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Auto

Nützliche Netzdienste für Radfahrer

Schlauer treten

Reifen platt? Keinen Bock, alleine zu radeln? Oder wollen Sie sich ein paar Euro dazuverdienen? Fünf Internetdienste, die das Biken besser machen sollen.

DPA

Fahrradfahrer vor dem Logo des Internetkonzerns Google im Silicon Valley

Montag, 07.08.2017   04:35 Uhr

Fahrrad geklaut? Einfach suchen lassen - mit fahrradjaeger.de

Alle zwei Minuten wird in Deutschland ein Fahrrad gestohlen. Im vergangenen Jahr waren es mehr als 332.000, weniger als neun Prozent der Fälle werden aufgeklärt, so die Polizeistatistik. Auch Martin Jäger wurde mehrmals Opfer von Fahrraddieben. "Ich war, ehrlich gesagt, richtig sauer und irgendwann konnte ich es nicht mehr hinnehmen", schreibt der gelernte Bankkaufmann und Ingenieur auf der eigenen Internetseite. Deshalb gründete er mit seiner Partnerin Steffi Wulf die Online-Plattform FahrradJaeger, ein zentrales, kostenloses Diebstahlregister. Mittlerweile ist aus dem studentischen Projekt ein richtiges Unternehmen geworden - die Million hunters GmbH mit eigener App und Hardware. Das Prinzip ist geblieben: App-Nutzer können ihr Rad kostenlos registrieren. Wird es gestohlen, gibt der Betroffene sein Bike deutschlandweit zur Suche frei, der Finder erhält eine Belohnung. Identifiziert wird es per Rahmennummer oder anhand eines QR-Codes, der im Onlineshop der Homepage für zehn Euro erworben werden kann. Dieser soll sich nur sehr schwer vom Fahrradrahmen entfernen lassen.

Zusätzlich zum Anti-Diebstahl-Aufkleber bietet FahrradJäger seit diesem Jahr auch einen Peilsender namens insect (179 Euro) an, der fest am Rahmen befestigt wird. Per App wird das System aktiviert und schlägt sofort Alarm, wenn jemand versucht, das Rad zu stehlen. Zudem erhält der Besitzer eine Push-Nachricht auf sein Handy, und die gesamte Community von derzeit etwa 12.000 Mitgliedern wird informiert. Bewegt sich das gestohlene Rad, wird insect zum Peilsender. Nach Angaben des Plattformbetreibers konnten innerhalb eines Jahres immerhin knapp 300 gestohlene Räder dank detektivischer Nutzer wiedergefunden werden.

Timo Roth / Fahrradjäger

Der Peilsender insect von FahrradJäger

Rad ab? Rad montiert - durch den mobilen Reparaturservice LiveCycle

Mal wieder einen Platten? Aber weder Lust noch Zeit, das Fahrrad beim nächsten Händler vorbeizuschieben? Wer die Internetseite live-cycle.de besucht, kann sich einen Reparaturservice per Mausklick nach Hause bestellen. Per Lastenrad oder Sprinter kommt dann ein Profi-Helfer angedüst. Vorausgesetzt, das behandlungsbedürftige Bike steht in Berlin oder München, bisher bietet das Start-up seinen Dienst nämlich nur in den beiden Großstädten an. Weitere sollen folgen.

Die Preise liegen etwas höher als im Handel, so kostet der Vorderradwechsel beispielsweise ab 24 Euro, ein Bremsen-Check ebenso. Dafür versprechen die Anbieter Premium Service. "Wir versuchen, innerhalb von zwei bis drei Tagen zu helfen", sagt Bastian Scherbeck, einer der drei Gründer von LiveCycle. So verliert fast jede Rad-Panne ihren Schrecken.

Getty Images

Finger schmutzig machen? LiveCycle übernimmt auch die Kettenpflege.

Payback durch Pedalieren? Bikuh will es möglich machen

Wer Fahrrad fährt, verbrennt Kalorien und verdient Geld. Gute Kombi, oder? Dachten auch zwei Gründer und starteten das Portal bikuh, das seinen Nutzern einen Lohn fürs Pedalieren zahlt. Keine großen Beträge, eher Taschengeld. Wer sich bei bikuh im Internet registriert und die App (soll voraussichtlich im September erhältlich sein) runterlädt, erhält bis zu 20 Cent je Kilometer. Als Gegenleistung muss der Radler Werbung an seinem Fahrrad erdulden und mindestens 100 Kilometer im Monat zurücklegen. Auch Bonuskampagnen mit Geschäften sind geplant, für die greift die 100-Kilometer-Regel nicht. Bikuh startet demnächst in Frankfurt, aber auch in Berlin, München und Köln soll das Werberadeln angeboten werden. Noch bevor es los geht, haben sich bereits knapp 5000 Radler registriert.

Mit ein paar Klicks den richtigen Mitfahrer finden - verspricht Cyclique

Radfahren? Gerne! Nur nicht alleine! Wer einen Bike-Partner braucht, um seinen inneren Schweinehund zu überwinden, verliert mit Cyclique jede Ausrede. Cyclique ist eine Community, die verspricht, Radfahrern den richtigen Mitfahrer zu vermitteln - sei es für lange Touren oder lediglich den Weg zur Arbeit. Nutzer können beispielsweise ihre bevorzugte Geschwindigkeit einstellen, welches Fahrrad sie fahren und ob sie beispielsweise Frauen oder Männer als Begleitung suchen.

Ein Fahrrad leihen - listnride will vom Lasten- bis zum Laufrad für jeden Kunden etwas bieten

Fahrradfans sind meistens velo-polygam - sie verteilen ihre Liebe auf mehrere Räder. Ein Lastenrad, um die Kinder in die Kita zu bringen, ein E-Bike, um zur Arbeit zu pendeln, ein Hollandrad aus Nostalgie. Doch auch beim Fahrrad gilt wie beim Auto: Muss ich wirklich alle meine Bikes besitzen? Oder wäre Bike-Sharing nicht die kostengünstigere Alternative? Die Tagessätze variieren stark, ein Tandem ist beispielsweise für 17 Euro zu haben, ein elektrisches Lastenrad für 35 Euro. Listnride verspricht für jede Gelegenheit das richtige Rad in derzeit sechs Städten. In Deutschland zählen München, Berlin und Hamburg dazu. Etwa 2500 Menschen nutzen listnride, 1500 Räder sind über das Portal abrufbar. Kommt es zu einem Schadensfall, springt ein Fond ein, der bis zu einer Summe von 5000 Euro den Betroffenen entschädigt.

Jonas Lodahl / Nihola

Lastenrad gefällig? Einfach leihen!

mhu

insgesamt 32 Beiträge
BernhardL 07.08.2017
1. Fahrrad vermieten mit Upperbike
Sehr guter Artikel, Live Cycle kannte ich noch nicht! Und zum Thema Bike Sharing kannte ich bisher nur Upperbike. Habe dort schon einiges als Vermieter verdient. Ein Fahrrad gemietet habe ich mit Upperbike aber erst einmal.
Sehr guter Artikel, Live Cycle kannte ich noch nicht! Und zum Thema Bike Sharing kannte ich bisher nur Upperbike. Habe dort schon einiges als Vermieter verdient. Ein Fahrrad gemietet habe ich mit Upperbike aber erst einmal.
vinzenz 07.08.2017
2. Fahrradreparatur
wer für einen Schlauchwechsel "Hinten" 28 € abdrückt (Zeit beim selbermachen.. keine 5min) oder sich fürs Kettenputzen (auch 5-10min) nicht die Fingernäglchen schmutzig machen möchte, der ist da bestimmt gut [...]
wer für einen Schlauchwechsel "Hinten" 28 € abdrückt (Zeit beim selbermachen.. keine 5min) oder sich fürs Kettenputzen (auch 5-10min) nicht die Fingernäglchen schmutzig machen möchte, der ist da bestimmt gut aufgehoben.. Klar will live cycle auch leben und man kann die Eigenmontagekosten nicht direkt vergleichen, aber die leben echt von der Bequemlichkeit und z.T unfähigkeit mancher Zeitgenossen...
fundador 07.08.2017
3. Es gibt sogar RadfahrerInnen,
die das Fahrrad zum Aufpumpen in die Werkstatt bringen und dafür 5 € zahlen...
die das Fahrrad zum Aufpumpen in die Werkstatt bringen und dafür 5 € zahlen...
t_mcmillan 07.08.2017
4. @2
Das ist völlig legitim. Wem die Sache 28 Euro wert ist, wird sie beauftragen. Ich brauche übrigens für einen Schlauchwechsel hinten mindestens eine halbe Stunde, alles in allem. Würde mich weder als übermäßig bequem noch [...]
Das ist völlig legitim. Wem die Sache 28 Euro wert ist, wird sie beauftragen. Ich brauche übrigens für einen Schlauchwechsel hinten mindestens eine halbe Stunde, alles in allem. Würde mich weder als übermäßig bequem noch als unfähig bezeichnen, aber als ungeübt. Es kommt halt nicht jede Woche vor.
stefanexs 07.08.2017
5. Korrektur live-cycle.de
live-cycle.de bietet seinen Service in Berlin und MÜNCHEN, nicht in Hamburg an
live-cycle.de bietet seinen Service in Berlin und MÜNCHEN, nicht in Hamburg an
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