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Auto

Autogramm Hyundai i30 Kombi

Heck-Angriff

Hyundai will mit einem klassischen Kombi neue Kunden gewinnen. Damit das gelingt, muss der i30 am Ende ganz schön zaubern.

Hyundai
Von
Sonntag, 06.08.2017   07:28 Uhr

Der erste Eindruck: Den sieht man am liebsten von hinten. Von vorne schaut der Hyundai i30 trotz des neuen Kaskaden-Kühlergrills etwas beliebig aus.

Das sagt der Hersteller: Wenn die Hyundai-Manager auf die Kombi-Quoten deutscher Hersteller schauen, können sie einen gewissen Neid nicht verhehlen. Opel, VW oder Ford verkaufen hierzulande deutlich mehr Autos diesen Typs als Schrägheckmodelle oder Limousinen - und verdienen entsprechend mehr. Das werde einem Importeur wie Hyundai zwar vorerst nicht gelingen, räumt Hyundai-Sprecher Bernhard Voss ein, "doch mit dem neuen Modell wollen wir den Kombianteil von 30 auf 50 Prozent steigern." Dafür bietet das Auto ein deutlich größeres Platzangebot und mehr Ausstattung, und es zielt vor allem auf neue Zielgruppen. "Wir wollen explizit Flotten- und Gewerbekunden ansprechen", sagt Voss. Um den Kombi-Anteil zu erhöhen, nutzt Hyundai einen buchstäblich billigen Trick. Voss: "Wir verlangen nur einen sehr moderaten Aufpreis für diese Karosserievariante."

Das ist uns aufgefallen: Der vordere Teil des i30 Kombi ist typisch Hyundai. Das Frontdesign ist im Bemühen um maximale Gefälligkeit ziemlich gewöhnlich geraten. Drinnen bietet das Auto bequeme Sitzplätze und ein ergonomisches, übersichtliches Cockpit. Mit seinen vielen Grautönen sieht es ein wenig trist und dröge aus. Doch dank feiner Materialen und sauberer Verarbeitung hinterlässt es einen hochwertigen Eindruck.

Foto: Hyundai

Nähert man sich dem Auto von hinten, sieht die Sache anders aus. Denn die Kehrseite hat mit weit ausgestellten Kotflügeln und scharf geschnittenen Rückleuchten von außen ein bisschen was von Porsche. Und im Innern macht das Heck den i30 zum perfekten Praktiker.

Offenbar hat es Hyundai nicht gereicht, den Laderaum deutlich zu vergrößern. Im Vergleich zum Vorgängermodell ist der neue Kombi um zehn und gegenüber dem aktuellen Fünftürer um 25 Zentimeter verlängert worden. Der Laderaum mit 602 Liter Fassungsvermögen (bei aufrecht stehenden Lehnen und 1650 Liter bei flachgelegter Rücksitzbank) wurde extrem geschickt aufgeteilt. Serienmäßig gibt es eine Durchreiche in der Rückbank und in den gehobenen Varianten auch Befestigungsschienen im Ladeboden. Für alle Versionen bietet Hyundai ein System an Trennwänden, Klappen und Deckeln im Souterrain unter dem doppelten Boden an. Soviel Variationsmöglichkeiten erinnern fast an ein Ikea-Regalsystem. Notfalls findet die Gepäckraumabdeckung auch unter dem doppelten Boden Platz, falls die Einkäufe im Möbelhaus etwas größer ausgefallen sind als geplant.

Was sonst noch auffällt am i30 Kombi: Die üppige Ausstattung mit zahlreichen Komfort- und Sicherheitsfeatures: City-Notbremsfunktion, Aufmerksamkeitsassistent und aktive Spurführung sind ab Werk an Bord, ein aktiver Notbremsassistent, der Totwinkel-Warner sowie die Abstandsregelung gibt es gegen Aufpreis. Insgesamt werde der i30 so zum sichersten Kombi in der Kompaktklasse, prahlt der Hersteller.

Werfen Sie einen Blick in den Innenraum des Hyundai i30 Kombi - mit unserem 360-Grad-Foto:

Eine weitere Erkenntnis dieser Testfahrt betrifft den Motor. Der stärkste Benziner, der 140 PS Leistung aus 1,4 Liter Hubraum schöpft, ist eine angenehme Alternative zum Diesel. Der Motor läuft ruhig, tritt mit 242 Nm Drehmoment stark an und ist mit einem Normwert von 5,5 Liter je 100 Kilometer zumindest kein Säufer.

Das muss man wissen: Der im Laufe des Sommers lieferbare Kombi kostet mindestens 18.450 Euro und ist damit exakt um 1000 Euro teurer als der Fünftürer. In der Basisversion fährt er mit einem 1,4-Liter-Saugmotor mit 100 PS vor. Darüber rangieren ein 1,0-Liter-Dreizylinder-Turbo mit 120 PS und der 140-PS-Benziner aus dem Testwagen, mit dem der Preis auf mindestens 23.350 Euro steigt. Alternativ bietet Hyundai einen 1,6-Liter-Diesel an, der mit 110 oder 136 PS bestellbar ist.

Mit Fünftürer und Kombi sind die beiden wichtigsten Karosserie-Varianten des Segments abgedeckt. Doch dabei wird Hyundai es nicht bewenden lassen. Für auf Individualität bedachte Kunden wurde gerade ein Fastback, in dem Fall ein fünftüriges Coupé, im Stil des Mercedes CLA enthüllt. Das Auto soll ab Anfang 2018 in den Handel kommen. Bereits zum Jahresende fährt der i30N vor, das erste Modell der neuen Performance-Marke von Hyundai. Das Kürzel "N", das ähnlich wie AMG bei Mercedes oder M bei BMW bald mehrere Baureihen zieren soll, steht für das Entwicklungszentrum in Namjang und die Dependance am Nürburgring. Beim i30 bedeutet es konkret: Die Variante ist mit einem 2,0-Liter-Turbomotor ausgestattet, der es in der stärksten Ausbaustufe auf 275 PS bringt und dem VW Golf GTI das Fürchten lehren soll.

Das werden wir nicht vergessen: Den folgenlosen Tritt unter die Stoßstange. Denn unter dem Wagen gibt es keinen Sensor, der die Kickbewegung erkennt und anschließend die Heckklappe automatisch öffnet wie es bei verschiedenen Konkurrenten bereits der Fall ist. Schade, denn mit diesem Extra würde es bei potenziellen Kombi-Kunden wohl buchstäblich besser klappen.

Hersteller: Hyundai
Typ: i30 Kombi
Karosserie: Kombi
Motor: Vierzylinder-Benzindirekteinspritzer-Turbo
Getriebe: Siebengang-Doppelkupplungsgetriebe
Antrieb: Front
Hubraum: 1.353 ccm
Leistung: 140 PS (103 kW)
Drehmoment: 242 Nm
Von 0 auf 100: 9,5 s
Höchstgeschw.: 203 km/h
Verbrauch (ECE): 5,5 Liter
CO2-Ausstoß: 125 g/km
Kofferraum: 602 Liter
umgebaut: 1.650 Liter
Preis: 25.250 EUR
insgesamt 40 Beiträge
artikel-5-gg 06.08.2017
1.
Es fehlt der Hinweis, dass Hyundai mit dem altbackenen Antriebskonzept keine Zukunft und Südkorea den Anschluss an die automobile Zukunft verloren hat. Außerdem sind sie Teil des Sprit Kartells. [...]
Es fehlt der Hinweis, dass Hyundai mit dem altbackenen Antriebskonzept keine Zukunft und Südkorea den Anschluss an die automobile Zukunft verloren hat. Außerdem sind sie Teil des Sprit Kartells. http://m.spiegel.de/wirtschaft/unternehmen/hyundai-kia-rekordstrafe-wegen-falscher-angaben-zu-spritverbrauch-a-1000891.html
rocketsquirrel 06.08.2017
2. @1
Wer umweltbewusst fahren will kauft sich den Ioniq. Ansonsten können Sie den ersten Vorwurf nahezu jedem Autobauer machen, dass kein Kombi mit E-Antrieb angeboten wird. Einzige Ausnahme ist imho der Passat GTE. Der zweite [...]
Wer umweltbewusst fahren will kauft sich den Ioniq. Ansonsten können Sie den ersten Vorwurf nahezu jedem Autobauer machen, dass kein Kombi mit E-Antrieb angeboten wird. Einzige Ausnahme ist imho der Passat GTE. Der zweite Vorwurf ist schon minimal gehaltvoller, ist in Anbetracht der nahezu nie zu erreichenden Normverbräuche aber irgendwie auch sekundär.
TheFunk 06.08.2017
3. Im Ernst, artikel-5-gg*heute, 10:06 Uhr?
Hyundai Ionic, Kia Niro.... Bis Jahresende ausverkauft.... "Südkorea" hat mitnichten den Anschluß verloren, sondern ist meilenweit voraus... alleine wegen der der 5-Jahres/ 7-Jahres Garantien. Wer sich ein [...]
Hyundai Ionic, Kia Niro.... Bis Jahresende ausverkauft.... "Südkorea" hat mitnichten den Anschluß verloren, sondern ist meilenweit voraus... alleine wegen der der 5-Jahres/ 7-Jahres Garantien. Wer sich ein deutsches Auto mit einem oder maximal zwei Jahren Garantie / Gewährleistung kauft, ist selbst schuld. Siehe Dieselgate/ Softwareupdate und nix Hardwarenachbesserung....
artikel-5-gg 06.08.2017
4. Erklärung
Alles andere als ein eAntrieb ist nach der Berichterstattung der letzten Wochen nicht mehr zeitgemäß. Oder habe ich das falsch verstanden? Tesla ist in jedem Fall viel besser als Hyundai. Hyundai baut sogar noch Diesel Motoren. [...]
Alles andere als ein eAntrieb ist nach der Berichterstattung der letzten Wochen nicht mehr zeitgemäß. Oder habe ich das falsch verstanden? Tesla ist in jedem Fall viel besser als Hyundai. Hyundai baut sogar noch Diesel Motoren. Sie haben also, genau wie die deutschen Hersteller, keine Zukunft und Südkorea wird alle Arbeitsplätze in dem Bereich verlieren.
neurobi 06.08.2017
5.
Hyundai hat gerde was die Benzienmotoren angeht stark aufgeholt und inzwischen sogar die meisten Japaner überholt. Zeitgemäße Turobenzinmotoren und DSG-Automaten. Leider hält sich auch Hyundai was die [...]
Zitat von TheFunkHyundai Ionic, Kia Niro.... Bis Jahresende ausverkauft.... "Südkorea" hat mitnichten den Anschluß verloren, sondern ist meilenweit voraus... alleine wegen der der 5-Jahres/ 7-Jahres Garantien. Wer sich ein deutsches Auto mit einem oder maximal zwei Jahren Garantie / Gewährleistung kauft, ist selbst schuld. Siehe Dieselgate/ Softwareupdate und nix Hardwarenachbesserung....
Hyundai hat gerde was die Benzienmotoren angeht stark aufgeholt und inzwischen sogar die meisten Japaner überholt. Zeitgemäße Turobenzinmotoren und DSG-Automaten. Leider hält sich auch Hyundai was die Dieselnachrüstung angeht zurück, obwohl auch deren Fahrzeuge Schmutziger sind als die der drei deutschen Hersteller. Der Erfolg bei den Verkäufen zeigt deutlich, das Hyundai auf dem richtigen Weg ist.

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