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Autogramm BMW M4 CS

Halten Sie Ihr Geld fest!

Manche Menschen kaufen für 40.000 Euro ein Auto. Beim BMW M4 CS gibt es dafür zehn PS mehr, 35 Kilo weniger und eine um 0,1 Sekunden bessere Beschleunigung im Vergleich zum Standard-M4. Totaler Quatsch, oder?

BMW
Von
Samstag, 12.08.2017   08:07 Uhr

Der erste Eindruck: Darf der noch auf der Straße fahren?

Das sagt der Hersteller: "Mit dem M4 CS schließen wir die Lücke zwischen dem M4 mit Competition-Paket und dem für die Rennstrecke konzipierten M4 GTS", sagt Frank van Meel, Chef des sportlichen BMW-Ablegers M GmbH. Der Kundschaft versprechen die Ingenieure mit dem neuen Auto mehr Kraft, ein bisschen mehr Show und einen frühen Zugriff auf technische Neuerungen wie die Rückleuchten in OLED-Technik (Leuchten mit organischen Leuchtdioden als Lichtquellen). Vor allem aber ist das CS-Modell ein gutes Geschäft für den Hersteller. Auf das bereits mehr als 70.000 Euro teure Grundmodell schlägt BMW satte 40.000 Euro auf. Kein Wunder, dass dieses Beispiel Schule machen soll und die Manager der M GmbH bereits über weitere CS-Modelle nachdenken.

Das ist uns aufgefallen: BMW gibt sich Mühe, um den CS vom Standardmodell abzuheben. Der drei Liter große Reihensechszylinder leistet jetzt 460 statt 450 PS, das maximale Drehmoment hob BMW von 550 auf 600 Nm an. Parallel dazu nahm das Gewicht des M4 um 35 Kilo auf jetzt 1580 Kilogramm ab. Was das bringt? Wenig Wirkung, denn der Sprintwert von null auf Tempo 100 verbesserte sich um 0,1 Sekunden auf 3,9 Sekunden.

Foto: Tom Grünweg

Doch das sind bloße Zahlen. In der Praxis fühlt der Fahrer tatsächlich ein neues Maß an Leidenschaft und Lebendigkeit, das der Motor dank einer neuen Kalibrierung, eines schneller schaltenden Getriebes und einer Sportauspuffanlange an den Tag legt.

BMW schafft es, mit dem M4 CS Träume zu verkaufen. Schlaufen anstelle von Türgriffen sind sinnlos, doch die Bänder fühlen sich gleich sportlicher an. Auch das Klopfen gegen die Türtafeln aus Naturfasern mit einer Deckschicht im Karbondesign weckt Illusionen. Seltsam hohl klingt das Ganze. Na, dann muss der Wagen doch leicht sein und nur so über die Rennstrecken fliegen. Dabei sind es andere Bauteile, etwa die Motorhaube oder der kleine Heckflügel aus Karbon, mit denen die Ingenieure wirklich Gewicht sparen. Kurz gesagt: der M4 CS kommt dem Fahrer schneller, spitziger und irgendwie schärfer vor - auch, wenn die technischen Daten sich nur marginal vom Standardmodell unterscheiden.

Mit Ausnahme des Spitzentempos. Auch ohne expliziten Kundenwunsch und entsprechenden Aufpreis hat BMW das Spitzentempo von 250 auf 280 km/h angehoben. Doch auch unterhalb dieser Höchstgeschwindigkeit fährt man das Auto fast automatisch etwas engagierter. Man dreht die Gänge weiter aus, beschleunigt früher und bremst später. Natürlich gelten die Verkehrsregeln auch für einen BMW M4 CS, aber es fällt schwerer, sie einzuhalten.

Werfen Sie einen Blick in den Innenraum des BMW M4 CS - mit unserem 360-Grad-Foto:

Dabei ist der M4 CS keine reine Rennmaschine. Das Coupé bewahrt - im Gegensatz zum GTS - nicht nur einen Rest an Komfort und Alltagstauglichkeit, sondern auch eine feine Balance zwischen Performance und Provokation. Natürlich trägt der Wagen dicker auf, beispielsweise mit einer aufgepumpten Motorhaube. Andererseits trägt das Auto am Heck nur eine vergleichsweise kleine Spoilerlippe. Auf den sonst bei Performance-Modellen so weit verbreiteten Schalter für die Klappensteuerung des Auspuffs, der mehr Spektakel erzeugt, verzichtet BMW.

Das muss man wissen: Der BMW M4 CS steht seit Juli im Handel und kostet mindestens 116.900 Euro. Das sind 40.000 Euro mehr, als BMW für das 431 PS starke Grundmodell des M4 verlangt. Und selbst von der Variante "Competition" mit 450 PS trennen den CS mehr als 30.000 Euro. Das wiegt die umfangreichere Serienausstattung des CS (u.a. Klimaautomatik und Navigationssystem) kaum auf.

Fotostrecke

Autogramm BMW M4 CS: Schlichter rasen

Anders als der noch schärfere - und natürlich teurere - M4 GTS ist der M4 CS zwar nicht auf eine genaue Stückzahl limitiert, doch völlig unbegrenzt ist die Produktionskapazität trotzdem nicht: Nicht zuletzt deshalb, weil die OLED-Rückleuchten ein seltenes Bauteil und zudem kompliziert zu montieren sind. Bis zum Modellwechsel im Jahr 2019 werden nur knapp 3000 Exemplare des M4 CS gebaut.

Das werden wir nicht vergessen: Das filigrane Innenleben der OLED-Rückleuchten. Sie geben dem Wagen den perfekten Abschluss. Damit leistet BMW einen Dienst an allen anderen Verkehrsteilnehmern. Denn die werden den M4 CS meist nur von hinten sehen.

Hersteller: BMW
Typ: M4 CS
Karosserie: Coupé
Motor: Reihensechszylinder-Turbo-Benzindirekteinspritzer
Getriebe: Siebengang-Doppelkupplungsgetriebe
Antrieb: Heck
Hubraum: 2.979 ccm
Leistung: 460 PS (338 kW)
Drehmoment: 600 Nm
Von 0 auf 100: 3,9 s
Höchstgeschw.: 280 km/h
Verbrauch (ECE): 8,4 Liter
CO2-Ausstoß: 197 g/km
Kofferraum: 445 Liter
Preis: 116.900 EUR
insgesamt 235 Beiträge
Tapaskoch 12.08.2017
1. Was für ein...
Pubertärer, aus der Zeit gefallener Beitrag -über einen feuchten Traum eines sich über PS definierenden Autoverrückten.
Pubertärer, aus der Zeit gefallener Beitrag -über einen feuchten Traum eines sich über PS definierenden Autoverrückten.
womo88 12.08.2017
2. BMWs Beitrag zur Einsparung von CO2-Emissionen!
So ein Auto braucht kein Mensch im Alltagsverkehr, und die Welt braucht es auch nicht. 8,4 l/100 km ... Wer`s glaubt! Die Menschheit schafft sich selber ab!
So ein Auto braucht kein Mensch im Alltagsverkehr, und die Welt braucht es auch nicht. 8,4 l/100 km ... Wer`s glaubt! Die Menschheit schafft sich selber ab!
ralfischm 12.08.2017
3. was die Welt nicht braucht !
Solche Fahrzeuge sind schlicht aus der Zeit gefallen !
Solche Fahrzeuge sind schlicht aus der Zeit gefallen !
super-m 12.08.2017
4.
Wunderbares Auto, gerade in der Farbe
Wunderbares Auto, gerade in der Farbe
fusselsieb 12.08.2017
5. Komisch
Da zieht der Spiegel wochenlang über die schmutzigen Diesel her und protegieren dann solch ein Auto. Ist der Bericht bezahlt? Ist der Spiegel käuflich? "Anzeige" oder "Werbung" als Hinweis habe ich [...]
Da zieht der Spiegel wochenlang über die schmutzigen Diesel her und protegieren dann solch ein Auto. Ist der Bericht bezahlt? Ist der Spiegel käuflich? "Anzeige" oder "Werbung" als Hinweis habe ich wohl übersehen. Oder ist es tatsächlich so, daß "Umweltschädlich" eine Frage des Betrachtungswinkels ist?
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