Schrift:
Ansicht Home:
Mobilität

Erste Fahrt im VW T-Cross

Ein Hoch auf den Polo

Der Absatz von SUVs boomt. Bisher hatte VW nur wenige Modelle, um die Nachfrage zu bedienen. Das ändert sich gerade - mit einem höhergelegten Polo namens T-Cross. Zum echten Geländewagen reicht es nicht.

Volkswagen
Von
Mittwoch, 11.07.2018   04:25 Uhr

Normalerweise testet die Autoindustrie neue Fahrzeuge auf abgesperrtem Gelände und hält die Prototypen so lange wie möglich geheim. Doch beim neuen T-Cross gibt sich VW ausgesprochen freizügig: Obwohl der aufgebockte Kleinwagen erst im Herbst Premiere feiert und im Frühjahr in den Handel kommt, verrät Volkswagen die meisten Details schon jetzt und bittet sogar zur ersten Fahrt im leicht getarnten Versuchsfahrzeug.

Woher die ungewohnte Offenheit rührt? Dafür gibt es mehrere Gründe. Einer ist sicherlich, dass der T-Cross keinen Vorgänger hat, bei dem zu viele Nachrichten über ein neues Modell den Abverkauf stören könnten. Im Gegenteil: Mit frühen Details über den T-Cross will VW die Kauflust wecken, in der Hoffnung, dass der ein oder andere Interessent auf den Neuzugang aus Wolfsburg wartet statt sich ein bereits erhältliches, vergleichbares Modell der Konkurrenz zuzulegen. Denn die war mit Autos wie dem Renault Captur, dem Peugeot 2008 oder dem Citroën C3 Aircross Jahre früher dran. Volkswagen ignorierte - wie schon bei anderen Fahrzeuggattungen auch - lange den Trend. Erst 2016 wachte der Hersteller auf und lieferte mit der Cabrio-Studie T-Cross Breeze in Genf einen ersten Vorgeschmack.

Die technische Basis für den T-Cross liefert der VW Polo, von dem die Motoren sowie die Plattform stammen. Zum Einsatz kommen zwei Dreizylinder-Benziner mit einem Liter Hubraum und 95 oder 115 PS, ein 150 PS starker Vierzylinder von 1,5 Litern und ein 1,6-Liter-TDI mit 95 PS.

Der SUV soll sich betont farbenfroh geben

Die technische Verwandtschaft mit dem Polo hält die Entwicklungskosten gering, erleichtert die gemeinsame Produktion in Pamplona und minimiert am Ende die Herstellungskosten. Der T-Cross soll bei etwa 17.000 Euro starten - damit ist er rund 4000 Euro teurer als ein Polo, aber 3500 Euro billiger als der größere T-Roc. Doch die technische Nähe zum Polo bringt auch Einschränkungen mit sich. So wird der T-Cross zum ersten Geländewagen bei VW, für den es keinen Allradantrieb geben wird. Baureihenleiter Andreas Krüger verteidigt die Entscheidung. Auch die meisten Konkurrenten hätten keinen 4x4-Antrieb, und von den Kunden habe den bislang auch kaum jemand verlangt.

Fotostrecke

Erste Fahrt im VW T-Cross: Polo in Bunt

Anders als der Polo, der fünf Zentimeter kürzer ist als der T-Cross und deutlich niedriger, treibt es der Neue bunt. Der SUV soll sich betont farbenfroh und lebenslustig geben, sagt Designchef Klaus Bischoff. Es wird deshalb nicht nur zwölf Farben und Kontrastlackierungen geben, sondern auch Klebetatoos, bunte Felgen und poppige Konsolen rund um die Instrumente und den großen Touchscreen im Cockpit.

Trotzdem wird der Wagen sich auch weiterhin der Vernunft verpflichtet fühlen, sagt Bischoff, und mit vielen praktischen Details aufwarten. Als Beleg dafür verspricht Baureihenchef Krüger serienmäßig einen umklappbaren Beifahrersitz und vermutlich gegen Aufpreis eine um 15 Zentimeter verschiebbare Rückbank. Diese verschafft dann Fondpassagieren so viel Beinfreiheit, dass selbst Erwachsene hinten halbwegs bequem sitzen können. Schiebt man die Rückbank Richtung Vordersitze, schluckt der T-Cross mit 455 Litern mehr Gepäck als der Golf, bei umgeklappter Rückbank sind es 1281 Liter.

Trend geht zum SUV - kleine Modelle derzeit besonders gefragt

VW hat zwar den Trend zu kleinen SUV verschlafen, doch von der derzeit großen Nachfrage wird auch der T-Cross profitieren. Der Marktbeobachter Jato Dynamics meldete zuletzt einen Boom in diesem Segment und verweist auf die europäischen Zulassungen im Mai: Während alle anderen Fahrzeugtypen um 8,5 Prozent zurückgegangen sind, haben die Geländewagen demnach insgesamt um 24,2 Prozent zugelegt und waren in 23 von 27 Märkten die erfolgreichste Kategorie. "Der größte Treiber unter den Geländewagen waren diesmal die kleinen SUV", schreibt Jato in seiner Monatsstatistik. "Allein im Mai haben sie um 37 Prozent zugelegt." Das wird dem T-Cross sehr entgegenkommen.

insgesamt 45 Beiträge
berndasbrot 11.07.2018
1. Um es uns allen zu erleichtern....
......hier mal kurz die ersten Kommentare vorab: - "Warum immer noch keine Elektrovariante!?! Können die Amis alles viel besser!" - "Mein 25 Jahre alter Polo Diesel braucht immer genau 3,4731 Liter auf 100 km! Wo [...]
......hier mal kurz die ersten Kommentare vorab: - "Warum immer noch keine Elektrovariante!?! Können die Amis alles viel besser!" - "Mein 25 Jahre alter Polo Diesel braucht immer genau 3,4731 Liter auf 100 km! Wo ist der Fortschritt?" - "Deutsche Autobauer sind alles Verbrecher!" - "Braucht kein Mensch." - "Warum fahren nicht alle, so wie ich, eine Toyota Prius?!" - "Wir brauchen dringend eine allgemeinsche Geschwindigkeitsbegrenzung von (wählen Sie aus) 130/120/100 km/h!" - "Der Touch Screen ist zu klein!" So, Diskussion beendet ;-)
ideologiefreier-Realist 11.07.2018
2. "VW hat zwar den Trend zu kleinen SUV verschlafen"
Tja, das muss man bei VW ja ständig feststellen. Aber im beschei.... sind die echt groß. Innovationen? Fehlanzeige! Das kommt auch davon, wenn der Staat immer seine Hand schützend über die hält und Politik für die macht. Da [...]
Tja, das muss man bei VW ja ständig feststellen. Aber im beschei.... sind die echt groß. Innovationen? Fehlanzeige! Das kommt auch davon, wenn der Staat immer seine Hand schützend über die hält und Politik für die macht. Da wird solch ein Elefant noch bequemer. Auf dem deutschen Markt ist das kein Problem, der Deutsche kauft schon. Aber der deutsche Markt ist nun nicht der wichtigste, ohne Dienstwagenprivileg wäre da sowieso nicht so viel. International könnte es aber zum Problem in der Zukunft werden.
Bin_der_Neue 11.07.2018
3. Alles schön und gut..
..aber dieses mustergültig langweilige Beispiel automobiler Hausmannskost hat einen gravierenden Makel: es stammt von Volkswagen. Hätte ich mir zuvor schon kein Fahrzeug dieser Marke gekauft, so werde ich es nach Abgasskandal [...]
..aber dieses mustergültig langweilige Beispiel automobiler Hausmannskost hat einen gravierenden Makel: es stammt von Volkswagen. Hätte ich mir zuvor schon kein Fahrzeug dieser Marke gekauft, so werde ich es nach Abgasskandal und dessen Aufarbeitung durch den VW-Konzern bzw. dessen Umgang mit den geprellten Kunden erst recht nicht mehr tun! Aber das ist ohnehin nur reine Makulatur, denn sucht man Emotionen beim Autokauf, ist man bei VW so ziemlich am weitesten davon entfernt.
barlog 11.07.2018
4.
Ich sehe hier einen Polo, der orthopädisch entgegenkommend höher gelegt wurde und nun marketingmäßig als "Sport Utility Vehicle" eingestuft wird (keine Ahnung, was da an Sportlichkeit dazu gekommen ist). Nun wird im [...]
Ich sehe hier einen Polo, der orthopädisch entgegenkommend höher gelegt wurde und nun marketingmäßig als "Sport Utility Vehicle" eingestuft wird (keine Ahnung, was da an Sportlichkeit dazu gekommen ist). Nun wird im Artikel auch noch erwähnt, daß dies nun ein (allradantriebsloser) "Geländewagen" sei. Erstaunlich, wie sich ein Einkaufskleinwagen für Rentner durch ein bisschen Höherlegen verändert.
jujo 11.07.2018
5. ...
Wer braucht in D einen echten Geländewagen? Um das Klischee zu bedienen, die Mami um den Zwerg 2 Km zur Schule zu fahren? Wer einen "echten" Offroader braucht kauft sich mit Sicherheit keine von diesen gängigen [...]
Wer braucht in D einen echten Geländewagen? Um das Klischee zu bedienen, die Mami um den Zwerg 2 Km zur Schule zu fahren? Wer einen "echten" Offroader braucht kauft sich mit Sicherheit keine von diesen gängigen rollenden Schrankwänden, von welchem Hersteller auch immer. Ich hatte 2002 von meinem Vater kurzzeitig einen Opel Frontera übernommen, er hatte ihn als Jäger "offfroad" gebraucht. Der hatte Allrad, Sperrdifferential, Untersetzungsgetriebe u.s.w. Das haben moderne SUVs nicht, brauchen das auch nicht, da nur auf Straßen oder höchstens auf Feldwegen gefahren.

Verwandte Artikel

Artikel

© SPIEGEL ONLINE 2018
Alle Rechte vorbehalten
Vervielfältigung nur mit Genehmigung der SPIEGELnet GmbH
TOP