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Autogramm BMW X1

Reifere Leistung

Der neue BMW X1 kommt kraftstrotzender daher als sein Vorgänger. Dabei sind es vor allem die familienfreundlichen Aspekte, die bei der zweiten Baureihe des Kompakt-SUVs verbessert wurden.

BMW
Von
Mittwoch, 05.08.2015   05:17 Uhr

Der erste Eindruck: Der neue X1 sieht aus, als käme er frisch aus dem Bodybuilding-Studio. Kräftig aufgepumpt und in jeder Dimension ein bisschen gewachsen, steht er viel bulliger da als zuvor.

Das sagt der Hersteller: Mit dem Debüt des X1 habe BMW der Konkurrenz vor sechs Jahren ein Schnippchen geschlagen, sagt Peter Wolf. Er leitet bei BMW die Entwicklung der kleinen Baureihen und freut sich, dass Audi und Mercedes mit dem Q3 und dem GLA erst viel später vergleichbare Modelle ins Programm nahmen. So konnten die Münchner seit 2009 rund 730.000 Exemplare verkaufen, was den X1 unter die Top-Drei der BMW-Bestsellerliste brachte. Das neue Modell soll diese Stellung ebenso zementieren wie den Vorsprung vor den Rivalen aus Stuttgart und Ingolstadt.

Das ist uns aufgefallen: BMW war mit der Entwicklung eines Kompakt-SUVs zwar schneller als die Konkurrenz, aber dementsprechend wirkte die erste Baureihe des X1 an einigen Stellen auch überhastet zusammengezimmert. Das neue Modell wirkt dagegen viel ausgereifter und besser durchdacht. Erkennbar ist das auf den ersten Blick bei der Materialauswahl und der Finesse im Cockpit, außerdem an Extras wie den LED-Scheinwerfern, dem Head-Up-Display oder dem Abstandsregeltempomaten.

Hinzu kommt mehr Beinfreiheit. Vorn sitzt man entspannter und bequemer, und hinten scheuern auch die Knie von Erwachsenen nicht mehr an den Rückenlehnen der Vordersitze. Außerdem kann man jetzt den ganzen Kleinkram für die große Fahrt besser verstauen, und in den Kofferraum mit der nun elektrisch öffnenden oder schließenden Heckklappe passt mehr Gepäck: Das Ladevolumen bei voller Bestuhlung wuchs um 85 auf 505 Liter und bei umgeklappten Rücksitzlehnen um 200 auf 1550 Liter.

Das Handling des X1 ist im Vergleich zum Vorgänger aber ebenfalls präziser geworden - und das, obwohl die Sitzhöhe um vier Zentimeter angehoben wurde. Allerdings war unser Testwagen auch mit der Sportlenkung bestückt, die einen Aufpreis von 250 Euro kostet.

Überraschend deutlich zu hören war dabei das Motorengeräusch des zwei Liter großen Benziners - dem Klang nach eher ein Dieselaggregat. Auf der Testfahrt meldete der Bordcomputer außerdem einen Durchschnittsverbrauch von etwas mehr als zehn Litern - obwohl die Runde von etwa 200 Kilometern nur eine kurze Vollgas-Etappe auf der Autobahn enthielt und die Fahrweise ansonsten eher moderat war.

Das muss man wissen: Zur X1-Version mit 231-PS-Motor gibt es einige Alternativen. Insgesamt werden für den X1 ab dem Verkaufsstart Ende Oktober zwei Benzin- und drei Dieselmotorisierungen von 150 bis 231 PS angeboten. Die Basisversion kostet 29.950 Euro. Im Dezember folgen dann zwei Dreizylinder-Aggregate, der 18i mit 136 PS und der 16d mit 116 PS.

Der X1 wird in der zweiten Auflage bis zu 17 Prozent sparsamer und verbraucht laut Normzyklus im besten Fall nur 4,1 Liter. Das liegt zum einen an der neuen Motorengeneration, zum anderen an einem deutlich reduzierten cW-Wert sowie dem neuen Antriebskonzept. Denn die Einstiegsvarianten fahren jetzt mit Frontantrieb und die Modelle mit xDrive bekommen eine leichtere und sparsamere Allrad-Technik mit einer elektronisch geregelten Lamellenkupplung. In Bruchteilen von Sekunden geöffnet oder geschlossen, leitet sie nur dann Kraft an die Hinterachse, wenn diese dort benötigt wird.

BMW hat die Produktion des X1 von Leipzig nach Regensburg verlegt. Dort wird die zweite Baureihe nun auf den sogenannte UKL- (Untere Klassen) Plattformen gebaut, auf der auch die Modelle 2er Active und 2er Grand Tourer basieren. Das eröffnet laut Entwicklungsleiter Peter Wolf, "neue Freiheiten im Design, Package und Alltagsnutzen".

Das werden wir nicht vergessen: Es sind vor allem die verbesserten Nehmerqualitäten, mit denen der neue X1 in Erinnerung bleibt. Mehr Raum für Gepäck, jede Menge Ablagen, eine dreigeteilte Rücklehne, ein zweigeteiltes Sitzkissen, das man um bis zu 13 Zentimeter verschieben kann, und auch noch eine umklappbare Beifahrersitzlehne - der kompakte SUV wird damit zur guten Alternative der Kombi- und Van-Modelle.

insgesamt 415 Beiträge
nord1icht 05.08.2015
1.
Ärgerlich, dass Autonournalisten den Käufern so nach dem Mund reden, denn sonst würde da stehen, dass der SUFF eine teure, verschwenderische, unsichere und völlig überproportionierte Gattung ist. Die Frau ab 40 möchte sich [...]
Ärgerlich, dass Autonournalisten den Käufern so nach dem Mund reden, denn sonst würde da stehen, dass der SUFF eine teure, verschwenderische, unsichere und völlig überproportionierte Gattung ist. Die Frau ab 40 möchte sich geborgen fühlen - ja, vielleicht lässt sich das auch anders lösen? Kraftprotz ist Unsinn, Muckibude passt schon eher - dicke Hose, nichts dahinter. 10 Liter sind für den Transport zum Kindergarten oder die Fahrt ins Kino völlig unakzeptabel.
kein_freiburger 05.08.2015
2. kraftstrotzender
oder "meiner ist größer als Deiner". Das ist DIE Ansage auf Deutschlands Strassen. Entweder fahren mit diesen spritsaufenden Trümmern irgendwelche jung, dynamisch, unbrauchbar Angeber Typpen in der Gegend herum, die [...]
oder "meiner ist größer als Deiner". Das ist DIE Ansage auf Deutschlands Strassen. Entweder fahren mit diesen spritsaufenden Trümmern irgendwelche jung, dynamisch, unbrauchbar Angeber Typpen in der Gegend herum, die am liebsten jeden anderen von der Strasse drücken würden, oder irgendwelche zierlichen Frauen die man hinter dem Lenkrad oft kaum noch sieht. Und 4,1l/100km bei vermutlich 2Tonnen oder mehr Leergwicht, da lachen ja die Hühner. Vermutlich sind schon die über 10l die im Artikel erwähnt werden, optimistisch. Aber Umwelt, CO2 und ähnliches interessiert die eher geltungsbedürftigen Käufer solcher Fahrzeuge im allgemeinen eher weniger. Den Käufern gehts es ja um Geltung und Überholprestige, da muß man ja mit den Cayennes und Touargs und Q7 oder sonstigen Protzschlitten mithalten.
mischamai 05.08.2015
3. seltsame Designsprache
Da fragt man sich was sollen all die bezugslosen Designspielchen mit Linien und Formen ohne jeglichen Bezug.Besonders albern sind die vereckten Rückleuchten im Design zweier Hundeköpfe welche aufeinander zulaufen.
Da fragt man sich was sollen all die bezugslosen Designspielchen mit Linien und Formen ohne jeglichen Bezug.Besonders albern sind die vereckten Rückleuchten im Design zweier Hundeköpfe welche aufeinander zulaufen.
peterbuske 05.08.2015
4. Da fehlt noch was
Fehlt nur noch ein aus großen, verchromten Lettern geschriebenes "Grrrrr" auf dem Kühlergrill. Früher hat man die Autobesitzer, welche ihre Scheinwerfer überklebten, damit die Karre einen "bösen Blick" [...]
Fehlt nur noch ein aus großen, verchromten Lettern geschriebenes "Grrrrr" auf dem Kühlergrill. Früher hat man die Autobesitzer, welche ihre Scheinwerfer überklebten, damit die Karre einen "bösen Blick" bekommt, belächelt. Tja, und heute gibts das serienmäßig bei BMW...
longhitter 05.08.2015
5. Schnappatmung!
Reflexartig kommen die Umweltbeschützer ans Tageslicht. SUV Unsicher? Schon mal mitgefahren? Oder nur mal einen SUV gesehen? Vergleich mit Cayenne, Touareg, Q7??? Dann wohl eher der X5! Der X1 ist mal grade ein wenig größer [...]
Reflexartig kommen die Umweltbeschützer ans Tageslicht. SUV Unsicher? Schon mal mitgefahren? Oder nur mal einen SUV gesehen? Vergleich mit Cayenne, Touareg, Q7??? Dann wohl eher der X5! Der X1 ist mal grade ein wenig größer als der Golf! Und soviel (wenig) verbraucht der X1 auch.
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Fahrzeugschein

Hersteller: BMW
Typ: X1 25i
Karosserie: SUV
Motor: Vierzylinder-Turbo-Benzin-Direkeinspritzer
Getriebe: Achtgang-Automatik
Antrieb: Allrad
Hubraum: 1.998 ccm
Leistung: 231 PS (170 kW)
Drehmoment: 350 Nm
Von 0 auf 100: 6,5 s
Höchstgeschw.: 235 km/h
Verbrauch (ECE): 6,4 Liter
CO2-Ausstoß: 149 g/km
Kofferraum: 505 Liter
umgebaut: 1.550 Liter
Preis: 42.500 EUR

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