Kosten für Arbeit zu senken. Gerhard Schröder hatte mal die Mineralöl-Steuer erhöht und im Gegenzug die Einkommenssteuer gesenkt. Heute wird er für [...]
Es ist richtig endlich die Diesel-Subvention abzuschaffen und vielleicht die Kosten für Arbeit zu senken. Gerhard Schröder hatte mal die Mineralöl-Steuer erhöht und im Gegenzug die Einkommenssteuer gesenkt. Heute wird er für sein "Job-Wunder" gefeiert. Die heute Verantwortlichen lobe Ihn dafür zwar, erhöhen aber jährlich die kumulierte "Steuer&Abgaben"-Last für Arbeitnehmer und Arbeitgeber bei gleichzeitiger Subvention des dreckigen Dieselmotors. Mut zum regieren wäre angebracht. Eine Entlastung der Wirtschaft (AG&AN) bringt uns voran, möglichst hochgezüchtet Diesel-Karrosen nicht.
g5z2z542gv 23.11.2017
4. Wie soll das gehen?
Wir sind nicht in China, wo der Staat derartige Quoten per Planwirtsachaft diktieren kann. Es gibt in unserem freien Markt keinen Zwang für Konsumenten und Händler, bestimmte Güter und Produkte in vorgegebener Menge abzunehmen, [...]
Wir sind nicht in China, wo der Staat derartige Quoten per Planwirtsachaft diktieren kann. Es gibt in unserem freien Markt keinen Zwang für Konsumenten und Händler, bestimmte Güter und Produkte in vorgegebener Menge abzunehmen, um sie dann auf Halde verroten zu lassen, nur damit die Quote stimmt. Was sollen das für Experten sein, die nichtmal 3 Millimeter nach links und rechts schauen können ? Wer Elektroautos in nennenswerten Stückzahlen verkaufen will, muss erstmal die Rahmenbedingungen schaffen und die Produkte auch konkurrenzfähig machen. Aber das ist in Deutschland immer noch nicht gegeben, obwohl nun schon bald 10 Jahre darüber fabuliert wird.
ufox 23.11.2017
5. Hybrid ist die Lösung
Wer sponsort diese Leute? Irgendjemand will doch davon profitieren? Und das wird nicht die Umwelt sein. E-Autos sind noch nicht marktreif, siehe Teslas aktuelle Probleme. Aber es gibt eine Alternative, die bereits im Markt [...]
Wer sponsort diese Leute? Irgendjemand will doch davon profitieren? Und das wird nicht die Umwelt sein. E-Autos sind noch nicht marktreif, siehe Teslas aktuelle Probleme. Aber es gibt eine Alternative, die bereits im Markt verfügbar ist - Hybrid. Was ist denn der Grund für die Eile zur Einführung des E-Autos? Die Luftverschmutzung in den Städten. Die Politik hat Angst vor Fahrverboten. Das kann man natürlich mit einem E-Auto umgehen, aber wer kann sich so ein Ding schon leisten? Zumal es eben keinen vollwertigen Ersatz für einen hocheffizienten Verbrenner mit 1000km Reichweite gibt. Also was..? Muss ich mir einen E-Zweitwagen kaufen um in die Stadt zu fahren? Denn meinen Verbrenner kann ich nicht hergeben, ich will ja in den Urlaub fahren. Und da ist doch der Hybrid eine verfügbare Alternative. Elektrisch in die Stadt, Verbrenner für Langstrecke. Warum gibt es hierfür nicht die maximale Förderung??? Ganz abgesehen von den sozialen Problemen, die ein Umstieg der Autofirmen auf E-Autos mit sich bringt. Das kostet uns Millionen an Arbeitsplätzen - das Wenige, das noch gefertigt werden muss, wird in China gebaut. Das wird uns in eine tiefe Krise stürzen.

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Welche Typen von Elektroautos gibt es?

Reiner Elektroantrieb
Diese Fahrzeuge haben keinen klassischen Antriebsstrang mehr, der vom Motor die Bewegungsenergie auf die Räder überträgt. Stattdessen sind in den Radnaben Elektromotoren, die Energie kommt aus einem Akku, der an der Steckdose aufgeladen werden kann. Weil die Speicherkapazität der Batterien noch nicht mit einem klassischen Automobil vergleichbar ist, haben einige Elektromobile einen sogenannten Range Extender an Bord - einen kleinen Generator, der die Elektromotoren mit Energie versorgt, wenn der Akku leer ist.

Beispiele: Tesla Model S, VW E-Up, VW E-Golf, Renault Zoe, BMW i3, Ford Focus Electric, Nissan Leaf, Mercedes B-Klasse E-Drive
Hybridantrieb
Hybridautos haben zusätzlich zum klassischen Verbrennungsmotor einen Akku an Bord. Wenn der leer ist, springt der Benziner an. Eine Variante sind sogenannte Mild-Hybrid-Systeme, bei denen der Stromantrieb nur parallel unterstützend läuft, um den Benzinverbrauch zu reduzieren. Der Akku wird in der Regel durch Bremskraftrückgewinnung und einen Dynamo geladen. Zukünftige Hybridfahrzeuge sollen aber auch an der Steckdose aufladbar sein.

Beispiele: Toyota Prius, Toyota Prius+, VW Golf GTE, Porsche Panamera S E-Hybrid, Porsche 918 Spyder, Volvo V60 PiH, BMW i8
Brennstoffzellenantrieb
Bei diesen Fahrzeugen tankt man statt Benzin flüssigen Wasserstoff. In einer chemischen Reaktion wird das Hydrogen in der Brennstoffzelle in elektrische Energie umgewandelt, die dann das Fahrzeug antreibt. Anders als bei reinen Elektrofahrzeugen ist die Infrastruktur für den Wasserstoff eine ungelöste Frage. Vorteil der Brennstoffzellenfahrzeuge ist ihre größere Reichweite.

Beispiele: Hyundai ix35, Honda FCX Clarity, Hamburger Nahverkehrsbusse (Mercedes-Benz), Toyota Mirai
Range Extender
Im Gegensatz zu den herkömmlichen Elektroautos haben Range Extender einen Verbrennungsmotor an Bord, der anspringt, wenn die Ladung der Batterie zur Neige geht. Vorteil: Die Reichweite steigt auf das Niveau eines Autos mit konventionellem Antrieb. Vorreiter dieser Spezies ist der Opel Ampera, der die Kraft des Verbrenners aber auch nutzt, wenn die volle Leistung zum Beispiel auf der Autobahn abgerufen wird.

Beispiele: Opel Ampera (baugleich mit Chevrolet Volt), BMW i3 (optional mit Benzinmotor)

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