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Mobilität

Shuttle-Service für Hamburg

VW will 500 E-Kleinbusse bis Ende 2020 einsetzen

Hamburg steht kurz vor dem Start eines neuartigen Shuttle-Services von Volkswagen. Ab 2019 sollen Elektro-Busse Fahrgäste an virtuellen Haltestellen abholen. Nun konkretisieren sich die Pläne der VW-Tochter Moia.

Moia

Shuttlebus von Moia

Donnerstag, 07.06.2018   07:30 Uhr

Die VW-Tochter Moia, zuständig für Mobilitätsdienstleistungen, geht in den ersten Monaten 2019 mit ihrem Shuttle-Service in Hamburg an den Start. Zu Beginn werde eine zweistellige Zahl an Elektro-Kleinbussen Fahrgäste durch die Stadt chauffieren, kündigte ein Sprecher an. Diese Zahl solle dann bald nach dem offiziellen Start auf 200 steigen, bis Ende 2020 werde Moia bis zu 500 Fahrzeuge einsetzen.

Im April hatte die Hansestadt den Betrieb der Volkswagen-Tochter genehmigt. Dazu werden eigens entwickelte, vollelektrische Kleinbusse auf Basis des Modells Crafter eingesetzt - Fahrgäste mit ähnlichen Zielen teilen sich dabei das Fahrzeug, das per Smartphone-App zu virtuellen Haltepunkten gerufen werden kann. Die Einstiegspunkte sollen fußläufig zum Standort des Kunden sein.

Ursprünglich hatte Moia den Einsatz von 1000 Fahrzeugen beantragt. Der Moia-Sprecher erklärte, während der ersten beiden Jahre werde es eine begleitende Forschung dazu geben, ob der neue Service das Taxi-Angebot oder den öffentlichen Nahverkehr beeinflusst. Ab 2021 könne Moia dann die Zahl der eingesetzten Busse um weitere 500 erhöhen. Vor allem die Taxibranche hat starke Vorbehalte gegen Moia, sie fürchtet um ihr Geschäft. Verständlich, denn seit Jahren geht die Zahl der Taxis in Hamburg zurück. Im Jahr 2016 kamen noch gut 3000 Fahrzeuge zum Einsatz. Die von VW geplanten 1000 Moia-Autos, stellen eine ernst zu nehmende Konkurrenz dar. Nicht zuletzt wegen der vorgesehenen Preise: Eine Fahrt im E-Kleinbus soll zwar teurer sein als mit Bus und Bahn, aber günstiger als mit dem Taxi. In Zukunft plant VW den Einsatz von autonom fahrenden Moia-Autos, ein Chauffeur ist dann überflüssig.

Moia in Hannover

In Hannover gibt es Moia schon seit Längerem. Dort fahren allerdings herkömmliche VW-Busse mit Verbrennungsmotoren durch die Stadt. In der niedersächsischen Hauptstadt soll das Angebot von derzeit 30 Testfahrzeugen auf 250 Shuttlebusse erweitert werden.

mhu/dpa

insgesamt 15 Beiträge
olli08 07.06.2018
1. Ausbaufähig !
Grundsätzlich ist jedes Konzept zu Streckenbündelung zu begüßen, weil es die Anzahl der Fahrzeuge reduziert, die gleichzeitig auf den Straßen unterwegs sind. Ob elektrisch oder mit Verbrenner, ob mit Fahrer oder autonom, ist [...]
Grundsätzlich ist jedes Konzept zu Streckenbündelung zu begüßen, weil es die Anzahl der Fahrzeuge reduziert, die gleichzeitig auf den Straßen unterwegs sind. Ob elektrisch oder mit Verbrenner, ob mit Fahrer oder autonom, ist dabei eigentlich egal. Viel interessanter ist die Frage, ob Fahrpreis und Verfügbarkeit irgendwann eine Kombination ergeben, die mehr Menschen zum Verzicht auf das eigene Auto bewegt. Das spart innerstädtischen Parkraum und ist ein weiterer, wichtiger Faktor, unsere Städte wieder menschlicher zu machen ...
Drassanes 07.06.2018
2. Wunderbar
Ein Schritt in die richtige Richtung. Aber warum so spät, warum so zaghaft? Bei der Veränderunggeschwindigkeit wird sich die deutsche Mobilitätsindustrie nicht halten können. Mehr Mut!
Ein Schritt in die richtige Richtung. Aber warum so spät, warum so zaghaft? Bei der Veränderunggeschwindigkeit wird sich die deutsche Mobilitätsindustrie nicht halten können. Mehr Mut!
Patrik74 07.06.2018
3. Ach was...
Geht doch alles nicht, keine Infrastruktur, keine Reichweite, viel zu teuer, blablabla, mimimi.... Offensichtlich geht es doch. Die Post stellt um, VW stellt um, Tesla ist sowieso schon am Start und eBusse soll es auch bald [...]
Geht doch alles nicht, keine Infrastruktur, keine Reichweite, viel zu teuer, blablabla, mimimi.... Offensichtlich geht es doch. Die Post stellt um, VW stellt um, Tesla ist sowieso schon am Start und eBusse soll es auch bald geben; komisch, was alles geht, wenn man nur will.
neurobi 07.06.2018
4.
Gestern wurde eine Rentenkommision eingesetzt, die sich mit der Zukunft des Rentensystems befassen soll. Vielleicht sollte man mal einen Blick auf solche Projekte werfen. Kann man nicht solche Fahrzeuge für die Finanzierung [...]
Gestern wurde eine Rentenkommision eingesetzt, die sich mit der Zukunft des Rentensystems befassen soll. Vielleicht sollte man mal einen Blick auf solche Projekte werfen. Kann man nicht solche Fahrzeuge für die Finanzierung zukünftiger Renten heranziehen? Immerhin entziehen sie ja dem Umlagensystem Einzahler. Ich würde den doppelten Beitrag ansetzen, den ein Busfahrer nach Tarif zahlen muss.
noalk 07.06.2018
5. Virtuelle Haltepunkte?
Ein nicht real existierender Haltepunkt? Der Kleinbus wird dann auch nur virtuell anhalten, der Fahrgast wird virtuell einsteigen und virtuell mitfahren ... (kopfschüttel)
Ein nicht real existierender Haltepunkt? Der Kleinbus wird dann auch nur virtuell anhalten, der Fahrgast wird virtuell einsteigen und virtuell mitfahren ... (kopfschüttel)

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