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Autogramm Opel Insignia Country Tourer

Opels Landsitz

Die Sehnsucht der Kunden nach Abenteuer-Flair bedient Opel mit dem neuen Insignia Country Tourer. Der verfügt über ein hochgelegtes Fahrwerk und lässt sich auch bei Preis und Ausstattung in ungeahnte Höhen treiben.

Opel
Von
Mittwoch, 22.11.2017   04:05 Uhr

Der erste Eindruck: Laufsteg trifft Laubwald.

Das sagt der Hersteller: Keine Frage: Der Opel Insignia Country Tourer ist eine Reaktion auf den SUV-Trend. Passend dazu feiert das Opel-Marketing den aufgebockten Kombi als erste Wahl für Wintersportler, Abenteurer und alle anderen Kunden mit aktiven Freizeitverhalten. Doch es geht noch um mehr. Um mehr Geld.

Die noch recht junge Abteilung "Opel Exclusive" hat beim Insignia Country Tourer ihren ersten großen Auftritt. "Wer will, kann mit deren Angebot das Auto bis hin zum einzigartigen Farbton maximal individualisieren. Und so lassen sich auch höhere Preise und Erträge realisieren", sagt Opel-Sprecher Patrick Munsch. Er sieht es als Pluspunkt, dass man nun auch für einen Opel 50.000 oder 60.000 Euro ausgeben kann. "Damit kommen wir auf das Niveau von Audi, BMW und Mercedes."

Foto: SPIEGEL ONLINE

Das ist uns aufgefallen: Einsteigen und Wohlfühlen - wer den Country Tourer von der Exclusive-Abteilung ausstatten lässt, erlebt ein Ambiente, wie man es bislang eher aus der Mercedes E-Klasse kannte. Weiches Leder, warmes Licht, kuschelige Temperaturen, schmucke Konsolen, bequeme Sitze - derart gepampert kann man auch mit einem Opel bis ans Ende der Welt fahren.

Da hülfe, falls man es wollte, die etwas größere Bodenfreiheit und der Allradantrieb und nicht zuletzt der neue Spitzendiesel der Insignia-Familie, der aus 2,0 Liter Hubraum 210 PS Leistung und imposante 480 Nm Drehmoment schöpft. Die sehr leise arbeitende Maschine bildet mit der Achtgang-Automatik ein eingespieltes Team, und bietet ordentlich Dynamik. Von 0 auf 100 geht es in 8,2 Sekunden und bei Vollgas wird das Auto 228 km/h schnell.

Vom etwas höheren Schwerpunkt wegen der um 2,5 Zentimeter vergrößerten Bodenfreiheit bekommt man am Steuer nicht viel mit. Auch das Einsteigen und Rausschauen ist nicht besser oder schlechter als bei Limousine oder Kombi. Kurz gesagt: Der Country Tourer bewegt sich genauso schnittig durch Kurven wie die anderen Insignia-Varianten, er wankt nicht stärker, und die Windgeräusche sind auch nicht höher.

Leider bleibt eine Grundkritik am Opel-Flaggschiff: Obwohl der Wagen das neueste Modell des Segments ist und die Ausstattung mit Head-up-Display, Abstandsregelung und allerlei Assistenten auf der Höhe der Zeit rangiert, wirkt er innen bei aller Opulenz betagt. Die analogen Instrumente, die kleinen Bildschirme und die grobschlächtigen Bedienelemente - selbst das fabrikneue Auto wirkt aus der Perspektive eines Insassen etwas angestaubt.

Werfen Sie einen Blick in den Innenraum des Opel Insignia Country Tourer - mit unserem 360-Grad-Foto:

Das muss man wissen: Der Insignia Country Tourer steht seit Mitte Oktober als dritte Variante der neuen Opel-Top-Baureihe bei den Händlern. Der Basispreis für das Modell liegt bei 34.885 Euro und liegt damit um rund 5000 Euro über dem Einstiegspreis der anderen Insignia-Typen mit identischer Motorisierung. Dafür gibt es die erwähnten 2,5 Zentimeter mehr Bodenfreiheit und etwas Schminke gegen den Schmutz: Der fünf Meter lange und damit ziemlich stattliche Kombi trägt eine Bauchbinde aus schwarzem Kunststoff und an den neuen Stoßfängern einen Unterfahrschutz. Ob die Anbauten im Gelände wirklich ihren Zweck erfüllen, erscheint zwar zweifelhaft, doch zumindest sieht der Insignia damit verwegen und abenteuerlustig aus.

In Fahrt bringen ihn die stärkeren der durchweg bekannten Motoren aus Limousine und Kombi. Es gibt also zwei Benziner mit 1,5 Liter Hubraum und 165 PS oder mit 2,0 Liter Hubraum und 260 PS sowie zwei Diesel, die aus zwei Litern Hubraum entweder 170 oder 210 PS holen. Der kleine Benziner kommt mit Frontantrieb, beim kleinen Diesel kann man Allradantrieb für 2200 Euro Aufpreis dazu bestellen; bei den starken Motoren ist er Standard. Dank elektronischer Kraftverteilung an der Hinterachse ("Torque Vectoring") kommt der Riese zwar Flott ums Eck und fährt sich handlicher, als man es angesichts des Formats erwartet. Spezielle Offroad-Programme für unterschiedliche Untergründe jedoch sind nicht im Angebot.

Das werden wir nicht vergessen: Wenn es dunkel wird, sieht man das Auto mit neuen Augen. Denn dann hat das Matrix-Licht seinen Auftritt und macht die Nacht mit 32 einzeln angesteuerten und punktgenau ausgerichteten LED-Elementen zum Tage. Und der Insignia wird buchstäblich zur großen Leuchte.

Hersteller: Opel
Typ: Insignia Country Tourer (2017)
Karosserie: Kombi
Motor: Vierzylinder-Diesel
Getriebe: Achtgang-Automatik
Antrieb: Allrad
Hubraum: 1.956 ccm
Leistung: 210 PS (154 kW)
Drehmoment: 480 Nm
Von 0 auf 100: 8,2 s
Höchstgeschw.: 228 km/h
Verbrauch (ECE): 7,2 Liter
CO2-Ausstoß: 191 g/km
Kofferraum: 560 Liter
umgebaut: 1.665 Liter
Preis: 45.725 EUR
insgesamt 57 Beiträge
mazzmazz 22.11.2017
1. Super!
Ist die Aussage des Opel-Sprechers aus dem Kontext gerissen, oder freut er sich wirklich darüber, nun einen Opel zum Mercedespreis anzubieten? Hört sich lustig an. 5.000 Eur für den hässlicheren "Country-Tourer"? [...]
Ist die Aussage des Opel-Sprechers aus dem Kontext gerissen, oder freut er sich wirklich darüber, nun einen Opel zum Mercedespreis anzubieten? Hört sich lustig an. 5.000 Eur für den hässlicheren "Country-Tourer"? Auch ziemlich ambitioniert, würde ich sagen. Offenbar wendet man sich an Flottenkunden. Für Gebrauchtkäufer aber ist der Insognia interessant, denn es gibt nach wie vor die Kombination Benziner mit Allrad unter 300 PS und 50.000 Eur, was mittlerweile extrem selten geworden ist. Bei Ford gibt es gar keinen Allradbenziner im Mondeo, bei VW nur die sehr teure Top-Version. Dann doch lieber einen Mercedes, den es als C200 4matic gibt. Für kaum mehr Geld und mit deutlich besserem Werterhalt. Der neue Inisgnia an sich sieht gut aus, finde ich. Für den Gebrauchtkäufer irgendwann interessant, wenn die Technik hält.
derpif 22.11.2017
2.
Hab mich selten so über ein Auto geärgert wie über meinen Opel, ständig hat er irgendwelche mysteriösen Sachen gehabt die in der Werkstatt nicht, oder nur nach mehrmaligem Besuch, zu beheben waren. Im Freundeskreis das [...]
Hab mich selten so über ein Auto geärgert wie über meinen Opel, ständig hat er irgendwelche mysteriösen Sachen gehabt die in der Werkstatt nicht, oder nur nach mehrmaligem Besuch, zu beheben waren. Im Freundeskreis das gleiche. Mein Fahrlehrer hat grundsätzlich auf doppelt Abstand bestanden wann immer vor uns ein roter Opel fuhr. Als Grund nannte er nur 30Jahre Berufserfahrung, hat er ernst gemeint.. Witzigerweise hat sich später gezeigt das der Tip nicht der schlechteste war.
ovi100 22.11.2017
3. man beachte..
den CO2 Ausstoss der doppelt so groß ist wie bei anderen Fahrzeugen..Auch ohne dieses Argument wer noch heute soviel Geld fuer ein Auto ausgibt der koennte Morgen boese auswachsen wenn der Zutritt zu Innenstädten verwaehrt [...]
den CO2 Ausstoss der doppelt so groß ist wie bei anderen Fahrzeugen..Auch ohne dieses Argument wer noch heute soviel Geld fuer ein Auto ausgibt der koennte Morgen boese auswachsen wenn der Zutritt zu Innenstädten verwaehrt bleibt!
pontifex maximus 22.11.2017
4. Herausragender Vorteil....
...endlich60.000€ für einen Opel zahlen zu können.... Der Insignia ist sicherlich ein schönes und gutes Auto. Er ist und bleibt aber ein Opel. Bei solchen Aussagen fragt man sich, ob die Verantwortlichen noch alle Tassen im [...]
...endlich60.000€ für einen Opel zahlen zu können.... Der Insignia ist sicherlich ein schönes und gutes Auto. Er ist und bleibt aber ein Opel. Bei solchen Aussagen fragt man sich, ob die Verantwortlichen noch alle Tassen im Schrank haben.
price 22.11.2017
5. Ich bin überrascht...
...mal ein fast positiver Bericht über Opel, und das sogar auf SPON. Ich fahre den normalen Kombi und bin sehr damit zufrieden, weil die Preis-Leistung einfach stimmt. Die Kritik am Innenraum kann ich nicht nachvollziehen, ich [...]
...mal ein fast positiver Bericht über Opel, und das sogar auf SPON. Ich fahre den normalen Kombi und bin sehr damit zufrieden, weil die Preis-Leistung einfach stimmt. Die Kritik am Innenraum kann ich nicht nachvollziehen, ich brauche keinen 65 Zoll Monitor im Auto. Auch finde ich die Bedienelemente nicht grobschlächtig... Alle Taster haben einen angenehmen Druckpunkt, die Drehregler habe eine feine Rastung, alles ist da, wo man es braucht, dazu noch hübsch und dezent Beleuchtet... Die Mischung aus analogen Zeigern und digitalem Tacho kann man mögen, stört aber auf keinen Fall. Das Fahrwerk ist komfortabel und bietet super Handling, das Torque-Vectoring ist aller erste Sahne! Und zum Preis: für einen vergleichbaren Audi-BMW-Mercedes sind stumpf zwischen 25.000 bis 30.000 € mehr fällig!!! Da muss jeder selber entscheiden, ob einem das Wert ist!
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