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23.02.2012
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Renault Twingo

Comeback der Kulleraugen

Von
Renault

Minimalisten werden an diesem Fahrzeug Freude haben. Der runderneuerte Kleinwagen Renault Twingo kostet 9990 Euro, leistet 75 PS und bietet von allem nur das Nötigste. Doch mehr Auto braucht man eigentlich nicht, wie eine erste Probefahrt im kleinen Franzosen ergab.

Wer Autos nach dem Kindchenschema designt, braucht sich nicht wundern, wenn die Modelle flugs in die Frauenauto-Schublade gesteckt werden. So erging es von Anfang an dem Renault Twingo, und es funktionierte prima. Dann aber beschlossen die Verantwortlichen eine Art neuer Ernsthaftigkeit. Der Twingo bekam ein vermeintlich seriöseres Allerweltsaussehen und reihte sich fortan in die Riege der automobilen Langweiler ein. Das ist nun wieder passé.

Renault feiert nämlich das Comeback der Kulleraugen-Scheinwerfer. Das zuletzt biedere Modell erhielt eine frische Optik und vor allem wieder Frontleuchten, die wie weit aufgerissene Äuglein aussehen. Ein Design mit Kuschelfaktor sozusagen. Und es ist klar, dass Renault damit vor allem die weibliche Kundschaft ködern möchte. Zumal der Twingo ab 9990 Euro angeboten wird, also in der Zweitwagen-Preisklasse.

Doch Form und Formalitäten sind nur das eine. Wer erst einmal hinter dem Steuer sitzt, der erlebt einige Überraschungen. Zum Beispiel die, dass auch ein Kleinwagen von 3,69 Metern Länge so eingerichtet werden kann, dass ein Fahrer mit knapp 1,90 Meter Körperlänge ordentlich Platz findet; und Erwachsene sogar einigermaßen kommod auf der Rückbank mitfahren können. Das Ein- und Ausfädeln aus dem Fond ist etwas mühsam, doch das gilt für die meisten Zweitürer. Die hinteren Sitze lassen sich übrigens in den höheren Ausstattungsvarianten um 22 Zentimeter verschieben - das vergrößert den Knieraum bei voller Besetzung des Autos, verkleinert jedoch den Kofferraum auf das Format einer Einkaufstasche.

Das Interieur wirkt sehr ordentlich - bis aufs mittig platzierte Cockpit

Die nächste Überraschung liefert das Ambiente. Denn hübsch lackierte Oberflächen, solide Materialien und bunte Ziernähte widerlegen das Vorurteil vom Billig-Kleinwagen. Allerdings ist der Twingo, derart fein und freundlich ausgestattet, auch nicht mehr ganz so billig. Renault lässt sich die bessere Einrichtung natürlich bezahlen. Typisch für die Franzosen ist die Leere hinterm Lenkrad, denn im Twingo sind die Instrumente in der Mitte der Armaturentafel platziert. Direkt vor dem Fahrer gibt es dafür eine Ablagefläche - praktisch, aber gewöhnungsbedürftig.

Das gilt erst recht bei einsetzender Dunkelheit: Wenn der Blick nicht automatisch auf Instrumente und Kontrollleuchten fällt, vergisst man leicht, die Scheinwerfer einzuschalten. Eben weil der Blindflug zunächst gar nicht auffällt, wenn man nicht in ein unerleuchtetes Cockpit blickt.

Die größte Überraschung ist aber der Motor: 1,2 Liter Hubraum, vier Zylinder, 75 PS und 107 Nm Drehmoment. Das klingt mickrig angesichts der Werte, mit denen die Autoindustrie sonst aufwartet. Doch es reicht vollkommen aus. In der Stadt ist der Twingo so handlich und agil, dass kein Quäntchen Leistung fehlt; und über Land braucht man eben ab und zu Geduld - oder man muss die Drehzahl erhöhen. Wer die Maschine auf Touren hält, schafft locker 140 km/h, und wenn's sein muss auch das Spitzentempo von 169 km/h. So schnell darf man, außer partiell in Deutschland, ohnehin nirgendwo in Europa fahren.

Zwei Dinge, die man am neuen Twingo vermisst

Übrigens: Selbst wenn man den Twingo mit schwerem Gasfuß bewegt und den Motor schon beinahe schmerzhaft ausdreht, bleibt der Verbrauch noch unter sieben Liter. Klar, sparsam ist der Twingo dann nicht mehr, doch es geht ja auch deutlich moderater. Der Durchschnittsverbrauch liegt nämlich bei 5,1 Liter je 100 Kilometer.

Nach reichlich Stadtverkehr und ungeplant vielen Langstreckenfahrten wird mir der neue Twingo angenehm in Erinnerung bleiben. Der alte Charme ist wieder da, und Verzicht macht plötzlich Spaß. Nur auf zwei Dinge hätte Renault trotz aller Sparsamkeit nicht verzichten dürfen: Erstens ESP - denn das gehört mittlerweile einfach zur Serienausstattung. Zweitens neue Türgriffe - denn die Schnapphaken hinterm Blech waren schon beim ersten Twingo Murks. Sie sind es noch immer, denn sie killen jeden Fingernagel. Und da ist es völlig egal, ob der Twingo nun ein Frauen- oder ein Männerauto ist.

Forum

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insgesamt 32 Beiträge
1.
RacingGreen 23.02.2012
Ich versteh nich warum ich für den Renault Twizy um die 8000 Euro zahlen muss und für so einen Twingo, der ungleich mehr Auto bietet, nur 2000 Euro darüber. Die Batterie kann es nicht sein, denn die mietet man beim Twizy ja.
Ich versteh nich warum ich für den Renault Twizy um die 8000 Euro zahlen muss und für so einen Twingo, der ungleich mehr Auto bietet, nur 2000 Euro darüber. Die Batterie kann es nicht sein, denn die mietet man beim Twizy ja.
2. preise
kojak2010 23.02.2012
mein twingo mitte der neunziger hat 11.000 DM gekostet. meine güte...
mein twingo mitte der neunziger hat 11.000 DM gekostet. meine güte...
3. Verbrauch
kojak2010 23.02.2012
>>>Übrigens: Selbst wenn man den Twingo mit schwerem Gasfuß bewegt und den Motor schon beinahe schmerzhaft ausdreht, bleibt der Verbrauch noch unter sieben Liter.
>>>Übrigens: Selbst wenn man den Twingo mit schwerem Gasfuß bewegt und den Motor schon beinahe schmerzhaft ausdreht, bleibt der Verbrauch noch unter sieben Liter.
4. Was ist Minimalistisch?
manschu 23.02.2012
Ich finde es immer wieder erstaunlich, wie Redakteure solche Klein(st)wagen noch kleiner reden als sie sind. Vor einigen Jahren hatte ich noch ein Auto, gegen das ein Twingo purer Luxus ist. Damit war ich sehr glücklich und es [...]
Ich finde es immer wieder erstaunlich, wie Redakteure solche Klein(st)wagen noch kleiner reden als sie sind. Vor einigen Jahren hatte ich noch ein Auto, gegen das ein Twingo purer Luxus ist. Damit war ich sehr glücklich und es hat an nichts gefehlt - außer an der tatsächlich katastrophalen Sicherheit. Mir gefällt vor allen bei den älteren Twingos, dass der Motor scheinbar verschwindet. Es ist einfach eine fahrende Kiste, die halt "irgendwo" noch einen Motor eingebaut hat. Das ist ein ganz anderes Gefühl als bei den potenten deutschen motorbetonten Mittelklassewagen (wobei das natürlich auch toll ist). Der große Vorteil einer Mittelkonsole besteht für mich darin, dass die Instrumente nicht hinter dem Lenkrad verschwinden können. Auch bei Autos der gehobenen Klasse habe ich immer wieder das Problem, dass ich den Tacho nicht mehr sehe, wenn das Lenkrad in einer bequemen Position ist. Da ist eine gewöhnungsbedürftige Mittelkonsole deutlich angenehmer. An RacingGreen: der Twingo wird in hoher Stückzahl gebaut und basiert auf bewährten Techniken. Im Twizy stecken wahrscheinlich viel mehr Entwicklungskosten pro Stück und die Fertigung ist weniger effizient. Der Aufwand mal etwas ganz anderes zu machen ist einfach sehr hoch. In der 3. Generation und mit hohen Stückzahlen wäre der Twizy sicherlich sehr viel billiger.
5.
klappermann 23.02.2012
Schade, wenn die hoch ausgehaltene Tester es nicht mal mehr für nötig halten das Gewicht von solchen Kraftfahrzeugen angeben.
Zitat von sysopMinimalisten werden an diesem Fahrzeug Freude haben. Der runderneuerte Kleinwagen Renault Twingo kostet 9990 Euro, leistet 75 PS und bietet von allem nur das Nötigste. Doch mehr Auto braucht man eigentlich nicht, wie eine erste Probefahrt im kleinen Franzosen ergab. Renault Twingo: Comeback der Kulleraugen - SPIEGEL ONLINE - Nachrichten - Auto (http://www.spiegel.de/auto/fahrberichte/0,1518,816884,00.html)
Schade, wenn die hoch ausgehaltene Tester es nicht mal mehr für nötig halten das Gewicht von solchen Kraftfahrzeugen angeben.

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Fahrzeugschein

Hersteller: Renault
Typ: Twingo (2012)
Karosserie: Kleinwagen
Motor: Vierzylinder-Benziner
Getriebe: Fünfgang-Schaltgetriebe
Antrieb: Front
Hubraum: 1.149 ccm
Leistung: 75 PS (55 kW)
Drehmoment: 107 Nm
Von 0 auf 100: 12,3 s
Höchstgeschw.: 169 km/h
Verbrauch (ECE): 5,1 Liter
CO2-Ausstoß: 119 g/km
Kofferraum: 165 Liter
umgebaut: 285 Liter
Versicherung: 14 (HP) / 16 (TK) / 17 (VK)
Preis: 9.990 EUR

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