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einestages

Seenotretter am Limit

Das Meer hat keinen Standstreifen

Wer vor deutschen Küsten in Gefahr gerät, kann auf Seenotretter vertrauen. Mit ihren Kreuzern rücken sie sofort aus und gehen seit 150 Jahren an ihre Grenzen - manchmal auch darüber hinaus.

AP
Von
Montag, 02.10.2017   06:51 Uhr
Der folgende Text ist ein gekürzter Auszug aus dem Buch "Mayday. Seenotretter über ihre dramatischsten Einsätze", das im Mai 2017 im Ankerherz-Verlag erschienen ist.

Dezember 1873 - im schweren Ostseesturm ist ein dänisches Segelschiff vor der Küste von Warnemünde gestrandet. Vormann Stephan Jantzen kann das Wrack sehen, in der Brandung, keine 200 Meter entfernt. Er will hinrudern, sofort, es sind Menschen in Lebensgefahr, doch seine Männer streiken. Sie haben ihr Ölzeug angelegt und die Korkschwimmwesten - jetzt starren sie auf die kochende See und weigern sich, ins Boot zu steigen: "Aussichtslos! Wie sollen wir denn durch diese Brecher kommen? Und das mitten in der Nacht!"

Jantzen willigt ein, bis Tagesanbruch zu warten. Er lässt ein Feuer anzünden, damit die Schiffbrüchigen wenigstens sehen können, dass man von ihrem Schicksal weiß.

Am Morgen tobt der Sturm unvermindert heftig. An Deck haben zwei Dänen sich an den Stumpf des geborstenen Masts gebunden, um nicht von Sturzseen mitgerissen zu werden. Jantzens Crew bleibt bei ihrem Nein: "Ein Himmelfahrtskommando, jetzt da rauszurudern." Eine Verbindung zum Havaristen per Leinenschussgerät misslingt. Jantzen redet auf seine Männer ein, schließlich pullen sie doch mit aller Kraft gegen die Brecher an - und kehren nach vier vergeblichen Versuchen erschöpft zurück.

Kurz vor Einbruch der Dämmerung wagen sie es erneut. In einem Wellental schlägt das Boot so heftig auf, dass die Pinne Jantzen am Kopf trifft. Ihm wird schwarz vor Augen, aber er hält durch, es ist die letzte Chance, Leben zu retten. Diesmal erreichen sie das Wrack und bergen die beiden Dänen. In Sicherheit sind die Männer noch nicht: 30 Meter vor dem Strand kracht das Boot im Wellental auf Grund und kentert. Retter und Gerettete klammern sich ans Boot, der nächste Brecher wirft sie an den Strand.

Das Meer ist, wie es ist. Oder?

Diese Geschichte spielt wenige Jahre nach Gründung der Deutschen Gesellschaft zur Rettung Schiffbrüchiger. Stephan Jantzen, Jahrgang 1827, ist wie viele Pioniere der Seenotrettung lange zur See gefahren, wurde mit knapp 40 Lotsenkommandeur, übernimmt zusätzlich die Leitung des neuen DGzRS-Postens in Warnemünde - ehrenamtlich. Als Seemann weiß er nur zu gut, dass es auf einem Schiff Notlagen gibt, in denen man nur mit Hilfe von außen eine Chance hat. Zwischen Leben und Tod steht dann allein der Retter, der sich vom Strand hinauswagt in den Sturm.

Sofern sich überhaupt jemand sorgt - bis ins 19. Jahrhundert regierte auf See der Fatalismus: Das Meer ist, wie es ist. Es holt sich, wen es will. Gottes Fügung, Gottes Fluch. Was soll der Mensch schon ausrichten gegen die Gewalten, die ein Sturm entfesselt?

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Geschichte der Seenotrettung: Mayday - und hinaus in den Sturm

Die Schicksalsergebenheit hat noch eine andere, dunkle Seite: Was die Brecher an Land werfen, gehört dem Finder, so steht es im Strandrecht. Küstenbewohner sind nicht unbedingt motiviert, Seeleuten in Not zu helfen. Sie sehen Strandgut als gerechten Ausgleich für den Schaden, den das Meer anrichtet. "Gott segne unseren Strand", lautet ihr zynisches Stoßgebet.

Bis am 10. September 1860 vor Borkum die "Alliance" auf Grund läuft. Die neun Männer an Bord flüchten in die Takelage des englischen Kohlenfrachters. Die Insulaner versammeln sich am Strand, ein Badegast, selbst Kapitän, versucht, Hilfe zu organisieren. Doch niemand will raus in die Brandung.

Weil sie das Risiko scheuen? Oder weil sie auf reiche Beute hoffen? Wie zum Volksfest seien die Insulaner zum Strand gezogen, schreibt die "Weser-Zeitung". Die angespülten Leichen der britischen Seeleute habe man danach keines Blickes gewürdigt.

Das aufgeklärte Bürgertum Norddeutschlands reagiert empört und erstmals mit Protest gegen die Schicksalsergebenheit zur See. Darf der Mensch eine solche Katastrophe einfach hinnehmen? Muss er nicht eingreifen, wo er kann? Eine Erkenntnis, die heute selbstverständlich ist, setzt sich durch: Wo Menschen in Not sind, rücken Helfer an.

Die Solidarität der Vielen

Es gibt andere Beispiele aus dieser Zeit. Das Rote Kreuz: Als Henry Dunant Zeuge wird, wie bei der Schlacht von Solferino Tausende Soldaten schwere Verletzungen erleiden, baut der Schweizer 1863 eine neutrale Truppe von Sanitätern auf. Der Arbeiter-Samariter-Bund: eine Idee Berliner Zimmerleute, die 1888 den ersten Kursus zur Hilfe bei Arbeitsunfällen veranstalten. Die Wasserrettung der DLRG: Gibt es seit 1913, als beim Bruch eines Stegs auf Rügen 17 Menschen ertrinken.

Für den Bremer Adolph Bermpohl bedeutet der Untergang der "Alliance" eine Zäsur. Er war Steuermann auf Großseglern und ist nun Navigationslehrer an Land. Mit dem Anwalt Carl Kuhlmay trommelt er für ein Rettungswerk an den deutschen Küsten und argumentiert mit dem Beispiel anderer Seefahrtsnationen.

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Stefan Krücken, Jochen Pioch:
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Seenotretter über ihre dramatischsten Einsätze

Ankerherz Verlag, 216 Seiten; 29,90 Euro.

Die Niederlande und Großbritannien hatten ab 1824 Rettungsstationen aufgebaut: als Werk engagierter Privatleute, nicht des Staates. Auch Bermpohl und seine Mitstreiter wenden sich gar nicht erst an die Institutionen, sondern gleich an die Kaufleute und Reeder - und an alle Bürger. Ihr Leitgedanke: Nur wenn die Bevölkerung das Rettungswerk trägt, wenn es von allen verstanden und unterstützt wird, kann es gelingen. Ohne die Solidarität der Vielen kein Mut der Wenigen.

76 Schiffe gehen in den Jahren von 1854 bis 1861 allein vor der Küste Ostfrieslands verloren. Georg Breusing, Zollinspektor in Emden, gründet 1861 seinen Verein zur Rettung Schiffbrüchiger, mit Stationen auf Langeoog, Juist, Norderney und Baltrum. Hamburg und Bremerhaven folgen mit eigenen Rettungsvereinen. Zu den frühen Aktivisten stößt Arwed Emminghaus vom "Bremer Handelsblatt"; 1865 vereinigen sich die regionalen Initiativen zur Deutschen Gesellschaft zur Rettung Schiffbrüchiger.

Gegen die Wucht der Wellen

Spenden beflügeln den Aufbau: Sieben Jahre später verfügt das Rettungswerk über Stationen von Borkum bis zum kurischen Nimmersatt im heutigen Litauen. 29 sind mit Ruderbooten ausgestattet, 20 mit Leinenschussgeräten, an weiteren 17 Stützpunkten steht sogar beides bereit.

Die Boote sind gut acht Meter lang, aus Stahlblech, robust - jedoch knapp eine Tonne schwer. Sechs Pferde werden gebraucht, um sie per Wagen an die Unglücksstelle zu bringen. Über einen Kippmechanismus rutscht das Boot ins Wasser, dann geht es los.

Es schreibt sich so leicht, aber man macht sich heute keine Vorstellung, was es bedeutet, im offenen Kahn im Sturm hinaus auf die tobende See zu rudern. Nur auf die eigene Muskelkraft zu vertrauen, sich gegen die Wucht der Wellen zu stemmen. Die Vordenker um Bermpohl hatten wohl die richtige Idee, als sie auf Freiwillige setzten. Denn was den Rettern der ersten Stunde abverlangt wurde, konnte man mit keinem Sold der Welt bezahlen. Freiwillige bringen eben freien Willen mit - der macht den Unterschied. Wenn der Notruf kommt, machen sich die Männer von der "Gesellschaft" auf den Weg, egal wie widrig die Umstände auch sein mögen.

In den Jahrzehnten von 1865 bis 1900 retten sie 2792 Menschen. Mit den bloßen Händen, so kann man das sagen.

Das Meer, heute Spielplatz für Millionen

Zeitsprung ins 21. Jahrhundert: Das DGzRS-Schiff im Hafen von Helgoland misst von Bug bis Heck fast 50 Meter. Drei Propeller und insgesamt 9250 PS beschleunigen die "Hermann Marwede" auf 25 Knoten; sie gilt als größter und leistungsfähigster Rettungskreuzer der Welt. Das Bordhospital hat alles, was ein Notarzt braucht, zusätzliche Mediziner können einfliegen - auf den Landeplatz für Hubschrauber.

Die "Marwede" hält an einer Kreuzung wichtiger Seewege die Stellung: Aus Elbe, Weser und Jade läuft der Verkehr in der Deutschen Bucht zusammen. Auf engstem Raum kann es hier zu "Großschadenslagen" kommen, wie 1998 bei der Havarie der "Pallas": Der Frachter geriet im Sturm in Brand und lief vor Amrum auf Grund, Treibstoff verseuchte die Strände im Wattenmeer. Seenot bringt heute nicht mehr nur eine Crew in Gefahr, die Retter müssen auch Havaristen abschleppen können, Brände bekämpfen, große Hilfseinsätze koordinieren, Umweltkatastrophen verhindern.

Die Nacht des Wunders

Eigentlich, denkt man, müsste doch die Seefahrt heute viel sicherer sein als in den Tagen von Vormann Jantzen. Frachter sind Giganten aus Stahl, dank satellitengestützter Navigation kennt der Kapitän jederzeit präzise die Position. Was kann da noch schiefgehen?

Alles. Früher traten die Seefahrer die Verantwortung an höhere Mächte ab, heute vertrauen sie auf die Technik. Nur: Wenn die vielen Aggregate nicht gewartet werden, wenn gespart wird an Unterhalt oder Mannschaft, wenn es einfach schlecht läuft, ist der Seemann weiterhin Gewalten ausgeliefert, denen nicht einmal Stahl widerstehen kann. Ist das den modernen Seefahrern noch bewusst? Das Grundproblem aller Seefahrt bleibt: Eine lebensfeindlichere Umgebung als das Meer im Sturm gibt es für den Menschen auf dem Planeten nicht.

Noch etwas hat sich verändert. Zu Stephan Jantzens Zeiten fuhr niemand zum Spaß aufs Meer hinaus. Es gab erste Badeanstalten, auf Sylt und in Büsum, in Binz und Travemünde plantschte das Bürgertum im Salzwasser. Aber wer hätte damals ahnen können, dass die See einmal Spielplatz für Millionen werden würde?

Aussteigen und neben dem Boot warten - keine Option

Heute surfen die Leute, sie paddeln und angeln, skippern Motorjachten, segeln zwischen den Inseln. Selbst wenn alle ihren Sport umsichtig betreiben, auf Wetter und Tide achten würden, sorgt schon die schiere Zahl an Menschen auf dem Wasser dafür, dass Seenotretter so oft ausrücken müssen. Nicht die Berufsschifffahrt verlangt die häufigsten Einsätze, es sind vor allem Wassersportler in Not. Kurzer Auszug aus dem Jahrbuch der Seenotretter:

"Angler in Lebensgefahr auf der Ostsee"; seine Wathose ist vollgelaufen.
"Drei Kinder mit Vergiftung auf Segeljacht"; sie haben ein Medikament gegen Seekrankheit nicht vertragen.
"Ehepaar aus gefährlicher Brandung befreit"; mit ihrer Jacht auf einer Sandbank aufgelaufen.
"Hobbykutter sinkt im Wattenmeer"; die Crew bekommt ein Leck nicht dicht.

Viele Wassersportler verstehen die "Gesellschaft" als eine Art ADAC zur See. Bei Problemen anrufen, es gibt sogar eine Kurzwahl fürs Handy, 124124, wie praktisch, schon landet man bei der Leitzentrale in Bremen. Nur hat das Meer keine Ausfahrt, keinen Standstreifen. Aussteigen und neben dem Boot warten - keine Option. Eine Panne, selbst die kleinste, kann auf See zur existenziellen Bedrohung werden.

Die DGzRS hat ihre Kreuzer und Rettungsboote strategisch so positioniert, dass sie jeden Küstenpunkt binnen einer Stunde erreichen können. 2091 Einsätze sind die Retter 2016 gefahren, davon 177 bei sieben Beaufort und mehr. 55 Menschen haben sie aus akuter Seenot gerettet, 483 aus Gefahr befreit, 63 Schiffe vor dem Totalverlust bewahrt.

Die Seenotretter haben es zu ihrem Motto gemacht: Wir fahren raus, wenn alle anderen reinkommen - in haushohen Wellen und fliegender Gischt rauscht der Kreuzer in Alarmfahrt zum Einsatz. Nur gehört zur Wahrheit leider auch, dass es Momente gibt, die nicht für Hochglanzbilder taugen. Auch die Retter geraten an ihre Grenzen. Nicht selten müssen sie um das eigene Überleben kämpfen.

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Seenotretter-Schicksale: Mayday - die Tragödie der "Adolph Bermpohl"

1967 wirft ein Sturm die "Adolph Bermpohl" vor Helgoland um. Der Kreuzer wird später gefunden, mit laufender, ausgekuppelter Maschine; von der Crew keine Spur. 1995 kentert die "Alfried Krupp" vor Borkum, Vormann und Maschinist werden von Bord gerissen.

45 Männer hat die DGzRS seit ihrer Gründung verloren.

Aber: Mehr als 81.000 Menschen hat sie gerettet. Es ist eine vieltausendfache Bestätigung, dass Bermpohl und all die anderen Pioniere recht hatten: Wir können doch etwas ausrichten. Wir sind der See nicht ausgeliefert, wenn wir einander helfen. Unser stärkstes Argument in der Auseinandersetzung mit den Elementen ist die Solidarität.

Die Seenotretter können ihre Arbeit machen, weil sie die Bevölkerung hinter sich wissen. Sie agieren unabhängig von der politischen Großwetterlage und den Zwängen öffentlicher Haushalte. Was die DGzRS zum Erhalt ihrer Stationen und ihrer Flotte braucht, mehr als 30 Millionen Euro im Jahr, das finanziert sie allein aus Spenden und Schenkungen.

Und nie lässt sie sich hineinreden, wie sie diese Aufgabe erfüllt. Es zählt allein das Ziel - Menschen aus Seenot zu retten.

insgesamt 4 Beiträge
Jochen Hoffstätter 02.10.2017
1. ....
Ich ziehe als ehemaliger Seemann , 42 Jahre im Beruf, in größter Hochachtung vor diesen Männern den Hut. Die Solidarität unter den Seeleuten einander in Not zu helfen ist, denke ich, ungebrochen. Wohl wissend, das man selber [...]
Ich ziehe als ehemaliger Seemann , 42 Jahre im Beruf, in größter Hochachtung vor diesen Männern den Hut. Die Solidarität unter den Seeleuten einander in Not zu helfen ist, denke ich, ungebrochen. Wohl wissend, das man selber niemals sicher sein kann und ist.
Jochen Hoffstätter 02.10.2017
2. ...
Zu Beginn der sechziger, der "wilden" Zeit in der (West) deutschen Seefahrt, wurde Fehlverhalten, (z.B. betrunken zumDienst) nicht immer mit einer Eintragung in das Schiffstagebuch, gleich Abmahnung, geahndet. Erstmalig [...]
Zu Beginn der sechziger, der "wilden" Zeit in der (West) deutschen Seefahrt, wurde Fehlverhalten, (z.B. betrunken zumDienst) nicht immer mit einer Eintragung in das Schiffstagebuch, gleich Abmahnung, geahndet. Erstmalig "freiwillig" 20 DM in das Schiffchen der DGZRS, das zweitemal 50DM, erst beim drittenmal gab es die Eintragung. Dazu muss man wissen, das ein Matrose zu der Zeit ca 300-350DM netto verdiente. Seeleute waren knapp, die Reedereien sahen es gar nicht gerne wenn allzu schnell gefeuert wurde.
Jaimie Grund 02.10.2017
3. Mindestens ein artikel wert
ich ziehe meinen Hut, vor der Arbeit der ehrenamtlichen Männer und Frauen der Seenotrettung. Dieser Artikel beschreibt einmal mehr, wie wichtig die Arbeit Ehrenamtlicher Helfer in allen Bereichen ist. Daher haben die Seenotretter [...]
ich ziehe meinen Hut, vor der Arbeit der ehrenamtlichen Männer und Frauen der Seenotrettung. Dieser Artikel beschreibt einmal mehr, wie wichtig die Arbeit Ehrenamtlicher Helfer in allen Bereichen ist. Daher haben die Seenotretter mindestens diesen Artikel und ein kräftiges dankeschön, dass ihr da seid, verdient. DANKE!
Rolf Elmar Hofmeister 03.10.2017
4. Ein sehr bewegender
und interessanter Beitrag, der dem Begriff Bodycount eine völlig neue Bedeutung verleiht : mehr als 81000 vor der Gewalt des blanken Hans Gerettete bei 45 Seenotrettern, die die Rückkehr vom Einsatz nicht lebend geschafft haben. [...]
und interessanter Beitrag, der dem Begriff Bodycount eine völlig neue Bedeutung verleiht : mehr als 81000 vor der Gewalt des blanken Hans Gerettete bei 45 Seenotrettern, die die Rückkehr vom Einsatz nicht lebend geschafft haben. Welches Unternehmen kann solche Erfolge vorweisen, noch dazu ohne kommerzielle Zielsetzung ? Die Seenotretter sind zu bewundern : Freiwillig begeben sie sich in größte Gefahr, um andere zu retten. Menschen, die anderen Menschen gefühlskalt beim Ertrinken zusehen, leiden unter Alexithymie, fehlender Empathie für das Leid anderer. Sie leben nicht wirklich, sie glauben das nur von sich. Die Seenotretter hingegen fahren immer raus; jeder der bei einem Einsatz umkommt, ist einer zu viel, aber er hat wenigstens bis zu seinem Tod wirklich als "Mensch" gelebt. Wer mal in seiner Jugend einen SOS-Ruf auf 500kHz gehört hat, von einem Schiff weit draußen auf dem Atlantik, der kann sich vermutlich vorstellen, wie es Menschen ergeht, die nicht einmal mehr auf Seenotretter hoffen können, sondern nur noch auf die Besatzungen anderer Schiffe, die ebenfalls mit einem Sturm kämpfen. Mein tief empfundener Dank und meine Hochachtung für die professionellen ehrenamtlichen Seenotretter und die selbstlos hilfsbereiten Kapitäne anderer Schiffe auf offener See. Schön, dass es Euch gibt !

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