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Auto

Autogramm Ford F-150 Raptor

Ein Ungetüm wird ungestüm

Das meistverkaufte Fahrzeugmodell der USA, kombiniert mit dem Motor eines Supersportwagens: Fertig ist der Ford F-150 Raptor. Wie fährt sich so ein Ding? Wie ein Porsche mit Pritsche.

Foto: Tom Grünweg
Von
Dienstag, 18.04.2017   05:23 Uhr

Der erste Eindruck: Sieht aus wie der neue Dienstwagen von Mad Max.

Das sagt der Hersteller: Ursprünglich hat Ford den getunten Pick-up für die Teilnahme an Wüstenrennen wie der Baja California entwickelt, sagt Ed Krenz aus dem Performance-Team des US-Herstellers. Aber: "Kaum ein Kunde nimmt damit tatsächlich an irgendwelchen Wüstenrennen teil. Man fährt den Raptor nicht zum Gasgeben, sondern zum Angeben." Krenz ist das recht, denn Ford verdient gut daran. "Wir kommen mit der Produktion kaum hinterher", sagt er.

Das ist uns aufgefallen: Der Ford Raptor ist wohl der einzige Sportwagen, für den man zum Einsteigen eine Leiter gut gebrauchen könnte. Es gibt noch weitere Unterschiede zu anderen schnellen Autos: Man schnallt sich nicht in enge Sitzschalen, sondern thront auf butterweichen Ledersitzen. Statt durch flache Scheibenschlitze blickt man durch Panoramafenster. Platzprobleme für Gepäck gibt es nicht. Und die Kabine ist so geräumig, dass man fast die Stimme erheben muss, wenn man mit dem Beifahrer oder den Hinterbänklern sprechen möchte.

Alles an diesem Auto hat Übergröße, selbst die Kleinigkeiten. Die Pedale sind breit genug, dass man sie auch mit schweren Stiefeln sicher trifft, der Schaltknauf ist dick wie das obere Ende einer Baseballkeule, das Lenkrad kann man mit der Hand kaum voll umfassen.

Fotostrecke

Autogramm Ford F-150 Raptor: Das Tuning-Trumm

So sehr sich diese Powerpritsche von einem Porsche unterscheidet - eine Gemeinsamkeit gibt es doch: Das Gefühl nämlich, das sich bei einem Tritt aufs Gaspedal schlagartig einstellt. Denn auch auf diesem Hochsitz wirkt es geradezu explosiv, wenn der Raptor mit der ganzen Kraft von 691 Nm Drehmoment gegen die Trägheit der Masse vorgeht. In kaum mehr als fünf Sekunden beschleunigt das Trumm von 0 auf Tempo 100. Bei 170 km/h ist Schluss, und vielleicht ist das auch ganz gut so.

Werfen Sie einen Blick in den Innenraum des Ford Raptor - mit unserem 360-Grad-Foto:

Dabei ist es durchaus faszinierend, wie sicher der Raptor mit seinen 35-Zoll-Reifen auch bei hohem Tempo die Spur hält. Die Entwickler haben einen zuschaltbaren Allradantrieb, eine Geländeuntersetzung und verschiedene Drive-Modes für unterschiedliche Terrains eingebaut - aber wenn man nur auf den Hinterradantrieb setzt und den Koloss allein mit dem Gasfuß lenkt, macht das Fahren am meisten Spaß. So muss sich Rodeo auf einem Elefanten anfühlen.

Das muss man wissen: In den USA ist der Raptor seit einigen Monaten zu haben, in Deutschland wird er offiziell nicht angeboten. Ein paar Importeure gibt es aber doch, die den Wagen ins Land holen - das müssen Kunden allerdings teuer bezahlen. In den USA startet die Raptor-Preisliste bei knapp 50.000 Dollar, in Deutschland müssen Interessenten nahezu mit dem Doppelten rechnen, und zwar in Euro.

Dafür gibt es den Wagen dann in der Regel mit extrageräumiger "Super-Crew-Kabine" und mit allen Sonderausstattungen von Lederpolstern über LED-Spots im Kühlergrill bis hin zum beheizten Lenkrad. Und natürlich mit einem Antrieb, der seinesgleichen sucht. Zwar hat Ford beim Generationswechsel den 6,2 Liter großen V8 ausgemustert, doch jetzt bollert der gleiche V6-Turbomotor aus den armdicken Sportauspuff, der auch den Supersportwagen Ford GT antreibt. Das Aggregat mit 3,5 Liter Hubraum leistet im Raptor 450 PS und ist an eine Zehnstufen-Automatik gekoppelt.

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Autogramm Ford F-150 Raptor: Das Tuning-Trumm

Das werden wir nicht vergessen: Nach der Kurve ein Kickdown und mit Vollgas über die nächste Kuppe - wenn dann die langen Dämpfer voll ausfedern und aus der Fahrt ein kurzer Flug wird, weiß man, dass Gewicht relativ ist und Masse nicht zwingend träge sein muss. So leicht jedenfalls hat sich so ein Koloss von Auto noch nie angefühlt. Zumindest nicht für den kurzen Augeblick, bis einen die knapp drei Tonnen mit einem schweren Schmatzen der Fox-Federn buchstäblich wieder auf den Boden der Tatsachen zurück geholt haben.

Hersteller: Ford
Typ: F-150 Raptor
Karosserie: Pick-up
Motor: V6-Benzindirekteinspritzer mit Turbo
Getriebe: Zehngang-Automatik
Antrieb: Allrad
Hubraum: 3.496 ccm
Leistung: 450 PS (331 kW)
Drehmoment: 691 Nm
Von 0 auf 100: 5,1 s
Höchstgeschw.: 170 km/h
Verbrauch (ECE): 13,1 Liter
CO2-Ausstoß: 280 g/km
Preis: 99.900 EUR
insgesamt 123 Beiträge
anon_moppi 18.04.2017
1. und hinten am heck steht Pro umwelt schutz
ein echtes schätzchen 13 lieter auf 100. man merkt auch so schon das das Pick-up total angesagt sind. SUV war gestern nun ist es Pickup. ich hoffe bald auch als diesel ich sehe nächste woche greenpeace, eine ölflotte [...]
ein echtes schätzchen 13 lieter auf 100. man merkt auch so schon das das Pick-up total angesagt sind. SUV war gestern nun ist es Pickup. ich hoffe bald auch als diesel ich sehe nächste woche greenpeace, eine ölflotte aufmachen und reederei gründen. weil öl super wichtig für die umwelt ist
mazzmazz 18.04.2017
2. Oh Gott...
Man hört sie schon antraben, die Ökojünger und Spielverderber. Wer braucht so was? Sondersteuer! Fahrverbote!... Der Gag an einem solchen Auto ist, dass man damit arbeiten und Spass haben kann. Der F150 ist der Transit des [...]
Man hört sie schon antraben, die Ökojünger und Spielverderber. Wer braucht so was? Sondersteuer! Fahrverbote!... Der Gag an einem solchen Auto ist, dass man damit arbeiten und Spass haben kann. Der F150 ist der Transit des US-Handwerkers. Dass der deutsche Kunde gar nicht oder nur von abzockenden Importeuren mit solchen Autos versorgt wird, kennen wir ja bereits von Mustang, Challenger & Co. seit Jahrzehnten. Macht nichts, hier lohnt sich der Eigenimport eines jungen Gebrauchten definitiv, wenn man denn solch ein Auto und die zugehörigen Anfeindungen wirklich haben möchte. Ich für meinen Teil finde einen Raptor, 1 Jahr alt für 45.000 Eur importiert, umgebaut und angemeldet, deutlich cooler als einen VW Sharan. Aber für mich ist das optimale Familienauto nach wie vor der Mercedes E 500 T.
heinzi55555 18.04.2017
3.
Ein wahrer Männertraum. Wenn man(n) mit diesem Wagen unterwegs ist, gehn bestimmt alle zur Seite. Nach dem Motto King of the Road. Jedoch, wer braucht schon so ein Gerät? Aber träumen darf ja man(n) mal.
Ein wahrer Männertraum. Wenn man(n) mit diesem Wagen unterwegs ist, gehn bestimmt alle zur Seite. Nach dem Motto King of the Road. Jedoch, wer braucht schon so ein Gerät? Aber träumen darf ja man(n) mal.
johndo89 18.04.2017
4. Höchstgeschwindigkeit
mit 450PS eine Höchstgeschwindigkeit von 170km/h, mein Golf mit 85PS schafft 167 km/h, Bergab dürfte er dann genau so schnell sein.
mit 450PS eine Höchstgeschwindigkeit von 170km/h, mein Golf mit 85PS schafft 167 km/h, Bergab dürfte er dann genau so schnell sein.
felisconcolor 18.04.2017
5. der
Raptor ist ein ultrageiles Fahrgerät. Aber schon lange bekannt aus dem tollen Ken Block Video, dort sogar Tiefschnee fähig mit Trax dran. Mir würde der normale F150 schon reichen. Aber während man in den USA den F150 schon [...]
Raptor ist ein ultrageiles Fahrgerät. Aber schon lange bekannt aus dem tollen Ken Block Video, dort sogar Tiefschnee fähig mit Trax dran. Mir würde der normale F150 schon reichen. Aber während man in den USA den F150 schon dazu bekommt wenn man eine Jumbopackung Cornflakes kauft, verlangen US Car Händler in Deutschland ein unverschämtes Geld dafür. Der letzte Händler hätte mich beinahe verprügelt als ich meinte ich wolle seinen neuen Charger nicht mitbezahlen.
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