Schrift:
Ansicht Home:
Mobilität

Mobile Ladesäulen

VW baut Powerbanks für Elektroautos

Unterwegs den Smartphoneakku laden - mit einer Powerbank kein Problem. Dieses Prinzip will VW auf die E-Mobilität übertragen.

Volkswagen AG

Konzeptzeichnung der mobilen Ladesäule

Donnerstag, 27.12.2018   15:09 Uhr

Volkswagen will den schleppenden Ausbau der Infrastruktur für E-Autos mit mobilen Schnellladesäulen beschleunigen. Derartige Stationen können dem Konzern zufolge auf öffentlichen Parkplätzen oder Firmengeländen aufgestellt werden. Sie funktionieren nach dem Prinzip von Powerbanks, mit denen Smartphones unterwegs ohne Steckdose geladen werden können.

Die VW-Säule fasst 360 Kilowattstunden Strom. Mit einer Ladung können bis zu 15 E-Autos ihre Akkus an der mobilen Ladestation aufladen. Gleichzeitig lassen sich bis zu vier Fahrzeuge laden, über je zwei Gleich- und Wechselstromanschlüsse. Auch das DC-Schnellladen mit bis zu 100 kW soll möglich sein. Der mobile Ladepunkt basiert technisch auf dem Akkupaket, das der VW-Konzern für seine künftigen Elektroautos nutzt.

Zwischenspeicher für Wind- und Sonnenenergie

Potenziell sind derartige Säulen geeignet, das Stromnetz zu entlasten - und somit den Bedarf von neuen Leitungen zu verringern. Auf der anderen Seite erfordert das System zusätzliche Akkukapazitäten, deren Herstellung energieintensiv und teuer ist. Volkswagen betont, dass in den geplanten Säulen auch alte E-Auto-Batterien eingesetzt werden können.

Fotostrecke

Elektroautos 2019: Das sind die neuen Modelle von Audi, Mercedes, Tesla und Co.

Die ersten mobilen Ladesäulen will Volkswagen im ersten Halbjahr 2019 in Wolfsburg aufstellen. Von 2020 an sollen die Säulen auch in anderen Städten eingesetzt werden.

Mit ihnen sei es zudem möglich, unregelmäßig anfallenden Strom aus Solar- oder Windkraftanlagen zwischenzuspeichern. Falle der Ladestand der Akkus unter 20 Prozent, könne die Säule gegen eine geladene getauscht werden. Die Standorte der Säulen ließen sich per App finden.

Das System stelle einen "entscheidenden Schritt zu einem leistungsfähigen Netz von Ladepunkten" dar, sagte Thomas Schmall, Vorstandschef des VW-Konzernbereichs Komponente. Es handele sich um einen neuen Ansatz für die Elektroautoinfrastruktur. Deren schleppender Ausbau gilt als ein Haupthindernis beim Ausbau der E-Mobilität - neben dem hohen Preis der Autos und der bislang oft geringen Reichweite.

Andere Autohersteller setzen auf stationäre Stromspeicher

Auch andere Autohersteller ermöglichen gebrauchten Akkus ihrer E-Fahrzeuge ein zweites Leben. So eröffnete Daimler im Jahr 2016 in Lünen einen stationären 13-Megawattstunden-Speicher aus 1000 Batteriesystemen des Smart Fortwo electric, der Schwankungen im Stromnetz ausgleichen soll.

Gebrauchte Akkus aus dem Nissan Leaf versorgen dagegen die Johan-Cruijff-Arena in Amsterdam mit Strom. Ein Speicher mit einer Kapazität von drei Megawatt speichert die Energie der Solarmodule auf dem Dach des Stadions und entlastet das Stromnetz bei hoher Nachfrage durch Konzerte oder Fußballspiele. Zusätzlich würde die gespeicherte Energie ausreichen, um rund 7000 Haushalte der Stadt eine Stunde lang mit Strom zu versorgen.

ene/dpa

insgesamt 165 Beiträge
urbanism 27.12.2018
1. warum nicht Wasserstoff Autos?
Leute, stampft den Irrsinn mit den E Autos ein. E Mobilität würde nur funktionieren wenn sich das Auto permanent aufladen würde, ähnlich wie es mit Solarzellen funktioniert. Aber Abstruse Erfindungen auf den Markt zu werfen, [...]
Leute, stampft den Irrsinn mit den E Autos ein. E Mobilität würde nur funktionieren wenn sich das Auto permanent aufladen würde, ähnlich wie es mit Solarzellen funktioniert. Aber Abstruse Erfindungen auf den Markt zu werfen, führt definitiv nicht ans Ziel. Ich frage mich warum man nicht weiter auf das Wasserstoffauto setzt. z.B BMW hat fertige Autos zu bieten und man kann diese genauso einfach wie Benzin und Gas Autos betanken und dass alles ohne Reichweite Verlust. Also warum man hier auf E Autos setzt, erschließt sich mir überhaupt nicht.
karldhammer 27.12.2018
2. Am besten wäre
ein Anhänger, auf dem ein Dieselaggregat installiert ist. Damit kann das famose Vehikel während der Fahrt nachgeladen werden. (So ähnlich wie der Gastanker, der das neue erdgasbetrieben Kreuzfahrtschiff begleiten soll.) Letzte [...]
ein Anhänger, auf dem ein Dieselaggregat installiert ist. Damit kann das famose Vehikel während der Fahrt nachgeladen werden. (So ähnlich wie der Gastanker, der das neue erdgasbetrieben Kreuzfahrtschiff begleiten soll.) Letzte Woche bin ich bei miserablem Wetter von München nach Mannheim gefahren, ohne dreistündige Ladepause, ohne Reichweitenangst, die Heizung, das Geblase, die Scheibenwischer liefen ohne Unterbrechung. Ein tolles Fahrzeug, mein Diesel. Noch Fragen? Nein? Einfaches logisches Nachdenken und ein Minimum an technischem Verständnis erübrigen diese.
purple 27.12.2018
3. Workaround
Oh die Herren haben entdeckt, daß ihnen absehbar die Stromnetze um die Ohren fliegen - und basteln an Workarounds. Sowas muss dann auch in den Tiefgaragen von Mehrfamilienhäusern installiert werden, mangels entsprechen [...]
Oh die Herren haben entdeckt, daß ihnen absehbar die Stromnetze um die Ohren fliegen - und basteln an Workarounds. Sowas muss dann auch in den Tiefgaragen von Mehrfamilienhäusern installiert werden, mangels entsprechen leistungsfähiger Anschlüsse. Da hat jemand ausgerechnet, daß die Akkus billiger sind wie neue Mittelspannungsnetze. - Nur ist leider beides verdammt teuer. Batterieelektrische Fahrzeuge sind einfach eine Fehlentwicklung. Brennstoffzelle würde funktionieren.
gerhard_walter_kell 27.12.2018
4. Komplexe Themen...
...erfordern differenzierte Betrachtungsweisen. Vielleicht sollte man ein weltweit interdisziplinäres Brainstorming in's Leben rufen. So könnten auch völlig unkonventionelle Lösungen gefunden werden. Ich habe vor längerer [...]
...erfordern differenzierte Betrachtungsweisen. Vielleicht sollte man ein weltweit interdisziplinäres Brainstorming in's Leben rufen. So könnten auch völlig unkonventionelle Lösungen gefunden werden. Ich habe vor längerer Zeit mal eine Diskussion angestossen (und viele qualifizierte Meinungen bekommen) zum Thema, ob es nicht sinnvoll sein könnte, die gesamte Oberfläche eines Autos mit Photovoltaik - Elementen auszustatten, mit denen die Entladung des Akkus verlangsamt werden könnte.
realbesserwisser 27.12.2018
5. Alter Hut!
Jetzt verkauft sich VW als innovativer Ideenfinder... süß. Man baut einfach das, was andere schon erfunden haben. Passt ja zur Gesamtsituation.
Jetzt verkauft sich VW als innovativer Ideenfinder... süß. Man baut einfach das, was andere schon erfunden haben. Passt ja zur Gesamtsituation.
Diskussion geschlossen - lesen Sie die Beiträge!

Verwandte Artikel

Verwandte Themen

Artikel

© SPIEGEL ONLINE 2018
Alle Rechte vorbehalten
Vervielfältigung nur mit Genehmigung
TOP