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Elektro-Shuttleservice

Hamburg genehmigt VW-Fahrdienst Moia

Volkswagen macht Bus und Bahn Konkurrenz. In Hamburg genehmigte der Senat den VW-Shuttleservice Moia. Noch vor Start des Projekts gibt es bereits Proteste.

REUTERS

Mit diesen Elektrobussen will Volkswagen nun in Hamburg seinen Fahrdienst Moia starten.

Freitag, 27.04.2018   11:33 Uhr

Die Hamburger können sich schon bald mit neuartigen Elektrobussen durch die Stadt chauffieren lassen. Der Senat hat den Betrieb für den neuen Fahrdienst Moia des Volkswagen-Konzerns genehmigt, teilte die Hamburger Verkehrsbehörde am Donnerstag mit. Der Fahrdienst könne schon im vierten Quartal dieses Jahres im Testbetrieb an den Start gehen. Zu Beginn wird eine geringe Anzahl ausgewählter und registrierter Fahrgäste das Angebot von Moia nutzen können. Ab Anfang 2019 könne der Betrieb dann umfassend erprobt werden.

Das Konzept ist ein Shuttleservice mit eigens für Hamburg entwickelten Elektrobussen, die per Smartphone-App zu virtuellen Haltepunkten gerufen werden können. Dabei erkennt das System, wenn mehrere Fahrgäste eine ähnliche Start- und Zielpositionen haben, die in gleicher Richtung liegen. Ist das der Fall, teilen sich mehrere Fahrgäste ein Fahrzeug und bezahlen einen Fahrpreis, der jeweils pro Person und Strecke berechnet wird. Im Mietwagenmodus kann der Fahrgast auch individuell und allein einen der Shuttlebusse buchen. Der Shuttleservice soll nach Angaben der Verkehrsbehörde die Lücke zwischen Taxiverkehr sowie Bus und Bahn schließen.

Von den beantragten 1000 Fahrzeugen darf Moia zunächst höchstens 500 auf die Hamburger Straßen bringen; die restliche Flotte darf nur dann ihren Dienst aufnehmen, wenn der öffentliche Nahverkehr dadurch nicht beeinträchtigt wird. Gegen Moia regt sich besonders in der Taxibranche Widerstand, über die sich der Senat jedoch hinweggesetzt hat. Mit den auferlegten Beschränkungen soll die Funktionsfähigkeit des Taxigewerbes sichergestellt werden.

Teurer als ÖPNV günstiger als ein Taxi

Die Taxifahrer fürchten dennoch um ihr Geschäft. Erst vergangene Woche demonstrierten sie mit einem Autokorso durch die Hamburger Innenstadt gegen den Fahrdienst von Volkswagen. Moia ruft laut Ankündigung im Testbetrieb Preise von maximal 30 Cent pro Kilometer und Fahrgast auf. Wie teuer es wird, wenn der Fahrdienst Anfang 2019 großflächig an den Start geht, verrät Moia noch nicht. "Wir werden preislich teurer als der ÖPNV aber günstiger als ein Taxi sein", sagt Christoph Ziegenmeyer, Sprecher von Moia. Demnach solle der ÖPNV auch künftig die günstigere Alternative bleiben. Zum Vergleich: Eine Kurzstrecke mit dem ÖPNV kostet in Hamburg 1,60 Euro (ca. drei Kilometer), für ein Taxi in Hamburg werden wochentags Preise von 1,50 bis 2,50 Euro pro Kilometer fällig.

In Hannover gibt es Moia schon seit längerem. Dort fahren allerdings herkömmliche VW-Busse mit Verbrennungsmotoren durch die Stadt. In der niedersächsischen Hauptstadt soll das Angebot von derzeit 30 Testfahrzeugen auf 250 Shuttlebusse erweitert werden.

cfr/dpa

insgesamt 47 Beiträge
olli08 27.04.2018
1. Wer zu spät kommt ...
Grundsätzlich ist JEDE Streckenbündelung zu begrüßen, wenn dadurch die Anzahl (bzw. der Raumbedarf) der gleichzeitig fahrenden Fahrzeuge reduziert wird. Dem HVV wird es nicht schaden, zu geringe Kapazität. Das Taxigewerbe ... [...]
Grundsätzlich ist JEDE Streckenbündelung zu begrüßen, wenn dadurch die Anzahl (bzw. der Raumbedarf) der gleichzeitig fahrenden Fahrzeuge reduziert wird. Dem HVV wird es nicht schaden, zu geringe Kapazität. Das Taxigewerbe ... nunja, es ist ja nicht so, dass man nicht schon vor Jahren von solchen Konzepten gehört hat. Wenn man wartet, bis sie realisiert werden, dann bleibt wohl nur noch Jammern ...
irungold 27.04.2018
2. Immer schön protestieren liebe Taxi Fahrer ...
ABER: 1. auf Kundenwünsche eingehen fehlanzeige... 2. überteuerte Preise aufrufen und kaum Service anbieten 3. kurze Strecken nicht fahren wollen, obwohl beförderungspflicht besteht 4. Kartenzahlungen ablehnen obwohl [...]
ABER: 1. auf Kundenwünsche eingehen fehlanzeige... 2. überteuerte Preise aufrufen und kaum Service anbieten 3. kurze Strecken nicht fahren wollen, obwohl beförderungspflicht besteht 4. Kartenzahlungen ablehnen obwohl mittlerweile übliches Zahlungsmittel 5. Vereinbarte Termine nicht einhalten 6. uvm... definitiv gibt es auch Taxi Unternehmer die ihren Job ernstnehmen und stets pünktlich und zuverlässig agieren. Leider ist dies mittlerweile die Ausnahme geworden... Und jetzt wo der Zug abgefahren scheint, andere Mitbewerber, die es eventuell besser und Kunden freundlicher gestallten, nicht in den Markt eindringen lassen wollen ... Selber schuld sag ich da und nutze Dienstleister, die meinen Ansprüchen entsprechen.
Doktor Weisenheimer 27.04.2018
3. Aufwachen, liebe Taxi-Fahrer!
Die Angst der Taxi-Fahrer ist berechtigt, aber wie naiv müssen Sie sein, wenn sie glauben mit ihren Protesten den Fortschritt aufhalten zu können? Zumal niemand wirklich freudestrahlend die für eine herkömmliche Taxifahrt [...]
Die Angst der Taxi-Fahrer ist berechtigt, aber wie naiv müssen Sie sein, wenn sie glauben mit ihren Protesten den Fortschritt aufhalten zu können? Zumal niemand wirklich freudestrahlend die für eine herkömmliche Taxifahrt anfallenden Preise bezahlt: Eine Fahrt von der Frankfurter Innenstadt zum Flughafen kostet EUR 45,– und mehr, während man die gleiche Fahrt mit einen car2go smart problemlos und bequem zu zweit für EUR 13,– bekommt. Der Aufschrei erinnert ein wenig an den der Droschkenbesitzer bei Aufkommen der elektrischen Straßenbahn und des Automobils Anfang des 20. Jahrhunderts. Wie die Geschichte ausgegangen ist, wissen wir ja. Wäre ich Taxifahrer, würde ich mich schon jetzt nach einer neuen Tätigkeit umsehen...
rumans 27.04.2018
4. intelligente Personenbeförderungslogistik ist überfällig.
sogar kombiniert mit Umsteigen auf ÖPNV.
sogar kombiniert mit Umsteigen auf ÖPNV.
alex300 27.04.2018
5. Wow! Ich wuerde Moia
sofort nutzen!
sofort nutzen!

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