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Mobilität

Tesla-Elektrowagen

Der schöne Schein des 35.000-Dollar-Autos

Tesla bringt die lang versprochene Basisversion des Model 3 an den Start, um dem E-Auto endlich zum Durchbruch zu verhelfen. Doch die Offensive kommt womöglich zu spät.

REUTERS

Tesla Model 3

Von
Freitag, 01.03.2019   20:53 Uhr

Der US-Elektroautobauer Tesla bietet das Model 3 jetzt wie ursprünglich versprochen für 35.000 Dollar (knapp 31.000 Euro) an. Damit soll das Elektroauto endgültig den Massenmarkt erobern. Doch während sich der Markstart des Autos immer wieder verzögert hat, haben mittlerweile auch andere Hersteller bereits E-Autos im Angebot, die es mit dem Elektropionier aus Palo Alto in Kalifornien aufnehmen sollen.

Die nun angekündigte Basisversion des Model 3 hat unter anderem eine kleinere Batterie mit 50 Kilowattstunden, die den Preis des Stromers noch einmal deutlich senkt - die bisher günstigste Variante kostete noch rund 10.000 Dollar mehr. Das Auto mit Heckantrieb erreicht im realitätsnahen Testverfahren der USA, dem EPA-Zyklus, eine Reichweite von 354 Kilometern. Die Höchstgeschwindigkeit des Model 3 liegt bei 209 Kilometern pro Stunde, die 100 km/h erreicht der Wagen bereits nach 5,6 Sekunden.

Für 37.000 Dollar bietet Tesla außerdem noch die Variante "Standard Range Plus" ab mit einer Reichweite von 386 Kilometern, einer Höchstgeschwindigkeit von 225 km/h und einer Beschleunigung von null auf 100 km/h in 5,3 Sekunden an. Mit einem solchen Auto hätte Tesla vor drei Jahren noch ein Alleinstellungsmerkmal gehabt. Doch inzwischen sind auch andere Modelle auf dem US-Markt zu finden, die ähnliches leisten.

Inzwischen gibt es viele Konkurrenten

Beispielsweise der Chevrolet Bolt EV, das US-Pendant zum Opel Ampera-E. Der Bolt kostet in den USA rund 36.600 Dollar und hat dank 60 Kilowattstunden Batteriekapazität sogar eine Reichweite von 383 Kilometern.

Der Hyundai Kona rangiert ebenfalls in diesem Bereich, kostet rund 36.400 Dollar und bietet sogar eine Batterie mit 64 kWh, die eine Reichweite von bis zu 415 Kilometern ermöglicht.

Ein weiterer Konkurrent kommt mit dem Nissan Leaf Plus ebenfalls noch in diesem Jahr auf den US-Markt. Das E-Auto wird dann mit einer 62 kWh-Batterie angeboten und hat eine Reichweite von rund 364 Kilometern. Auch wenn Nissan über die Preise noch schweigt, dürften sie ähnlich hoch wie bei der Konkurrenz liegen. Gleiches gilt für den Kia Soul EV, der eine 64kWh-Batterie und damit ebenfalls eine Reichweite jenseits der 400 Kilometer haben dürfte, wenn er im Verlauf des Jahres auf den US-Markt kommt.

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Vielleicht ist das auch ein Grund, warum Tesla-Chef Musk nun doch recht unerwartet mit dem 35.000-Dollar-Auto aufschlägt. Denn bei der Vorstellung der Quartalszahlen Ende Januar hatte Musk noch behauptet, dass man die günstige Einstiegsvariante derzeit noch nicht realisieren könne.

Eine Ansage an die deutschen Hersteller

"Tesla hat jetzt gemerkt, dass der Druck durch die Konkurrenz größer wird", sagt Stefan Bratzel, Direktor des Center of Automotive Management (CAM) in Bergisch Gladbach. Wenn Tesla erfolgreich sein wolle, müsse der Hersteller die Autos möglichst schnell zu Preisen anbieten, die vergleichbar mit denen von Verbrennern seien.

"Das ist jetzt aber auch eine Ansage an die deutschen Hersteller", so Bratzel. "Die müssen sich nun an diesem Kampfpreis orientieren und ebenfalls schnell die Kosten senken, um das E-Auto massentauglich zu machen." Als positives Beispiel nennt Bratzel den modularen Elektrifizierungsbaukasten (MEB) von Volkswagen, der noch in diesem Jahr die Basis für die neuen Elektromodelle der ID-Familie bilden wird. "Sollte der MEB die technischen Ansprüche erfüllen, hätte VW unter den deutschen Herstellern einen großen Vorsprung", sagt Bratzel. Doch sicher sei das noch nicht.

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Denn auch die Produktion des Model 3 hatte den Tesla lange vor Probleme gestellt. Im Januar kündigte Musk die Streichung von Tausenden Stellen an. Das Unternehmen stehe vor der "extrem schwierigen Herausforderung", seine Produkte zu konkurrenzfähigen Kosten im Wettbewerb mit den fossilen Energieträgern zu bauen. Deshalb müssten rund sieben Prozent der Vollzeitstellen wegfallen. Wer das Rennen macht ist also noch nicht sicher, auch wenn Tesla derzeit zumindest in den USA die Nase vorn hat.

Ein Ziel hat Tesla laut Bratzel allerdings schon heute erreicht: "Elon Musk hat viel dazu beigetragen, dass sich die Elektromobilität zum Massenphänomen entwickelt hat, an dem heute kein Weg mehr vorbeiführt."

Mit Material von AFP

insgesamt 294 Beiträge
friespeace 01.03.2019
1. Seriously??
Nichts gegen Konkurrenz und Vergleiche. Aber vergleicht ihr ernsthaft Mittelklasse (das Model 3 ist 4,70m lang und nutzt diesen Platz auch) mit Kleinwagen (chevy bolt 4,17m, Hyundai Kona ebenfalls) und argumentiert dann damit, [...]
Nichts gegen Konkurrenz und Vergleiche. Aber vergleicht ihr ernsthaft Mittelklasse (das Model 3 ist 4,70m lang und nutzt diesen Platz auch) mit Kleinwagen (chevy bolt 4,17m, Hyundai Kona ebenfalls) und argumentiert dann damit, dass diese ja beinahe gleich günstig seien???
Axeman 01.03.2019
2. Noch ist es ziemlich geeky
Tesla zu fahren. Diverse Ladekabel und Adapter-Konvolut im Kofferraum, dieser seltsame Touch-Screen (für mich das absolute Ausschlusskriterium), akribische Reiseplanung. Tesla bietet dem Massenpublikum noch längst nicht den [...]
Tesla zu fahren. Diverse Ladekabel und Adapter-Konvolut im Kofferraum, dieser seltsame Touch-Screen (für mich das absolute Ausschlusskriterium), akribische Reiseplanung. Tesla bietet dem Massenpublikum noch längst nicht den gewohnten Komfort der Verbrenner. Dazu noch der exorbitante Preis. 35k US$ netto entprechen in Europa (USt + Einfuhrzoll) nun mal 45k Euro. Für den Preis haben andere Mütter die hübscheren Töchter.
kirschlorber 01.03.2019
3. Herr Musk muss sich warm anziehen
Wenn Massenhersteller wie Toyota oder Volkswagen den Schalter umlegen dürfte sich bei Herrn Musk bald Katerstimmung breit machen.
Wenn Massenhersteller wie Toyota oder Volkswagen den Schalter umlegen dürfte sich bei Herrn Musk bald Katerstimmung breit machen.
Debattikus 01.03.2019
4. Warum?
Warum muss ein als ökologisch beschriebenes Auto unter 10s von Null auf 100 erreichen? Wann hört SPON endlich mit diesem Hypen der Beschleunigung auf. Ökologie und freie Fahrt für freie Bürger passt nicht. CO2 lässt sich nur [...]
Warum muss ein als ökologisch beschriebenes Auto unter 10s von Null auf 100 erreichen? Wann hört SPON endlich mit diesem Hypen der Beschleunigung auf. Ökologie und freie Fahrt für freie Bürger passt nicht. CO2 lässt sich nur mit Verzicht reduzieren. Auch in good old Michelland.
MartinHa 01.03.2019
5. Andere Autos nur schlecht verfügbar und kein Zugang zu Superchargern
Die genannten Autos sind leider allesamt nur sehr schlecht verfügbar. Oft gibt es Wartezeiten von 12 bis 18 Monaten, da die Anzahl der Autos für den deutschen Markt sehr gering angesetzt ist. Außerdem haben sie alle den [...]
Die genannten Autos sind leider allesamt nur sehr schlecht verfügbar. Oft gibt es Wartezeiten von 12 bis 18 Monaten, da die Anzahl der Autos für den deutschen Markt sehr gering angesetzt ist. Außerdem haben sie alle den Nachteil, dass sie deutlich langsamer als die Teslas laden (bei Kona, Soul und Niro geht es noch halbwegs, aber der Bolt/Ampera-e lädt nur mit einem Drittel der Geschwindigkeit eines Model 3). Auf Langstrecken sind hauptsächlich zwei Faktoren entscheidend dafür, wie schnell man voran kommt: Ladegeschwindigkeit und Verbrauch. Ein weiterer Vorteil der Teslas ist das Supercharger-Netzwerk. Hier kann man einfach und zuverlässig laden; bei anderen Anbieter ist das immer etwas kompliziert (welche Ladekarte oder App geht) und auch nicht zuverlässig (häufige technische Probleme). Tesla ist sicherlich nicht der heilige Gral, aber bietet eben durchaus echte Vorteile (aber natürlich auch Nachteile).
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