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Auto

Tödlicher "Autopilot"-Unfall

Tesla legt sich mit US-Behörde an

Der Elektroauto-Pionier Tesla liegt wegen der Aufklärung eines tödlichen Unfalls mit einer US-Behörde im Clinch. Die Firma von Tech-Milliardär Elon Musk kündigte nun eine Beschwerde beim Kongress an.

DPA/ KTVU

Tödlicher Tesla-Unfall in Kalifornien (Archivfoto)

Freitag, 13.04.2018   10:47 Uhr

Der Elektroautobauer Tesla hat mächtig Ärger wegen der Aufklärung eines tödlichen Unfalls, bei dem das Fahrassistenzsystem "Autopilot" eingeschaltet war. Das für die Verkehrsaufsicht zuständige National Transportation Safety Board (NTSB) schloss Tesla am Donnerstag von der Mitwirkung an der Untersuchung aus. Dieser Schritt gilt als durchaus ungewöhnlich, die Behörde selbst erklärte der Schritt sei selten, aber bereits mehrere Male erfolgt. Zuvor hatte die Firma die Vereinbarung zur Kooperation ihrerseits aufgekündigt. Später heizte Tesla die Lage weiter an und kündigte sogar eine Beschwerde über die Behörde beim US-Kongress an.

Im Zentrum des Streits steht der Vorwurf, Tesla habe sich nicht daran gehalten, während der Ermittlungen keine Informationen zum Unfall zu veröffentlichen. Das Unternehmen hatte nach dem Unfall dem dabei ums Leben gekommenen Fahrer die Schuld gegeben und dies mit Informationen aus der eigenen Unfalluntersuchung begründet. Nachdem die Familie des Fahrers sich ebenfalls zu Wort gemeldet hatte, bekräftigte die Firma ihre Sicht der Dinge. Tesla habe ohne Erlaubnis Informationen an die Öffentlichkeit gegeben, teilte das NTSB mit. So etwas führe häufig zu "Spekulationen und falschen Annahmen".

Das Abkommen sei "inakzeptabel", da es für mehr als ein Jahr untersage, Informationen zum Fahrassistenten "Autopilot" zu veröffentlichen, hielt Tesla entgegen. Doch damit nicht genug: Später legte die Firma von Tech-Milliardär Elon Musk nach und griff die Behörde scharf an. Das NTSB kümmere sich mehr um Schlagzeilen als um Sicherheitsfragen, hieß es in einem ausführlichen Statement. Die Behörde habe selbst wiederholt unvollständige Informationen an die Medien durchgestochen und damit ihre eigenen Regeln verletzt. "Wir werden eine offizielle Beschwerde beim Kongress einreichen."

Fahrer ignorierte laut Tesla Warnsignale

Bei dem tödlichen Unfall war am 23. März ein Tesla Model X auf einer Autobahn im kalifornischen Silicon Valley gegen einen Betonpoller gefahren. Mit dem "Autopilot" hatte es bereits zuvor Unfälle gegeben. Laut Tesla ist die einzige Erklärung für den tödlichen Zwischenfall jedoch ein Versagen des Fahrers. Dieser habe mehrere visuelle und eine akustische Warnung bekommen - und etwa fünf Sekunden Zeit und 150 Meter Entfernung bis zum Aufprall gehabt. Seine Hände seien vor der Kollision sechs Sekunden lang nicht am Lenkrad gewesen.

Unterdessen dauern die Schwierigkeiten bei Teslas Hoffnungsträger Model 3 an. Die bislang massiv hinter den eigenen Zielen zurückgebliebenen Fertigungszahlen dürften für Kunden, die auf ihr Auto warten, zu einer "Zeitverschiebung" von sechs bis neun Monaten führen, sagte Musk dem Sender CBS. Davon seien drei Monate aber schon vergangen und man mache Fortschritte. "Sie werden Ihr Auto definitiv bekommen", versprach der Tesla-Chef. Musk räumte ein, dass einige der Hunderttausenden Vorbestellungen inzwischen storniert wurden.


Planungen für Tesla-SUV laufen

DPA

Mehrere Tesla Model 3 in Kalifornien.

Die Erwartungen an Teslas ersten Mittelklassewagen für den Massenmarkt sind enorm hoch. Das ab 35.000 Dollar erhältliche Auto soll die Firma und damit auch die E-Mobilität von der Nische in den Mainstream bringen. Doch beim Anlauf der Serienfertigung hakt es bislang gewaltig, Musks ehrgeizige Ziele mussten schon mehrfach nach hinten verschoben werden. Bei Anlegern kamen die Nachrichten nicht gut an - Teslas Aktien schlossen am Donnerstag 2,3 Prozent schwächer.

Trotz der Probleme mit der US-Verkehrsaufsicht und der Produktion des Model 3 peilt Tesla Insidern zufolge die Produktion seines Geländewagens Model Y für November 2019 an. Die Firma nehme vorläufige Gebote für Zuliefererverträge entgegen, erfuhr die Nachrichtenagentur Reuters von zwei mit den Planungen vertrauten Personen. Das Model Y soll im Werk im kalifornischen Fremont gebaut werden, zwei Jahre später soll dann die Produktion in China beginnen. Tesla lehnte eine Stellungnahme ab.

Firmenchef Elon Musk hatte im Februar erklärt, Tesla strebe eine jährliche Produktionskapazität des Model Y von einer Million Fahrzeuge an, einen Zeitrahmen nannte er jedoch nicht.

ene/dpa/rtr

insgesamt 36 Beiträge
lathea 13.04.2018
1. Die selbstfahrenden Autos sind in der....
......jetzigen Form noch nicht praxistauglich. Man sollte sie am besten zunächst testweise im öffentlichen Nahverkehr einsetzen, jedoch auf festen, reservierten Fahrbahnspuren, die sich auch noch optisch abheben. Darin sehe ich [...]
......jetzigen Form noch nicht praxistauglich. Man sollte sie am besten zunächst testweise im öffentlichen Nahverkehr einsetzen, jedoch auf festen, reservierten Fahrbahnspuren, die sich auch noch optisch abheben. Darin sehe ich den größten Nutzen für die mittelbare Zukunft.
michi_meissner 13.04.2018
2. Der mensch macht noch mehr fehler....
Wir haben 3400 verkehrstote in deutschland, alle 1.4 mio km gibt es einen unfall mit todesfolge. Bei tesla gab es auf 270 mio gefahrene km mit autopilot AP2 nun 2 tödliche unfälle, ein hunderstel der menschlichen quote. Tesla [...]
Wir haben 3400 verkehrstote in deutschland, alle 1.4 mio km gibt es einen unfall mit todesfolge. Bei tesla gab es auf 270 mio gefahrene km mit autopilot AP2 nun 2 tödliche unfälle, ein hunderstel der menschlichen quote. Tesla sollte einen orden für diese technik erhaltrn und keine kritik.
Ogim 13.04.2018
3. Ungewöhnlicher Bericht
Nicht das übliche Tesla-Bashing sondern ein - nach meiner Meinung - ausgewogener Bericht über die aktuelle Situation des US-Autobauer.
Nicht das übliche Tesla-Bashing sondern ein - nach meiner Meinung - ausgewogener Bericht über die aktuelle Situation des US-Autobauer.
Naturrecht 13.04.2018
4.
Es ist es verständlich, dass Tesla vorab schon Informationen heraus gibt. Es ist ein börsennotierstes Unternehmen und Investoren reagieren auf so etwas sehr empfindlich. Der Schaden durch eine nicht Kommunizierung könnte [...]
Es ist es verständlich, dass Tesla vorab schon Informationen heraus gibt. Es ist ein börsennotierstes Unternehmen und Investoren reagieren auf so etwas sehr empfindlich. Der Schaden durch eine nicht Kommunizierung könnte durchaus höher sein, als eine Strafe durch die NTSB für die vorzeitige Publizierung des Geschehens seitens Tesla. @SPON Wieso schreibt der Autor immer - "Autopilot". War es denn kein Autopilot? Was genau wurde denn konkret von einem Computer übernommen und was musste der Fahrer noch machen? Ferner wird richtigerweise bei SPON über Gaffer negativ berichtet, aber warum zeigt man dann in diesem Artikel ein Bild von einem zerstörten Model X. Ich finde man sollte endlich mal aufhören genrell Bilder von Unfällen zu veröffentlichen.
acitapple 13.04.2018
5.
Naja, es geht ja auch nicht um den Autopiloten an sich, sondern um bürokratische/juristische Streitigkeiten. Ich kann Teslas Entscheidung gut nachvollziehen. Gerne wird bei solchen Unfällen auf die böse Technik [...]
Zitat von OgimNicht das übliche Tesla-Bashing sondern ein - nach meiner Meinung - ausgewogener Bericht über die aktuelle Situation des US-Autobauer.
Naja, es geht ja auch nicht um den Autopiloten an sich, sondern um bürokratische/juristische Streitigkeiten. Ich kann Teslas Entscheidung gut nachvollziehen. Gerne wird bei solchen Unfällen auf die böse Technik eingedroschen ohne Untersuchungsergebnisse abzuwarten. Tesla hat sich nur verteidigt. Ich erinnere mich da an die angebliche Pannenserie bei Toyota. Sogar amerikanische Politiker hatten offiziell vor Toyota gewarnt. Am Ende kam raus, dass ausnahmslos alle Unfälle auf menschliche Fahrfehler zurückzuführen waren.

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